Feuerwehrflugzeug in Damme muss bleiben!
Geschrieben von: opm Samstag, den 04. April 2009 um 00:18 Uhr
Bachmann, Experte der Landtagsfraktion in Sachen Feuerwehr und im zuständigen Fachausschuss des Landtages, berichtete zunächst über eigene Erfahrungen in seiner zwanzigjährigen Zeit als aktiver Feuerwehrmann. Feuerwehren seien nicht Angelegenheit einer Partei sondern der ganzen Gesellschaft, führte er aus. In seinem inhaltsreichen Vortrag ging er unter anderem auf die sehr unterschiedlichen örtlichen Strukturen in Niedersachsen ein.
Die dezentrale Organisation müsse erhalten bleiben, so Bachmann. „Bekommen wir englische Strukturen, haben wir keine Entstehungsbrände mehr. Wir haben nur noch Großbrände", so der Abgeordnete. Darum müsse das deutsche Feuerwehrsystem bis in die kleinste Ortsfeuerwehr erhalten bleiben. Die verpflichtende „Bunte Leitstelle" unter Polizeiregie sei der falsche Weg. Führungsstrukturen der Polizei seien nicht vergleichbar mit denen bei den Feuerwehren (Technische Einsatzleitung vor Ort). „Feuerwehr ist Bürgerengagement, ist nicht staatlich", sagte Bachmann. Poppe und Bachmann forderten ferner mit Blick auf die häufigen Einsätze auf Autobahnen, die Feuerwehren im Gegenzug auch aus Mauteinnahmen zu finanzieren.
Eine sehr nachdrücklich vorgetragene Bitte erhielten die Abgeordneten in der anschließenden Diskussion von Kreisbrandmeister Herbert Zerhusen mit auf den Weg, nämlich sich für den Standort Damme im Feuerwehrflugdienst einzusetzen. Claus Peter Poppe dazu: „Das nehmen wir als Einsatzauftrag!" Und Klaus-Peter Bachmann wurde konkret: „Ich werde in Hannover in geeigneter Weise und mit Nachdruck die Beschaffung einer neuen Maschine für den Feuerwehrflugdienst in Damme vertreten. Die SPD-Landtagsfraktion kann nicht einsehen, warum Landesmittel an den Landesfeuerwehrverband für die Standorte Peine und Lüneburg geflossen sind und nicht für Damme. Der Innenminister muss hier schnellstens handeln, um auch im Nordwesten Niedersachsens die Wald- und Flächenbrandüberwachung wieder einsatzfähig zu machen." Kameras ersetzten nicht die feuerwehrtaktisch notwendige Einsatzführung aus der Luft, ergänzte Bachmann. Nach der Diskussionsrunde dankte der Vorsitzende des Feuerwehrverbandes Altkreis Bersenbrück, Franz Kruse, den Rednern für ihr deutlich gezeigtes Engagement zum Wohle der Feuerwehren.
Quelle: Mitteilung Büro MdL Claus Peter Poppe vom 03.04.09
Fortgeschrieben:
Am 20.05.09 erreichte uns zu diesem Thema folgende Mitteilung des Wahlkreisbüros Claus Peter Poppe:
SPD: Ministerium verweigert Feuerwehr-Flugzeug für Damme
Als „ausweichend und höchst unbefriedigend" bezeichneten die drei SPD-Landtagsabgeordneten Karin Stief-Kreihe, Klaus-Peter Bachmann und Claus Peter Poppe die Antwort der Landesregierung auf ihre Anfrage, wann eine Ersatzbeschaffung für den Feuerwehr-Flugdienst am Standort Damme vorgenommen werden soll. Hintergrund ist, dass im letzten Jahr die in Damme stationierte Cessna verkauft wurde und bislang kein neues Flugzeug in Dienst genommen wurde. In der Antwort, die den Fragestellern nun zugegangen ist, wird auf die Installation eines digitalen Kamerasystems hingewiesen, das ab 2009 zur Überwachung dienen und ab 2010 vollständig einsatzbereit sein soll. Deshalb will das Ministerium auf ein drittes Flugzeug verzichten. Für die Festlegung geeigneter Standorte für die zwei noch verbliebenen Maschinen sei der Landesfeuerwehrverband zuständig. „Mit einer lapidaren Antwort werden wir hier vertröstet, und die Verantwortung wird mal wieder auf andere abgeschoben", so Claus Peter Poppe in seiner ersten Stellungnahme. Die Kameraüberwachung sei kein geeigneter Ersatz. Sofort informierte er Kreisbrandmeister Herbert Zerhusen, der sich ebenfalls schon vehement für die Ersatzbeschaffung eingesetzt hatte.
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