Mit einer massiven Barriere behaftet: Der Bahnhof Bersenbrück

Bremst eine Petition an den Landtag die  Beseitigung des bekannten Übels?

(fr) Der Bahnhof Bersenbrück stellt sich mit der Fußgängerbrücke über die Bahngleise – ohne Fahrstuhl für Gehbehinderte  - weit abseits der allseits geäußerten und vielerorts befolgten Forderung nach einer Barrierefreiheit für behinderte Mitbürger. Zuständig ist die Deutsche Bundesbahn im Dialog mit der sich streitenden Kommunalpolitik.

090821_01Seitens der Politik in der Stadt Bersenbrück, in der Samtgemeinde, im Landkreis bis hinauf zum Landtag ist derweil zunächst unstrittig, dass eine behindertengerechte Lösung am Bahnhof Bersenbrück dringend erforderlich ist. Es sei nicht hinnehmbar, dass gehhinderte Menschen einen Umweg über einen anderen Bahnübergang in Kauf nehmen müssen, nur um den richtigen Bahnsteig zu erreichen. 

Die Deutsche Bundesbahn sieht es in der Zusammenarbeit mit der Landesnahverkehrsgesellschaft bislang anders und macht die Möglichkeit zur Anschaffung eines Fahrstuhls von der Zahl täglicher Fahrgäste abhängig. Die Zahl der täglichen Ein- und Ausstiege am Bahnhof Bersenbrück müsse die Zahl 1000 überschreiten.

Die Grünen und der Verband „Pro Bahn „ zählten im Anschluss und im April dieses Jahres einmal nach und notierten 1123 Fahrgäste während eines willkürlich ausgewählten Tages und richteten zuletzt eine Petition an den Niedersächsischen Landtag, um die Anschaffung eines behindertengerechten Fahrstuhls zu erreichen.

Gerade aber diese Petition bremse nun den Fortgang der Gespräche zwischen den politischen Vertretern der Stadt und der Samtgemeinde Bersenbrück mit der Bundesbahn, der Landesnahverkehrsgesellschaft und dem Verkehrsministerium des Landes Niedersachsen. So jedenfalls äußerte sich der CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Coenen laut eines Artikels im Bersenbrücker Kreisblatt vom 20.08.09.  Die „guten, zielführenden und vertrauensvollen Gespräche“ würden nach Eingang der Petition in Hannover nun zunächst auf Eis gelegt. (Hier der ungekürzte Artikel im Bersenbrücker Kreisblatt)

Auf diese Mitteilung in der Tageszeitung reagierten die Grünen in der Samtgemeinde Bersenbrück am gestrigen Tag  mit scharfen Äußerungen und forderten den Landtagsabgeordneten Coenen auf, „das  Anliegen des Aufzuges im Landtag konsequent zu unterstützen“.  Wenn er dieses nicht könne, solle er „schnellsten in Hannover seine Koffer packen“.  (Hier der vollständige Text der Mitteilung)

Strittig ist somit wohl noch der richtige Weg und die richtige Art des Engagements, um bei der Deutschen Bundesbahn ein Einsehen zu erreichen und durchaus nachdenkenswert erscheint mittlerweile, ob sich hierbei die über Parteigrenzen hinweg aktiven Politiker nicht bereits gegenseitig die Steine vor die Füsse werfen.

Zur weiteren Information:

> 21.08.09  Stebke: „Bahnbrücke am Bersenbrücker Bahnhof ist ein Skandal!“
> 20.08.09 „Ansonsten sollte Coenen die Koffer packen“
> 20.08.09 „Fußgänger-Bahnbrücke: Coenen kritisiert die Grünen“
> 13.05.09 „Weissmann: Druck“
> 27.04.09 „1123 Fahrgäste am Bersenbrücker Bahnhof gezählt“
> 07.04.09 „Bahnhof: Zahlen werden ausgewertet“
> 01.11.08  „Ärgernis für die Rollis“

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