Kolping unterstützt brasilianisches Hilfsprojekt

Errichtung eines Begegnungszentrum geplant 

Das Logo der Brasilienhilfe Vida NovaAnkum. (anl) Seit gut einem Jahr unterstützt die Kolpingfamilie Ankum das Projekt „VIDA NOVA“ von Pater Benedikt Lennartz ideell und vor allem finanziell. Viel konnte in dieser Zeit mit Hilfe der Kolpinger erreicht werden – Spendergelder halfen bei der Realisierung zweier konkreter Projekte und die Menschen hier vor Ort wurden für die verheerende Lebenssituation der brasilianischen Straßenkinder sensibilisiert.

Zustande gekommen ist die Partnerschaft zwischen Pater Benedikt Lennartz und der Kolpingsfamilie Ankum durch verwandtschaftliche Kontakte: Pater Benedikt ist der Neffe des ehemaligen Kolpingvorsitzenden Wilhelm Haskamp. Er hat sich der Hilfe für die Ärmsten der Armen verschrieben und ist im Nordosten Brasiliens tätig, wo er sich für vor allem für Straßenkinder einsetzt und stark macht

Der neue Spielplatz lässt keine Wünsche offen und wird von den Kindern eifrig genutzt.Im letzten Jahr organisierten die Kolpinger im Rahmen des Fettmarktes die Aktion „Kolpingkinder für Straßenkinder“, bei der Kinder Knicklichter verkauften. Außerdem konnten sich Interessierte anhand von Flyern, Fotos und Berichten über die Situation in Brasilien und natürlich das Projekt „VIDA NOVA“ informieren. Viel Geld kam bei dieser Spendenaktion zusammen und so war es Pater Benedikt möglich, den Sportplatz in Arapiraca mit einer Beleuchtung auszustatten, damit dieser auch in den Abendstunden genutzt werden kann. Dadurch ist eine Vermietung möglich, die Geld einbringt, um die Trainer für die Kinder zu bezahlen.

Und ein weiteres Projekt ist mittlerweile realisiert worden: Ein Spielplatz am Kinderheim Lar Sao Domingos Savio wurde fertig gestellt. Die Zahl der kleinen Kinder im Heim wird stetig größer, die Einrichtung musste entsprechend den neuen Bedingungen besser angepasst werden. Deshalb wurde im Dezember 2008 mit dem Bau eines Spielplatzes begonnen, der dann aufgrund fehlender Mittel für einige Zeit stillgelegt werden musste. Mit der Unterstützung der Kolpinger konnte der Bau fortgesetzt und zu Ende geführt werden.

Das Projekt hat allerdings mehr Zeit in Anspruch genommen, als geplant: Nach Fertigstellung des Geländes hatte die Regenzeit begonnen und es stellte sich heraus, dass das Wasser sich fast im gesamten Gelände ansammelte. Alle Spielgeräte wurden wieder abgebaut und der Bereich um ungefähr 40 cm aufgeschüttet (= 16 Lkw Erde!).

Das Modell des neuen Begegnungszentrum mit einem Kirchbau und SportplatzIm August 2009 konnten die Arbeiten jedoch abgeschlossen werden. Aufgrund der entstandenen Kontakte zu vielen Kolpingern beschäftigte sich Pater Benedikt etwas näher mit dem Kolpingwerk und einem möglichen Beitritt. „Wenn Menschen ein Ziel haben, und es versuchen in Gemeinschaft zu erreichen, können wir vieles in unserer Welt verändern. Das habe ich am Beispiel der Menschen in der Kolpingsfamilie erfahren.“, so Pater Benedikt, der seit Anfang 2009 nun auch Kolpingbruder ist. Und viele Menschen müssen auch mithelfen, damit Pater Benedikt sein nächstes Projekt stemmen kann: die Errichtung des Zentrums der Begegnung „Comunidade VIDA NOVA“ in Craibas, seiner riesigen Pfarrei. Als Pfarrer fühlt sich Pater Benedikt ganz besonders den Kindern und Jugendlichen verbunden, die ohne Zukunftsperspektiven ziellos und hilflos auf den Straßen leben. Die schon bestehenden Heime reichen nicht aus, darum ist es wichtig, den Kindern zu helfen, bevor sie in der Ausweglosigkeit sich selbst verlieren.

Pater Benedikt plant daher eine „Zentrum der Begegnung“, das für die Kinder und Jugendlichen ein Zufluchtsort sein soll, an dem sie sich aufhalten und spielen können, betreut, beraten und weitergebildet werden

Die ersten Arbeiten für das neue Begegnungszentrum sind getanMit den Angeboten des sozialen Zentrums sollen die Kindern und Jugendlichen dazu bewegt werden, sich von der Straße zu lösen, um Wege in ein sinnvolles Leben zu finden: Erziehung, Ausbildung, persönliche Freizeitgestaltung und religiöse Bildung sind Schwerpunkte der Arbeit. Neben einer kleinen Kirche als spirituellem Mittelpunkt werden einige Räume errichtet, die als Mehrzweckräume für verschiedene Aktivitäten gedacht sind. Um auch während der Regenzeit aktiv sein zu können, soll ein Teil des Hofes überdacht werden für weitere sportliche und handwerkliche Angebote und Beschäftigung. Dazu gehört auch die Einrichtung eines Fußballplatzes, der aufgrund der früh hereinbrechenden Dunkelheit abends und nachts beleuchtet sein wird.

Wie in den VIDA-NOVA-Kinderheimen wird auch eine „Fußballschule“ eingerichtet, weil die Gewöhnung an Disziplin, Leistung, Teamarbeit, Toleranz und Fairness gerade für diese Kinder von besonderer Bedeutung ist. Mit viel Idealismus ist Pater Benedikt mit seinen Leuten dabei, die Idee dieses Gemeindezentrums umzusetzen. Nur kann man mit Idealismus weder Betreuungskräfte bezahlen noch Baumaterialien finanzieren und somit ist auch dieses Projekt von finanzieller Unterstützung abhängig.

Pater Benedikt feiert eine Messe im KinderheimDie Ankumer Kolpinger möchten wieder ganz punktuell unterstützen und planen die Finanzierung der Inneneinrichtung. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es von der Kolpingsfamilie auch in diesem Jahr wieder auf einem Info-Stand auf dem Fettmarkt am kommenden Sonntag.

Da können sich Interessierte über die Lebenssituation der Straßenkinder, die Arbeit von Pater Benedikt und das aktuelle VIDA-NOVA-Projekt informieren und durch den Kauf von Kolping-Grablichtern unterstützen. Durch den direkten Kontakt mit Pater Benedikt bekommt der Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Markus Heitmann, immer mal wieder Fotos, Projektberichte und Erläuterungen, die aus dem täglichen Leben des Pfarrers berichten. So kam dann auch die Idee, das aktuelle Projekt wieder ganz konkret zu unterstützen.

Wer spenden möchte, kann dies gern tun: Spendenkonto: Kath. Kirchengemeinde St. Nikolaus Ankum, Kto.-Nr. 123 203 96 bei der Kreissparkasse Ankum, BLZ 265 515 40, Verwendungszweck: Spende VIDA NOVA. (Infos auch im Internet: www.kolping-ankum.de).

Die Kolpingsfamile Ankum bedankt sich für jeden Euro – auch im Namen von Pater Benedikt und der brasilianischen Straßenkinder.

Text: Anita Lennartz / Fotos: Vida Nova

Weiter lesen:
> Die Homepage der "Brasilienhilfe Vida Nova Padre Bene"

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