Leserbrief: Ankum Quo Vadis

Mit großem Unbehagen hatte ich die Bürgerfragestunde anlässlich der Gemeinderatssitzung zum Thema „Vereinigungsgespräche mit Bersenbrück“ erlebt.

Hiesige Kommunalpolitiker sind nach meiner Meinung keinen Deut besser als Politiker an höheren Stellen. Da wurde z.B. vor nicht langer Zeit vom Wortführer der CDU-Fraktion die Bemerkung gemacht, dass der Oppositionsführer der SPD-Fraktion nicht wählbar ist. Jetzt wird genau mit dieser angeblich nicht wählbaren Person ein Pakt gegen den CDU-Bürgermeister geschlossen. Ypsilanti lässt grüßen!!! Macht ist geil.

Da bereits vor dem ersten Gespräch der Gemeinden Ankum und Bersenbrück ein Glückwunsch zu diesem (noch nicht stattgefundenen Gespräch) von der Landesregierung aus Hannover kam, ist daraus zu schließen, dass es Politiker in Bersenbrück und/oder auch in Ankum gibt, denen sehr an einer Verschmelzung beider Gemeinden gelegen ist. Warum sollte denn sonst solch eine Glückwünsche auslösende Nachricht nach Hannover lanciert worden sein? Sind etwa sogar persönliche Interessen der Beteiligten darin im Spiel? Träumt evtl. schon jemand davon, der 1. Bürgermeister der neuen Großgemeinde Bersenbrück mit dem einverleibten Anhängsel Ankum zu werden, oder malt sich evtl. schon ein CDU-Ratsherr eine Karriere in Hannover aus?

Unserem Bürgermeister spreche ich meine aufrichtige Anteilnahme aus, dass er von den Mitgliedern seiner eigenen Fraktion in dieser Angelegenheit keine Unterstützung erhielt.
Ein wortführendes Mitglied seiner Partei, der besser die lateinische Sprache als die Sprache des Volkes versteht, fiel ihm grob in der Sache „in den Rücken“.

Für mich ist es eine bereits ausgemachte Sache, dass Ankum an Bersenbrück verkauft wird. Es war ja auch schon in dieser Bürgerfragestunde die Rede von einem Brautpreis. Es wurde jedoch nicht gesagt, wie hoch dieser sein sollte und ob dieser Brautpreis nicht auch Sonderposten für verdiente Parteimitglieder beinhaltet.

Unser Bürgermeister versprach mehrfach, dass es vor einer Verschmelzung beider Gemeinden eine Bürgerbefragung geben wird. Ich glaube ihm, dass er das auch wirklich ernst gemeint hat. Sicher bin ich mir jedoch, daß er von seinen eigenen Parteifreunden hierfür keine Zustimmung erhalten wird.

Sollte es sich abzeichnen, dass es zu keiner Bürgerbefragung kommt, dann wird es aus Reihen der Ankumer Bürger eine entsprechende Unterschriftenaktion geben, die solch eine Befragung erzwingt.

Horst Müller
Baumschule 2
49577 Ankum

Redaktioneller Hinweis: Ein Leserbrief gibt allein die persönliche Meinung des Verfassers wieder




Kommentare (1)

1 Irreführende Darstellung
Geschrieben von: Franz Raschke

Ankums Ratsmitglieder aller Fraktionen haben sich vor und während der letzten Ratssitzung im Hotel Schmidt intensiv mit den vorliegenden Anträgen befasst und ihr Mandat sehr verantwortungsvoll wahrgenommen.  

Auch nur einem Ratsmitglied zu unterstellen, dass es bei seiner dann getroffenen Entscheidung nicht das Wohl Ankums ins Auge fasste, sondern persönlichen Interessen folgte, zeugt von einer fehlenden Achtung vor dem Rat, fehlendem Wissen über die Bedingungen politischer Meinungsbildung und ist vor allem schlichtweg falsch.  

Ebenso falsch und irreführend ist anzunehmen, dass die Bildung einer Einheitsgemeinde bereits „beschlossene Sache“ sei.  

Beschlossen wurde nur (und jede andere Darstellung entbehrt jeder Grundlage) die Aufnahme von Gesprächen in einer Angelegenheit mit noch vielen "Unbekannten", deren Erörterung von den beauftragen Personen noch sehr viel intensive Arbeit verlangen wird.  

Auch hierbei werden die Beauftragten die Interessen Ankums und Bersenbrücks sorgfältig und in verantwortungsvoller Wahrnehmung der ihnen übertragenen Aufgabe abwägen.  
Eine Einheitsgemeinde wird es nur dann geben, wenn sich am Ende der zweijährigen Gespräche sowohl für Ankum wie auch für Bersenbrück daraus erhebliche Vorteile ergeben.  

Seitens allen Parteien wurde zugesagt, die Bürger regelmäßig über den Stand der Gespräche zu informieren. Die damit dann stattfindende Bürgerbeteiligung kann jedoch nur fruchtbar sein, wenn hierbei die Regeln einer sachlichen und respektvollen Diskussion eingehalten werden.  

Persönliche Verunglimpfungen einzelner politischer Vertreter sind dabei keinesfalls akzeptabel und schädlich für den gesamten Prozess der konkretisierten Meinungsbildung, und etwas anderes sind die nun beschlossenen Gespräche nicht.  

Franz Raschke  
Vorstandsmitglied der  
SPD Ankum-Eggermühlen-Kettenkamp  
Alfred-Eymann-Str. 2, 49577 Ankum
Banner
Banner

Ankumer Notizen

Banner

Ausstellungen

Banner

Ankum in Funk und Fernsehen

   Unwettergefahr

 

   © Deutscher Wetterdienst, (DWD)
Banner
Banner

Blutspendetermine DRK Suche

DRK-Blutspendetermine Logo
Suchen Sie Ihren aktuellen Blutspendetermin in:
 

Ihr Ankum-Online-Team zwitschert

twitter_icon