Die Ankumer Kirchenburg birgt noch viele Geheimnisse

Kräftige Stützen sichern die Mauer an dem ersten der bislang zwei Grabungsschnitte.Archäologen sind auf Spurensuche an der nördlichen Einfriedungsmauer 

Ankum. (fr) Wie bedeutsam war Ankum in historischer Zeit, wie alt ist die Ankumer Kirchenburg tatsächlich und welche Funktion kam der mittelalterlichen Dorffestung zu?

Den Antworten auf diese und weitere Fragen  wollen sich Mitarbeiter der Archäologie in Stadt und Landkreis Osnabrück seit Beginn dieser Woche mittels Ausgrabungen auf der Kirchenburg nähern.

Unter der Leitung des Archäologen Sebastian Möllers wurden zunächst zwei Grabungsschnitte an der nördlichen Einfriedungsmauer gesetzt und Erdschichten mit einer Tiefe von je 10 Zentimetern sorgsam abgetragen. Bisher kann über die gefundene Gipsstatur wenig gesagt werden. Genaueres ergibt erst die spätere Untersuchung des Fundstücks.

Die auf diesem Wege bis zum heutigen Morgen sichtbar gewordene Schicht mit verschiedenen Färbungen und Strukturen, dürfte bereits der Schichtung im 10. Jahrhundert entsprechen. Die grundlegende Erdschicht wurde mit den bisherigen Grabungen jedoch noch nicht erreicht.

Zu Tage kamen bisher rund 500 Fundstücke, darunter zahlreiche Keramikbruchstücke, viele Knochen, kleinere Gegenstände und eine Gipsfigur, die vielleicht einmal eine Madonna darstellte.

Die Antworten auf die Fragen, wie alt die einzelnen Fundstücke tatsächlich sind und welche Auskunft sie zur Geschichte geben können, bleiben aber noch lange abzuwarten. Die Experten richten ihr Augenmerk vor allem auf die vielen Keramiksplitter, deren Alter sich mit wissenschaftlichen Methoden gut bestimmen lässt. Hunderte kleinster Fundstücke werden sortiert und katalogisiert. Ein Geschichtspuzzle für die Experten.

Ungewiss ist auch noch, ob die Fundstücke tatsächlich vom Ort stammen oder zugetragen wurden.

Die Grabungen, die noch ausgedehnt werden sollen, geschehen im Vorfeld einer in vier Bauabschnitten vorgesehenen umfassenden Sanierung der Ankumer Kirchenburg, die auch die Teilwiederherstellung der ursprünglichen Gestalt des Kulturdenkmals berücksichtigt. Ein Vorhaben, welches als „ein Segen“ für die Region betrachtet wird und sowohl touristisch wie kulturell bedeutsam werden kann..

Weiter lesen:
> Die Internetseiten der Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück

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