Von Ankum nach Madrid
Geschrieben von: Thomas Oeverhaus Dienstag, den 29. Dezember 2009 um 21:48 Uhr
Jäger Peter Pecher aus Spanien holt Welpen persönlich ab
Ankum. (to) "Jagd ohne Hund ist Schund", so lautet ein Sprichwort, das man immer wieder im Zusammenhang mit der Jagdausübung zu Gehöhr bekommt. Dieser Maxime hat sich auch Peter Pecher verschrieben. Seit über 35 Jahren ist der gebürtige Franke passionierter Waidmann, genauso lange lebt er aber auch schon in Spanien. 
In der Nähe von Madrid ist der ehemalige leitende Angestellte des deutschen Weltkonzerns Hoechst zu Hause, auf deutsche Jagdhunde verzichtet er aber auch auf der iberischen Halbinsel nicht. Von der spanischen Hauptstadt machte sich Pecher kürzlich auf, um bei Heinrich von der Haar aus Ankum-Rüssel einen Deutsch-Drahthaar-Welpen abzuholen.
Der brauchbare Jagdhund ist ein Spezialist, ein durchtrainierter Experte mit Fähigkeiten, auf die kein waidgerechter Jäger verzichten kann. Der Jagdhund ist in der Lage, wenn er richtig geführt, ausgebildet und trainiert ist, um Wildfährten im Wald, Feld oder auf dem Wasser zu folgen und Wild zu wittern, aufzuspüren und „hochzumachen", selbst schwachen Schweißfährten über Hunderte von Metern zu folgen, Wild zu stellen und nicht zuletzt erlegtes Wild zu finden, zu verweisen und unter Umständen auch zu apportieren.
„Deutsche Jagdhunde und das deutsche Jagdwesen genießen in der ganzen Welt einen ausgezeichneten Ruf", berichtet Peter Pecher aus eigener Erfahrung. In keinem anderen Land sind beispielsweise Zucht und Ausbildung der verschiedensten Hunderassen, die für die Jagdausübung Verwendung finden, so gut, wie in Deutschland. Kein Wunder also, dass Pecher seit Jahr und Tag auf deutsche Jagdhunde auch im fernen Spanien schwört.
Einer der insgesamt neun Deutsch-Drahthaar-Welpen aus der Zucht Heinrich von der Haars aus dem Ankumer Ortsteil Rüssel hatte es Pecher besonders angetan. „Es war der erste Wurf von meiner Hündin Eika, die Welpen kamen am Ankumer Kirmesmarkt Mitte September zur Welt", erinnert sich Züchter Heinrich von der Haar.
Durch Zufall kamen Käufer und Züchter via Internet in Kontakt, dort waren Fotos der jungen Welpen im „World Wide Web" veröffentlicht, die ihre Wirkung nicht verfehlten. „Die Chemie zwischen Heinrich von der Haar und mir passte sofort, ein paar mal haben wir telefoniert und E-Mails ausgetauscht, das reichte schon", erklärt Peter Pecher bei seinem Besuch in Ankum. Alle notwendigen Formalitäten wie Impfungen oder Zoll- und Einfuhrbestimmungen wurden im Vorfeld erledigt.
„Ich bin morgens in Madrid in den Flieger gestiegen, am Vormittag auf dem Flughafen Münster/Osnabrück gelandet, habe gegen Mittag im Ankumer See- und Sporthotel eingecheckt und am Nachmittag saß ich bei Kaffee und Kuchen in von der Haars bester Stube in Rüssel und habe den Welpen erstmals in meine Arme nehmen können", erzählt Pecher mit leuchtenden Augen, wobei man dem sympathischen Franken seine Tierliebe und echte Freude an dem Welpen sofort abnimmt.
Am nächsten Tag ging es bereits zurück nach Madrid, dort wird dann Peter Pecher mit seinem in Rüssel zur Welt gekommenen Deutsch-Drahthaar demnächst zur Jagd gehen. Beim nachmittäglichen Kaffeeplausch in der besten Stube des Hauses von der Haar wurden sich Käufer und Züchter rasch einig, auch zukünftig in Kontakt zu bleiben, um über das Wachsen und Werden des (noch) kleinen Welpen auch im fernen Ankum-Rüssel stets informiert zu sein – Internet und E-Mail sein Dank!
Text und Foto: Thomas Oeverhaus
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