Ein tolles Team schaffte in Ankum den Weltrekord

Ankum. (fr) So geschehen des gestrigen Abends in Ankum, im Osnabrücker Land. Erstmals seit Menschengedenken legte ein Team von 5 Leuten ein ganz besonderes Stück Fisch in die Pfanne, wendete es zweifach und entnahm es unversehrt aus dem siedenden Fett. Hier die Geschichte der Ideen und Pannen auf dem Weg zum Triumph, zum Weltrekord. Mit diesem Material galt es umzugehen. Fisch gefroren 25 cm lang

Von der Neugierde zur Idee
Frank Bruns ist Zeitungsleser und las eines zurückliegenden Tages von einer abenteuerlich erscheinenden Unternehmung. In der Hansestadt Bremen wolle Küchenmeister Michael Gorich das größte Fischstäbchen der Welt backen. Neugierig geworden und mit einer Videokamera bewaffnet, fuhr Bruns an den Ort des Geschehens und notierte eifrig mit. Länge 1,20 Meter, Breite 30 Zentimeter, Gewicht 16 Kilo, aber die Kamera registrierte auch die Sorte des Bratfettes und allerlei mehr. Noch auf der Heimfahrt war sich der Ankumer Fischexperte sicher: Dieser Rekord ist zu schlagen.

Experten tauschten sich aus
Um weiterdenken zu können, brauchte es nun eine neue Zielmarke. 4 Meter Länge setzte Bruns fest und griff damit gedanklich enorm weit. Wie dafür eine geeignete Pfanne bauen und noch wichtiger, wie diese Pfanne gleichmässig beheizen? Zudem sollte das neue Rekordstäbchen nur eine Breite von 6 Zentimetern haben und damit wurde es besonders heikel. Denn solch einen dünnen und extrem langen Fischstab wendet man nicht einfach so im Fett. Teamchef Frank Bruns: Für den Notfall eine Flasche Baldrian in der Tasche.Dieses aber ist eine Pflichtübung beim Braten eines Fischstäbchens.Experten und Freunde aus vielen Fachrichtungen begannen sich auszutauschen und die Idee nahm konkrete Formen an.

Laborversuche und beginnender Zeitdruck
Der wesentliche materielle Baustein war ein gefrorenes Fischstück mit den HBL-Maßen 5/6/25 Zentimeter. In Ankums Fischdiele begannen die Testversuche. Wie lange braucht man, um diesen Block bei welcher Hitze zu braten ? In welchem Moment ist der Fischstab am stabilsten, um ihn zu wenden ? Welche Fischsorte ? Welches Paniermehl ? Dann wurde die speziell gefertigte Pfanne geliefert, aber der wichtigste Apparat fehlte. Jener ausgedachte Drahtkäfig, in den der endlos lang wirkende Fischstab gezwungen werden sollte. Die notwendigen Metalle waren noch nicht geliefert worden, das große Vorhaben trat auf der Stelle, die Zeit wurde langsam eng. Gleichzeitig hatte mittlerweile die Tagespresse groß berichtet, ein Zurück gab es nicht mehr.

Am Tage vor dem Weltrekordversuch
Kameraden der Ankumer Feuerwehr achteten aufmerksam auf den Brennpunkt.Nun war alles bereit, um das Gesamtkonzept des Ausgedachten erstmalig zu probieren. Das Test-Fischstäbchen hatte eine Länge von 1 Meter. Es gelang, die Pfanne gleichmässig zu erhitzen, das Wenden prinzipiell auch, aber das Stäbchen backte im konstruierten Käfiggerüst fest. Oder treffender gesagt: Es war am Ende des Versuches kaputt. Der Lösungsansatz: Das Backpapier soll anders eingelegt werden, aber für einen neuen Versuch blieb keine Zeit mehr.

Am Tag Null: Pleiten, Pech und Pannen
Kurz nachdem wir am Vormittag die SMS erhielten, dass das erste Meter gefrorenes Fischstäbchen zusammengedübelt sei, wurde klar, das bestellte Zelt kommt nicht. Derweil zogen Regenwolken über Ankum. Ein Braten im siedenden Fett unter freien Himmel wäre unverantwortlich gewesen. Also wurde mit der Kraft vieler Freunde heftig improvisiert. Palettenbau auf Bierdeckeln, schnell noch eine Dachlatte unter der zu schräg stehenden Pfanne. Irgendwie fand sich für alles noch eine Lösung. Doch gleich darauf das Pannen-Bonbon: Der Strom war weg. Ausgerechnet in jenem Bereich in der Music & Sportsbar Brothers, in dem DJ Pimubo am Abend für die passende Stimmung sorgen sollte, gingen die Lichter aus. Die Musikanlage, die Kühlaggregate, die angeschlossene Imbißbude... vielleicht etwas viel Elektrik?

19:00 Uhr: Temperatur messen
Ab 19:00 Uhr war dann aber sofort die Pannenserie abgesagt und von einem leichten Wind gekühlt heizten die Gasbrenner unter der Langpfanne das Fett langsam auf. Immer wieder wurde gemessen, wann wohl die richtige Temperatur für das Anbraten erreicht sein würde.Ein ganz lieber Gast. Ralf grüsste seitens der Aktion Benni und Co
Unterdessen füllten sich vor dem "Brothers" bereits die Bänke an den Tischen und die Partypeople der Wild Life Fun Tour begannen sich als eigens angereister Fischdielen-Fanclub warm zulaufen. Kameraden der Ankumer Feuerwehr wachten derweil in gelassener Aufmerksamkeit über das Geschehen im Brennpunkt.

