Ferdinand Borgmann kribbelt es noch in den politischen Fingern
Freitag, den 21. Oktober 2011 um 05:07 Uhr
Aus- und Rückblicke des ausscheidenden Bürgermeisters der Gemeinde Ankum.
Ankum. (fr) Viele Zuschauer im Sitzungssaal des Ankumer Ratshauses mochten es am Mittwochabend nicht glauben, dass Ferdinand Borgmann nun seine politischen Hände in den Schoss legt und sich nur noch auf die Bewirtschaftung seines Hofes in Ankum-Tütingen besinnt. Und tatsächlich klang durch, dass es diesen Bürgermeister weiterhin zum Wohle des Dorfes umtreibt.
Mit seinem Bericht zu Beginn der Ratssitzung, der letzten Sitzung unter seiner Regie, schaute er somit auch zuerst nach vorn.
In der Siedlung „Im Grunde“ seien neue Schritte zur weiteren Erschließung getroffen worden, 25 neue Bauplätze entstehen. Im Industriegebiet am „Knörlpatt“ fordern die überfahrenden Tonnagen der angesiedelten Betriebe eine neue Straßendecke, der Neubau der Krippenplätze des Kindergartens am Kattenboll wird voraussichtlich erst im November fertiggestellt, am Kreisel zum Industriegebiet West wird bereits an der Ausweitung des Regenwasser-Auffangbeckens gebuddelt und das Thema „Pflasterung der Ankumer Hauptstraße“ ist akut; mittlerweile rangiert da der Termin „Ankumer Fettmarkt“ als Datum zur weiteren Koordination der Baumaßnahmen. Als großes Vorhaben steht in den nächsten Jahren die Flurbereinigung „Ankum-Nord“ an.
Diese und mehr Vorhaben für die kommende Zeit brachte der Rat der Gemeinde Ankum und dessen Verwaltungsausschuss in den vergangenen Monaten ganz oder teilweise noch auf den Weg, bevor am Abend mit der letzten Ratssitzung fast schon der Schlüssel zum Rathaus abgegeben wurde. Weitere Beschlüsse gab es in dieser Sitzung nicht, Borgmann schaute somit ebenso zurück.
Zurück auf die Zeit zwischen September 2008 und Juni 2009, als die Idee für Gespräche zur möglichen Schaffung einer Einheitsgemeinde Ankum-Bersenbrück die Gemüter in Ankum heftigst erregte und sich die Mehrheitsfraktion des Rates tief spaltete. Dass man von diesem Geschehen bald wieder Abstand gewinne und wieder gemeinsam nach vorne schauen könne, wünschte sich Borgmann sehr.
Lieber schaute er unterdessen zurück auf die in den vergangenen fünf Jahren geschafften Erfolge, wie die Neugestaltung des Ankumer Sees, den Ausbau des Kindergartens am Kattenboll, die Verwirklichung geförderter Straßenbauprojekte wie am Vogelberg, der Kastanienallee, der Quitt-Straße, der Förderung des Ausbaus des Quitt-Sportlerheims, des Marienhospitals oder des Neubaus eines Sanitärgebäudes am Zeltplatz in Ankum-Aslage; neuerdings gibt es hier mit Unterstützung des RWE auch eine Seilbahn.
Hilfen der politischen Gemeinde gab es zudem für die dringend erforderliche Sanierung des Turms der St. Nikolauskirche und für Projekte verschiedener Vereine. Die Gemeinde Ankum machte sich auch auf den Weg zur Begründung einer kommunalen Jugendarbeit, gemeinsam mit der Ankumer Werbegemeinschaft wurde die QIN- Initiative erfolgreich umgesetzt und 1,7 Millionen Euro investierte die Gemeinde Ankum in den Neubau des katholischen Kindergartens. Weiterhin ist ein neues Einkaufszentrum planungsreif und die längst erfolgreich abgeschlossene Flurbereinigung Ankum-Süd ist heute kaum noch ein Thema. Abgelenkt in ein weiteres Vorhaben zur Schaffung eines Verkehrskreisels im Unterdorf wurde zudem die Idee des Landkreises, dort eine Ampelanlage zu errichten und Ankum bleibt nach intensiven Bemühungen weiterhin ein staatlich anerkannter Erholungsort.
Viel sei also geschafft worden, auch wenn es im Rat nicht immer ruhig zuging und die Presse oftmals kritisch berichtete. In einem Vergleich zwischen den Haushaltsjahren 2006 und 2010 sei trotz der vielen Investitionen der Schuldenstand der Gemeinde Ankum kaum angestiegen, er stände derzeit bei etwa 3 Millionen Euro, andere Gemeinden im Umfeld seien schlechter aufgestellt und die in Ankum getätigten Investitionen in die Zukunft des Dorfes seien rentierlich.
Borgmann wünschte sich, dass die UWG-Ankum, die bei der jüngst vergangenen Kommunalwahl die absolute Mehrheit der Sitze im Ankumer Rat erlangte und zukünftig die stärkste politische Kraft in Ankum stellen wird, den eingeschlagenen Weg zur Fortentwicklung des Dorfes weiter gehe.
Als sich später Dr. Mechthild Wortmann während der Einwohnerfragestunde beim Bürgermeister für die tatkräftige Unterstützung der international tätigen Hilfsorganisation Humedica bedankte, Borgmann hatte sich hier in den vergangenen Wochen intensiv um eine Spendensammlung bemüht, spürte man wieder deutlich den Tatendrang des Politikers, der doch eigentlich wieder vor allem Landwirt sein möchte. Er werde sich, wenn die bäuerlichen Arbeiten im Herbst abgeschlossen sind, wieder für eine weitere Unterstützung der Afrikahilfe einsetzen. Nicht minder hofft die UWG-Ankum, soviel ist bekannt, dass Ferdinand Borgmann der Gemeinde Ankum noch einige Zeit unterstützend zur Verfügung steht. Das verbliebene Kribbeln in seinen politischen Fingern könnte dafür durchaus reichen.
> Weitere Berichte zur Ratssitzung vom 19.10.11
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