Leserbrief: Projekt „Einheitsgemeinde Bersenbrück/Ankum 2011" gescheitert

Manfred KruscheDer von Dr. Lübbersmann und MdL Coenen im Sommer letzten Jahres initiierte Anlauf zur Bildung einer Einheitsgemeinde aus den beiden Kommunen Ankum und Bersenbrück zum Kommunalwahljahr 2011 blieb im letzten Herbst schon in den Anfängen stecken und ist nun endgültig als gescheitert anzusehen. Die Gespräche über eine Fusion sind nun lt. Presseberichterstattung beendet.

Nachdem die Gruppe SPD/FDP des Ankumer Gemeinderates kürzlich erklärte, dass sie weitere Fusionsgespräche nicht mehr unterstützt, gibt es im Ankumer Gemeinderat nämlich keine Mehrheit mehr für weitere Verhandlungen. Die Gründe für diesen Abbruch liegen nicht etwa im Verhalten der Ankumer Bürgerinitiative.

Sie liegen vielmehr unabhängig davon darin, dass klar geworden ist, dass eine Fusion nicht wie gefordert erhebliche konkrete Vorteile für die neue Gemeinde mit sich bringen würde. Die anfangs aus dem Bersenbrücker Rathaus geweckten Erwartungen, bei einer Fusion millionenschwere Zuschüsse des Landes, auch Hochzeitsprämie genannt, zu erhalten, verflüchtigten sich frühzeitig und machten bald einer gewissen Ernüchterung Platz. Auch die Hoffnungen auf eine damit verbundene schnelle und leichte Aufstufung zum Mittelzentrum lösten sich schnell auf. Nichts Stichhaltiges dran war auch an von interessierter Seite geschürten Ängsten, dass sonst Einrichtungen wie Krankenhaus, Polizeikommissariat, Amtsgericht und Heilpädagogische Hilfe in ihrem Bestand vor Ort gefährdet seien.

Nach den vielen Aufgeregtheiten zum Thema Fusion kehrt jetzt wieder Ruhe ein. Die beiden Gemeinden können weiter in Selbständigkeit ihre eigenen Angelegenheiten regeln. Dabei ist zu wünschen, dass ihre Gemeinderäte die begonnenen gegenseitigen Kontakte nicht abbrechen lassen, sondern dass sie künftig über andere gemeinsame Themen miteinander reden.

Sie könnten die weitere Entwicklung der Infrastruktur ihres eng verflochtenen Raumes zusammen planen und aufeinander abstimmen. Die Beteiligten müssen erkennen, dass die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Altkreismitte auch auf eine gemeinsame interkommunale Entwicklungsplanung der beiden Gemeinden angewiesen ist. So eine gemeindegrenzenübergreifende Zusammenarbeit auf der Grundlage gemeinsamer Gespräche würde für beide Gemeinden als Grundzentren sicher von großem Nutzen sein. Ein solches Vorgehen wird - anders als bei den Fusionsüberlegungen - sicherlich auch in den übrigen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Bersenbrück auf breite Zustimmung stoßen.

Manfred Krusche
Eichendorffstraße 10
49593 Bersenbrück
Vorsitzender des SPD-Samtgemeindeverbandes Bersenbrück

Redaktioneller Hinweis: Ein Leserbrief gibt allein die persönliche Meinung des Verfassers wieder


Kommentare (1)

1 Fusion Ankum / Bersenbrück
Geschrieben von: Axel Hüttmann

Genau das was Manfred Krusche hier schreibt habe ich in all meinen Leserbriefen auf www.ankum-online.de geschrieben. Und zwar bereits am 24. September 2008 und nochmals daraufhin gewiesen am 04. November 2008.

Schön das unsere Nachbarn aus Bersenbrück das mittlerweile auch so sehen. Ich stimme aber mit Manfred Krusche nicht dahin gehend überein, dass die „Initiative Pro Ankum" nicht einen maßgeblichen Anteil daran trägt. Meine Mitstreiter, Richard von der Haar und Horst Müller, denen mein aufrichtiger Dank hier nochmals gilt, und noch etliche mehr, haben mit mir unter dem Mantel der „Initiative Pro Ankum" 1282 Unterschriften in dem Bürgerbegehren gegen die Fusion mit Bersenbrück gesammelt.

Ich finde schon, und das lassen wir uns auch nicht nehmen, dass wir einen erheblichen Anteil an den Abbruch der Gespräche mit dem Ziel einer Einheitsgemeinde haben. Dafür war der Ärger für uns zu groß.

Die Gruppierung die versucht hat uns schlecht aussehen zu lassen, kam leider aus dem eigenen Ort. Deswegen hat es oftmals sehr geschmerzt den Weg der Vernunft weiter zu gehen. Aber wir sind ihn gegangen in der Hoffnung, dass die Vernunft siegt. Nun, und da sind wir uns alle einig, sollten schnell Gespräche gesucht werden, die unsere Zukunft und unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Zum Abschluß möchten wir uns bei all jenen bedanken, die uns zahlreich unterstützt und gesagt haben, macht weiter. Unsere Heimat und die Leute hier sind es wert nach vorne gebracht zu werden. Fehler sind auf beiden Seiten gemacht worden. Ich hoffe wir haben alle daraus gelernt und versuchen jetzt alle das Beste daraus zu machen. Packen wir es an. Pflegen wir wieder den Umgang, den Nachbarn miteinander pflegen sollten. Ich weiß, dass bei vielen Menschen hier die Bereitschaft dazu da ist.

Die „Initiative Pro Ankum" stellt hiermit ihre Arbeit ein.

Axel Hüttmann
Bersenbrücker Straße 21
49577 Ankum

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