19:51 Uhr: Suppenmarsch
Nun war es soweit. Ankums "Fischdealer" hatte entschieden: Die Temperatur passt und das Fischstäbchen muß her. Unter den Klängen des Suppenmarsches brachten seine Teamkolleginnen vier gefrorene Fischstäbe vom Kühlwagen ins Zentrum des Geschehens. Rasch waren diese vier Meterstreifen miteinander verbunden und das Panieren begann. Sorgfältig bestrichen fügte das Team den Fischstab daraufhin in ein umschliessendes Drahtgerüst und so konnte es bald danach (20:12 Uhr) ins Fettbad eingelegt werden. 157,9 Grad mass die Temperatur des Bratfettes kurz darauf gemessen.

Ralf, ein besonders lieber Gast
Hintenrum mußte er mit seinem Elektrorollstuhl heranfahren, denn gleich vorne waren einfach zu viele andere Gäste an den eng gestellten Tischen. Doch dann stand der junge Mann für eine kurze Zeit für alle Beteiligten im Mittelpunkt. Für ihn und für viele andere Kinder die bundesweit unter der immer noch unheilbaren Muskeldystrophie vom Typ Duchenne leiden, hatte das Team der Ankumer Fischdiele die große Aufgabe auf sich genommen. Klicken Sie doch bitte einmal auf www.benniundco.de Immer wieder auf Infojagd und Stimmungsgarant: Dj Pimubo am Fensterplatz

20:51 Uhr: Das erste Wenden des Fischstäbchens
Wir mögen Fischstäbchen gern beidseits knusprig. Also galt es das 4 Meter lange "Stäbchen" im Fett zu wenden. Dieses war nun zwar schon in einem Käfiggerüst gesichert, aber dieses Gerüst konnte sich angesichts der Länge und der hohen Hitze rasch verformen. Also eine nächste kritische Aufgabe für das eingespielte Team der Ankumer Fischdiele, die perfekt gelöst wurde. Für das Fischstäbchen der Beginn einer neuen Ruhephase.

DJ Pimubo auf der Infojagd
Raumenge ist ein für Einraumkneipen typisches Problem. So auch gestern im "Brothers". Das Fischstäbchen und die Hilfe für die Aktion Benni und Co standen erst einmal für alle im Vordergrund. Folglich musste Ankums DJ Pimubo mit einer Platz in einer Ecke Vorlieb nehmen. An sich für den Unterhalter kein Problem, nur konnte er von dort aus das Geschehen auf dem Platze nicht verfolgen. Also lief er zwischen den Musikstücken immer wieder zu einem anderen Fenster oder hoffte auf Botschafter, die ihn über das Geschehen informierten. All dies funktionierte tadellos. Es ist gelungen. Das 4,06 Meter Fischstäbchen unversehrt aus dem Käfig

21:13 Uhr: Das Ding ist zu weich
Die Gasflaschen entleerten sich mehr und mehr, die Hitze des Fettes drohte zu fallen, das Fischstäbchen wurde nochmals gewendet und dann winkte uns Ankums Fischdealer heran. Der Gabeltest machte deutlich, das Fischstäbchen ist noch immer sehr weich. Das Team mußte eine Lösung finden, der Rekord stand an unerwarteter Stelle auf der Kippe.

21:19 Uhr: Raus damit und drückt uns die Daumen
Der große Moment. Fotografen an wirklich jeder Ecke, viele Zuschauer direkt an der Pfanne und ein moderierender DJ am Fensterplatz. Das Fischdielen-Team setzte jetzt alles auf die eine Karte des richtigen Zeitpunktes und holte das Fischstäbchen in die Luft der beginnenden Partynacht. Sehr vorsichtig begann Teamchef Frank Bruns den Deckel des Drahtgerüstes zu lösen, ebenso behutsam stürzte das Team dann das Fischgerüst. Langsam, denn beim Test passierte gerade hierbei die Panne, hob dann das Team gemeinsam den Rest des Drahtzwingers empor und trat wortlos einen Schritt zurück. Vor ihnen lag ein gänzlich unverletztes 4,06 Meter langes Fischstäbchen.Die Weltrekordler von vorn nach hinten: Petra Bialuschewski, Nadine Meyer, Heike Bruns, Alwina Klund und Frank Bruns
Der Weltrekord war geschafft und einige Sekunden später liess sich das Glück in den Augen der Teammitglieder ablesen.

Und nun rollte die Partywelle
Gratulationen, Interview und ein feiernder Fanclub, leckere Happen vom Rekord-Fisch und kein Halten mehr für DJ Pimubo. Ab sofort rollte am Brothers die Partywelle und so als wolle man dabei die Länge des Fischstäbchens noch übertreffen, reichte die Feier bis in die frühen Morgenstunden.

Die Weltrekordler
Fünf Fischexperten haben in Ankum auf ihr Können sowie auf die Hilfe vieler Freunde vertraut und sie haben es gemeinsam mit diesen Freunden für die Aktion Benni und Co geschafft. Heike und Frank Bruns, Nadine Meyer, Petra Bialuschewski und Alwina Klund. Wir gratulieren diesem außergewöhnlichen Team sehr herzlich.

Weiterlesen:
> Homepage Benni und Co
> Tip: Highwayman on Tour

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