Leserbrief: Das Coenen-Interview im BKR

Christian Pohlmann (FDP)Es ist schon bedauerlich zu sehen mit welchem Informationsdefizit der Landtagsabgeordnete Coenen in die Argumentationen zieht.

Aus einem Schreiben von Herrn Staatsekretär Ribke geht eindeutig hervor, dass das jetzige Netz der Ober- und Mittelzentren für ausgewogen erachtet wird – denn die Anfrage eines Landtagsabgeordneten wurde mit folgendem Zitat beantwortet:  „Sehr geehrter Herr Abgeordneter, Sie hatten mit Mail vom 23.10.2008 um meine Einschätzung zur Zentralörtlichen Einstufung für den Fall einer Fusion innerhalb der Samtgemeinde Bersenbrück gebeten. Ich stimme Ihnen zu, dass mit dem aktuellen Landes-Raumordnungsprogramm ein aus landesweiter Sicht ausgewogenes Netz der Ober- und Mittelzentren gefunden wurde.“ Schlussfolgernd ist aus diesem Satz zu entnehmen, dass die Landesregierung keinen Veränderungsbedarf sieht. Ergo: Das Mittelzentrum kommt auf absehbare Zeit nicht.

Es ist nur leider so, bei allem Respekt vor dem, was Herr Reinhold Coenen für Ankum erreicht und geleistet hat, dass im Landtag nicht mit offenen Karten gespielt wird. So traut sich keiner der erbosten Parteifreunde ihm mittzuteilen, dass das Mittelzentrum auf absehbare Zeit leider nicht kommen wird. Wörtlich möchte sich niemand den >>Zorn<< Coenens zuziehen – entsprechend vorsichtig fällt folgernd die offizielle Stellungnahme des zuständigen Ministeriums aus. Lippenbekenntnisse, die nun wir Kommunalpolitiker übersetzen müssen – traurig, dass die Landtagsabgeordneten und Parteifreunde Coenens nicht so deutlich sprechen mögen.

Betonen möchte ich nochmals: Freuen würde ich mich, wenn wir die mittelzentralen Funktionen zugesprochen bekommen würden - nur dies als populistisches Mittel im Vorfeld der Gespräche zu verwenden ist zu höchst unprofessionell, genauso wie die Projektinitiierung und Projektleitung durch die Herren Coenen und Lübbersmann. Diese beiden haben den Erwartungsdruck doch durch Einbringen nicht erreichbarer, populistischer Argumente selbst so hoch gesetzt. Die Höhe ist es, die Verantwortung anschließend dann auch noch auf die Ankumer Bürger abzuschieben, die lediglich Ihr Recht als Demokraten wahrgenommen haben.

Als Trotzreaktion Coenens dann auch noch so harte Worte wie „anders orientieren“ in Vertretung der Bersenbrücker zu verwenden, welche eigentlich nur dem Bürgermeister und dem Rate Bersenbrücks obliegen, ist schon bemerkenswert.

Wie hätte es laufen müssen? Die Projektleitung hätte viel früher die beiden Räte zu direkten Gesprächen zusammen bringen müssen. Über eine Öffentlichkeitskampagne hätten die Bürger von vorn herein am Prozess beteiligt werden müssen.

Gespräche beenden? Nein, als Befürworter der Gespräche rate ich dazu, das Ziel neu zu definieren. Wir Kommunen müssen in der Samtgemeinde künftig wesentlich stärker zusammenarbeiten, um im globalen Markt bestehen zu können. Dies könnte mit Unterstützung professioneller Hilfe wie beispielsweise KGST (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement) geschehen.

Christian Pohlmann
Sprecher der FDP in der Samtgemeinde Bersenbrück
Ratsmitglied der Gemeinde Ankum
Alfred-Eymann Str. 2
49577 Ankum

Redaktioneller Hinweis: Ein Leserbrief gibt allein die persönliche Meinung des Verfassers wieder
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