Seit Jahrhunderten erklingt das „Lienesch-Middewinter-Singen"
Geschrieben von: Thomas Oeverhaus Dienstag, den 22. Dezember 2009 um 22:20 Uhr
Glühwein und Waffeln für die „Ohrenzeugen" - Lautsprecher für die Akustik
Ankum. (to) Es ist ein uralter Brauch, ehemals entstanden auf dem Hof Lienesch in der Bauernschaft Tütingen. Am Tage vor Heiligabend steigen Ankumer Männer auf den hohen und wuchtigen Turm der St. Nikolaus-Kirche, um hoch über den Dächern des Dorfes uralte Weihnachtslieder zu singen. Unterbrochen von kräftigen Tuba-, Trompeten- und Posaunenklängen und dem typischen Ankumer „Beiern".
Dieses „Beiern", welches zwischen alten Gesängen wie „Auf Fürsten, auf von Eurem Thron" und „Triumph, Triumph, die Zeit ist da", und der Musik ertönt, bedeutet ein eigentümliches Ankumer Glockengeläut, bei dem die Klöppel der drei großen Glocken von vier ausgesuchten Männern per Hand geschlagen werden.
Um den Gesang der wohl wieder über 100 Sänger mit gutem Klang vom 80 Meter hohen Turm bis hinab zu den Marktbögen am Fuß der Kirche zu tragen, wird auch morgigen Mittwoch eine kraftvolle Lautsprecheranlage oberhalb der Marktbögen installiert.
Für das Wohl der von Jahr zu Jahr mehr werdenden „Hörlustigen", in den vergangenen Jahren gab es auf „Alten Marktplatz" stets einen regelrechten Ansturm von „Ohrenzeugen", sorgt derweil wieder die Ankumer Frauengemeinschaft, mit Glühwein und Waffeln vor dem Landhotel Schmidt.
Wer sich das Erleben dieser althergebrachten Sitte, die insbesondere vom Ankumer Heimatverein seit Jahrzehnten aufrecht erhalten wird, nicht entgehen lassen möchte, sollte sich, wie in allen Jahren zuvor, am 23. Dezember pünktlich um 18:00 Uhr an den Marktbögen vor dem Hotel Schmidt einfinden. So wie eben auch jene Gäste, die sich für dieses besondere Ereignis alljährlich aus der Ferne auf den Weg ins Ankumer Dorf machen.
Mitteilung und Fotos: Thomas Oeverhaus
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