Eine beachtenswerte Bilanz schon im ersten Vereinsjahr

Der Förderverein des DRK Alten-/Pflegeheims traf sich zur Mitgliederversammlung Die Palliativmedizin war das Hauptthema des Abends. v.l. Heimleiterin Irene Mathlage, stellv. Vorsitzender Burkhard Dräger, Palliativmedizinerin Dr. Mechthild Kampmeyer

Ankum. (fr) Was bedeuten eigentlich die Begriffe Palliativmedizin oder Palliative Care ? Mit dieser Frage beschäftigte sich am gestrigen Abend der Förderverein des DRK-Alten- und Pflegeheim Ankum bei der ersten Mitgliederversammlung seit der Vereinsgründung.

Die Ankumer Palliativmedizinerin Frau Dr. Kampmeyer betonte in ihrem ausführlichen Vortrag zu Beginn der Versammlung,   dass man diese Form der Betreuung leidender und bald sterbenden Menschen, von dem Begriff der Sterbehilfe abgrenzen muss. Denn die Palliativmedizin ist gerade dann, wenn in den letzten Lebenstagen Schmerzen, Sorgen und Angst das Leben zu bestimmen beginnen, dem Leben zugewandt.

Mit einer kontrollierten Schmerztherapie, verstärkten Hilfs-, Pflege-, und Betreuungsmaßnahmen und  der engen Zusammenarbeit in einem professionellen Team, sollen die letzten Tage im Leben eines  Mitmenschen lebenswert und erträglich bleiben. Es gehe darum, nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben zu schenken. Der Gründungsvorsitzende Walter Naber ist schwer erkrankt. Ihn begleiten die besten Genesungswünsche der Vereinsmitglieder.(Archiv-Foto)

Die Teamarbeit bedeutet dabei immer ein enges Miteinander zwischen dem betreuenden Arzt, den besonders ausgebildeten Pflegekräften, den Therapeuten und der Seelsorge.

Es muss gemeinsam ein gutes Gespür dafür entwickelt werden, welche Hilfen der Leidende zu jeder Zeit benötigt.  Manchmal hilft eine verbesserte Schmerztherapie, in einem anderen Moment vielleicht nur ein kleines Hilfsmittel, welches dann jedoch die Lebensqualität deutlich erhöhen kann. Nur wenn die Individualität des betroffenen Menschen aufmerksam beachtet wird, kann Pallitativ Care, praktisch der aus allen Hilfen entstehenden schützende und helfende Mantel, wirklich funktionieren.

Frau Dr. Kampmeyer empfahl ihren Zuhörern, sich einmal daheim mit dem Lebenspartner einige wenige Stunden Zeit zu nehmen. Zeit, in denen man sich einmal selbst waschen, ankleiden und füttern lässt, so als könne man es allein nicht mehr. Eine Selbsterfahrung die helfen könne, die Situation der schwer erkrankten Menschen etwas nach zu fühlen.

Stellvertretend für den derzeit schwer erkrankten Vorsitzenden Walter Naber, dem die Vereinsmitglieder aus tiefsten Herzen eine möglichst rasche Genesung wünschten, konnten Burghard Dräger als 2. Vorsitzender und Kassenwart Edwin Anders nach dem Vortrag nur von einem überaus guten Start des Vereins berichten.  Walter Naber gestaltete als Vorsitzender einen sehr erfolgreichen Weg. Viele Antworten auch nochmals im neu gestalteten Wohntrakt. v.l. Irene Mathlage, DRK-Kreisvorsitzender Bernd Heinemann, Gerd Lahrmann, Dieter Hütten, Burkhard Dräger

In nur einem Jahr ist die Zahl der Mitglieder auf 53 angewachsen und das Vereinskonto weist bereits ein fünfstelliges Guthaben aus. Geld, welches zunächst noch weiter angespart werden soll.  Denn die sich vom Verein selbst gestellten Aufgaben sind durchaus kostenintensiv und öffentliche Kassen geben für die Schaffung der Palliativ Care-Strukturen keinen Cent.

Der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes OS-Nord Bernd Heinemann, auch Mitglied im Förderverein,  überbrachte Grüße und Dank des Kreisvorstandes und gratulierte zum erfolgreichen  Durchstarten des Fördervereins. Auf Nachfragen hin erläuterte er Finanzierungsmöglichkeiten und -grenzen durch das DRK und wie auch die jüngsten Baumaßnahmen im Ankumer Alten- und Pflegeheim nur durch die Inanspruchnahme eines DRK-Sozialfonds möglich wurden.

Den Erfolg dieser Baumaßnahmen, bei denen ein Wohntrakt gründlich modernisiert wurde, konnten die Vereinsmitglieder bei einer anschließenden Begehung in Augenschein nehmen.

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