Frühlingsmomente mit Blumen, Rädern und Dieselgeruch
Geschrieben von: Franz Raschke Mittwoch, den 29. April 2009 um 02:37 Uhr
Der Hatz TL 10 war die Attraktion beim Frühlingsfest im Pflegezentrum 
Im Hof, umrahmt von Hochbeeten mit Gemüse, einem Obstbaum-Spalier, Sonnenschirmen, einer Windmühle und dem leise plätschernden Brunnen, nahm sich Pflegedienstleiter Axel Spieker nun zunächst Zeit, um den Bewohnern und den zahlreich erschienenen Gästen die Absichten der Gestaltung des Innenhofes zu erläutern.
Die Eindrücke des Gartens mit den zugehörigen Gerüchen, lassen gerade bei den Menschen im ländlichen Raum immer wieder alltägliche Erinnerungen wach werden. Vor allem bei Frauen, die in ihrem Leben oft viel mit Gartenarbeit befasst waren. Für die Männer und deren „Dieselgespräche" wurde derweil ein alter Traktor in den Hof gestellt und dieses alte Gerät sollte später noch eine ganz besondere Rolle im Festprogramm spielen.
Eröffnet wurde das bunte Programm zunächst durch die Darbietung einer Kindergruppe des SV Fortuna Eggermühlen, die mit ihren Einrädern Schwung in den Hof brachte. Zumeist besuchen die Mädchen derzeit das 3. und 4. Schuljahr, aber auch eine Sportlerin aus der ersten Schulklasse beeindruckte gewaltig durch die spielerisch vorgetragene Balance.
Mit dem Tulpentanz und dem Lied „Tulpen aus Amsterdam" wurde die sportliche Aktivität sogleich auf alle Festteilnehmer ausgedehnt und dank der einfachen Choreografie war es wirklich für jeden möglich, dem Aufleben nach der tristen Winterzeit motorischen Ausdruck zu verleihen. Ganz gleich, ob nun im Rollstuhl sitzend, am Kaffeetisch verweilend oder gerade erst - wie Geschäftsführer Ralf Brinkmann - vom Verwaltungssessel aus zum Fest geeilt. 
Nach einem gemeinsamen Singen mussten sodann die Mädchen des SV Fortuna nochmals ran und quasi an die Glückstrommel. Der erste tierische Bewohner des Pflegezentrums, ein Kanarienvogel, war bislang namenlos und sollte nun endlich einen Namen erhalten.
Die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses hatten Vorschläge eingereicht und die sportlichen Mädchen trafen nun per Auslosung die Entscheidung. Der Vogel selbst, er heißt ab sofort „Niels", schaute dem Geschehen aus dem 1. OG durch das Fenster zu.
Einem neuerlichen gemeinsamen Gesang folgte dann der Höhepunkt des Festes und damit kam wieder jener Traktor ins Spiel, welcher im Innenhof des Hauses gefangen ist.
Denn tatsächlich gibt es für den Hatz TL 10 – Baujahr 1958 – hier keine Ausfahrtmöglichkeit mehr. Zwei Tage bevor in der Bauzeit des Hauses die Fenster eingesetzt wurden, schafften die Mitarbeiter der technischen Abteilung den Trecker aus Stemwede (Regierungsbezirk Detmold) heran und knapp vor Türschluss in den Innenhof. Danach galt: „Mauerloch zu und Ende der Reise!" 
Beim heutigen Frühlingsfest sollte nun der Motor des Traktors (1-Zylinder-/2-Takt-Wirbelkammer-Diesel) auf den Punkt genau gezündet werden und den Dieselgeruch aus alten Zeiten verbreiten. Für Reinhold Wehberg, dem Traktorbeauftragten, womöglich ein Anlass für vorhergehende schlaflose Nächte.
Doch die Technik hielt ihr jahrzehnte altes Versprechen und der Trecker fuhr an den applaudierenden Gäste vorbei knappe 10 Meter vor und zielgenau zurück. Dass er damit seiner Rolle im Niels-Stensen-Pflegezentrum schon vollständig genügte, ist nicht anzunehmen. Der alte Hatz TL 10 soll bald wieder eine Rolle spielen.
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