DRK-Altenheim jetzt als palliativkompetente Einrichtung zertifiziert

Wahrung der Würde und der Wünsche

Hannover/Ankum. (nk) Unter dem Leitspruch „Wahrung der Würde und der Wünsche" verwirklichte das Altenpflegeheim „Henry Dunant" in Ankum, DRK-Kreisverband Osnabrück-Nord, seinen Abschiedskoffer für die Palliativbetreuung. Mit diesem Koffer erinnern sich Trauernde und Mitarbeiter gemeinsam an den Verstorbenen. Um dies zu ermöglichen beinhaltet der Koffer neben einem Gedichtband ein Kreuz, eine Kerze, einen Blumenstrauß sowie das Bild des verstorbenen Bewohners. In Hannover stellte das jetzt als palliativkompetente Einrichtung zertifizierte Ankumer DRK-Altenheim seinen Abschiedskoffer für die Palliativbetreuung vor.

Dieses Projekt ist eines von vielen Einzelprojekten, die im Rahmen des Gesamtprojekts „Hospiz- und Palliativkompetenz in stationären Pflegeeinrichtungen des DRK" eingeführt wurden. Das Projekt umfasst auch die Einführung neuer Standards, zum Beispiel bestimmter Trauerrituale wie der Lebensbaum oder für orientierte Menschen oder Menschen mit Demenz die Schmerzerfassung, um Leiden zu lindern.

„Das Projekt war von Anfang an so angelegt, dass den Einrichtungen selbst viel Gestaltungsraum für die Entwicklung ihrer individuellen Palliativkultur gegeben wurde", so Brunhilde Brandes, Fachreferentin für ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen des DRK-Landesverbandes Niedersachsen. „Besonders gefallen hat mir das Engagement der Mitarbeiterinnen der Augusta-Schwesternschaft Lüneburg. Besonders mit dem Einsatz von Veeharfen erzeugen die Mitarbeiterinnen über die Musik Entspannung für Schwerstkranke und Leidende."

Prof. Dr. Helge-Detlef Schenk, Landesarzt des DRK-Landesverbandes Niedersachsen, fand zu jedem Projekt anerkennende Worte bei der Zertifikatsübergabe. Karin von Heimburg, Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes Niedersachsen, würdigte die Projektergebnisse und die Bedeutung für das DRK.

Gesine Meißner, Vorsitzende des Ausschusses für Sozial- und Gesundheitswesen im Niedersächsischen Landtag, lobte die Projektaktivitäten der Einrichtungen und fand mit ihren Worten ausdrücklich Anerkennung für die individuellen Leistungen.

Seit November 2007 wurde den Pflegekräften der Projekteinrichtungen didaktisches und methodisches Fachwissen vermittelt, das sich an den Bedürfnissen der Betroffenen, in erster Linie der Heimbewohner und der Angehörigen, orientiert. Mit dem während der Abschlussveranstaltung überreichten Zertifikat wurde den Projekteinrichtungen bescheinigt, dass sie palliativkompetente Einrichtungen sind. Der DRK-Landesverband hat für seine Mitgliedsverbände bereits zwei weitere Palliativprojekte initiiert. Das Palliativprojekt III hat zum Ziel, Ehrenamtliche Begleiter in der Palliativbetreuung mit einem 160 Stunden Kurs zu qualifizieren in Kooperation mit der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung Niedersachsen.

Text: Nicole Köhne / Foto: Privat

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