Eine neue Brücke der Hilfe zwischen Ankum und Brasilien
Geschrieben von: Franz Raschke Samstag, den 25. Oktober 2008 um 02:00 Uhr
Kolpinger stellen am 9. November ein neues Partnerschafts-Hilfsprojekt vor Ankum. (fr) Fernando war 5 Jahre alt. Auf der Straße lebend und hungrig stahl er gemeinsam mit seinem Bruder die Handtasche einer älteren Frau. Er wurde von der Polizei aufgegriffen und auf freiem Feld weitab aller Häuser von einem Polizisten erschossen. So berichtet Padre Benedikt aus Recife in Brasilien.
7 Millionen Straßenkinder gibt es in Brasilien. Für 150 Kinder von ihnen errichtete Padre Benedikt in Recife und in Arapiraca Kinderheime. Heime, in denen diese Kinder erstmals Würde, Anerkennung und Liebe erfahren. Auch eine pädagogische Förderung, so wie wir sie hierzulande kennen.
Viel wichtiger aber, sie werden dort bewahrt vor dem gewaltsamen Tod auf der Straße. Denn die Wahrscheinlichkeit als Kind oder Jugendlicher in den brasilianischen Slums eines gewaltsamen Todes zu sterben beträgt 1:20.
Straßenkinder in Elendsvierteln: Ein Leben in Armut, Angst und Gewalt ohne Aussicht auf ein besseres Morgen.
Mit der Arbeit von Padre Benedikt werden die Kinder aus dem Teufelskreis der Armut und Gewalt befreit und auf ein Leben in der Gesellschaft vorbereitet. Sie lernen das Zusammenleben, einen geordneten Tagesablauf und gehen in die öffentliche Schule.
Die Kinder werden rund um die Uhr durch Erzieher betreut. Eine psychologische und medizinische Versorgung gehört selbstverständlich dazu, denn die Kinder haben Grausames erlebt und sind oft in einem körperlich schwachen Zustand
Pater Benedikt Lennartz ist Deutscher, er hat sogar Verwandte in Ankum, und aus Hannover heraus koordiniert sein Vater die aus Deutschland kommende Hilfe. Eine Hilfe, die jetzt auch die Ankumer Kolpingsfamilie tatkräftig unterstützen will.
Mit dem neuen Partnerschafts-Hilfsprojekt "Brasilienhilfe Vida Nova Padre Bene" wollen die Kolpinger eine neue und dauerhafte Brücke von Ankum nach Brasilien schlagen.
Seit kurzem besteht ein regelmäßiger Kontakt mit Padre Benedikt in Brasilien und VIDA NOVA in Hannover. Verlässlicher denn je kann die Kolpingsfamilie, die sich immer schon für Hilfsprojekte einsetzte, nun verfolgen, ob die Hilfe ankommt und über die Erfolge berichten.
Während des Ankumer Fettmarktes am 9. November wird die Kolpingsfamilie mit einem Stand vor dem Rathaus ausführlich über das neue Partnerschafts-Hilfsprojekt informieren.
> Die Homepage der "Brasilienhilfe Vida Nova Padre Bene"
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