Verärgerte Ratsmitglieder: Verwaltungsauschuss änderte Beschlussvorlage und kürzte Zuschuss

Statt 5000 nur 3000 Euro für den Druchhorner Schützenverein -  Antrag der Gruppe SPD/FDP kam nicht zur Abstimmung

Weitere Berichte zur Ratssitzung vom 09.12.10(fr) „Deswegen rede ich ja oft vom 'allmächtigen Verwaltungsausschuss'“, notierte der Ratsherr der Grünen Ralf Gramann und stellte fest, dass es sich eben nicht um einen Einzelfall handeln würde. Solchen Einzelfall  hatte zuvor Dieter Hütten (SPD) verärgert beschrieben, nachdem sich der Verwaltungsausschuss (VA) der Gemeinde Ankum über die Empfehlungen des zuständigen Ausschusses für Jugend, Sport, Kultur, Soziales und Senioren hinwegsetzte und einen empfohlenen Zuschuss für den Druchhorner Schützenverein merklich kürzte.

Zuvor hatte die Ausschussvorsitzende Maren von der Heide (CDU) ausgeführt, dass der Druchhorner Schützenverein eine lasergestützte, computergesteuerte Schießanlage anschaffen wolle und sich hierbei noch eine Finanzierungslücke von 9000 Euro ergeben würde. Angesichts des außergewöhnlichen Engagement des Schützenvereins im Bereich der Jugendarbeit und der Bedeutung des Vereins im Ortsteil  Druchhorn, empfahl der Ausschuss einen Zuschuss seitens der Gemeinde Ankum in Höhe von 5000 Euro.

„Nach eingehender Beratung“, wie Bürgermeister Borgmann feststellte, änderte der Verwaltungsausschuss diese Empfehlung in der Vorbereitung der Ratssitzung ab und reduzierte den Zuschuss auf 3000 Euro, um – wie es hieß – eine Gleichbehandlung mit dem Ankumer Schützenverein zu erhalten. Diesem seien in einem vergleichbaren Fall auch nur 3000 Euro bewilligt worden.  Im Übrigen, so merkte Johannes Lagemann (CDU) an, habe auch der FDP-Vertreter Christian Pohlmann in der VA-Sitzung dieser Änderung zugestimmt.

Pohlmann bestätigte seine ursprüngliche Zustimmung, inzwischen habe er sich aber gegenteilig überzeugen lassen. Dieter Hütten und Hubert Meyer (beide SPD) sahen eine Vergleichbarkeit der Schützenvereine Druchhorn und Ankum, als Grundlage einer Gleichbehandlung, gar nicht gegeben. Sie betonten – wie auch Maren von der Heide - die besondere Bedeutung des Schützenvereins für Druchhorn und hoben ebenso auch die vom Verein geleistete rege Jugendarbeit hervor. Ein Zuschuss in Höhe von 5000 Euro sei da keineswegs zu hoch gegriffen.

Richard Bergmann (CDU) sah sich angesichts dieser stetigen Betonung der Jugendarbeit veranlasst, auf dieselbe im Ankumer Schützenverein hinzuweisen, die in keiner Weise hinter jener in Druchhorn zurückstehe, aber wohl nicht gut genug bekannt sei.

Jörg Schlarmann (SPD), selbst Mitglied im Ausschuss  für Jugend, Sport, Kultur, Soziales und Senioren, empfand die Änderung der Beschlussvorlage durch den Verwaltungsausschuss als einen „Schlag ins Gesicht“ der Ausschussmitglieder,.die die Beschlussvorlagen arbeitsintensiv und verantwortungsvoll vorbereiten.

Für die SPD/FDP-Gruppe stellte Hubert Meyer den Antrag, die ursprüngliche Beschlussvorlage mit den empfohlenen 5000 Euro Zuschuss zur Abstimmung zu stellen. Dieser Antrag der Opposition kam jedoch gar nicht erst zur Abstimmung. Borgmann ließ als Ratsvorsitzender ausschließlich über die vom VA geänderte Beschlussvorlage abstimmen, die mit 13 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen angenommen wurde.

Später, während der Einwohnerfragestunde, dankte der Präsident des Druchhorner Schützenvereins, Dieter Boitmann, dem Ankumer Rat für den bewilligten Zuschuss,  auch wenn dieser nun deutlich geringer als in Aussicht gestellt ausfiel. Der Schützenverein Druchhorn werde dann in Kürze den Lieferschein als Beleg für die sehr kostspielige Anschaffung einreichen.

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