Wenn Jägerlatein auf Fatzebuck trifft – dann ist Frauenkarneval in Kettenkamp
Geschrieben von: Anita Lennartz Montag, den 20. Februar 2012 um 04:58 Uhr
Ausgelassene Stimmung im Saal Stegemann
Kettenkamp. (anl) „Kettenkamper Frauenkarneval, da kannst Du was erleben bei uns hier in der Bütt!“ – Dass dieses Lied hält, was es verspricht, davon überzeugten sich am Donnerstag etwa 140 Frauen, die zum Frauenkarneval in den Saal Stegemann gekommen war. Wie üblich, spielten die Männer an diesem Abend eine Nebenrolle, drei von ihnen waren jedoch für die Musik, die Theke und das Filmen „zugelassen“.
Den Rest regelten die Frauen alleine und nach der Begrüßung durch Maria Gärke ging es auch gleich los: Tante Erna aus Wanne-Eickel (Gerda Theilmann) war mit ihrer ortsansässigen Bekannten (Tanja von der Haar) erschienen und die beiden ließen sich über Beerdigungsbesuche und schwarze Füße aus. Die KKV-Elferratsfrauen waren auch mit von der Partie.
Schon bei den Galasitzungen Ende Januar hatten Beatrix Ansmann, Petra Hollermann, Traute Kottmann, Silvia Küthe, Petra Lager, Anita Lennartz, Anne, Lisa und Petra Niedergesäß, Kerstin Ricker und Diane Schulte mit dem Auftritt ihre Männer überrascht, dieses Mal freuten sich die Frauen über „Gesang und Tanzeinlagen“.
Weiter ging es mit Clementine (Marlies Böhmann), die auf der Suche nach einer Waschschüssel weder in örtlichen Geschäften noch bei Fatzebuck fündig geworden war. Erst eine Sperrmüllabfuhr im Bruch brachten sie und das gute Stück zusammen. Ein Hauch „Großstadtflair“ kam mit Cindy aus Marzahn (Maria Gärke) auf die Bühne. Die „Möchte-Gern-Prinzessin“ hatte Urlaub in Kettenkamp gemacht, sich auf der Shoppingmeile von Blumen Stegemann bis zum „Kaufhaus des Südens“ über Neuigkeiten informiert und verblüffte mit Insiderwissen von „Fangeisentag-Festen“ (Silberhochzeit) und kirchlichen Haustiervermittlungsagenturen.
Kirchlich blieb es auch beim Vortrag, der in der „Apotheke am Herzen Jesu“ spielte: In der „katholischen Antwort auf die Gesundheitsreform“ wurde jedes Wehwehchen kostenlos behandelt, allenfalls der Übertritt von evangelisch nach katholisch war mit der Abgabe der „Medikamente“ verbunden. „Da gibt’s doch was von Kirche!“ wussten Franziska Kuhlmann und Johanna Kasfeld den Kundinnen Waltraud Kipp, Doris Schulte und Doris Hamberg stets zu sagen und war „Apotheker“ Gaby Kuhlmann fündig geworden, gab es noch ein „Gute Andacht – gute Besserung“ mit auf dem Weg.
Über die Regeln, die beim Jagen zu beachten sind, berichteten Bettina Bittner, Lisa Dettmer und Petra Hollermann: Frauen gehören nicht mit auf die Jagd, ein Fasan muss vor der Zubereitung ausgenommen werden und auch bei schlechtem Wetter kann man jagen gehen, waren dabei nur die wichtigsten.
Elke Stegemann und Birgit Kreye hatten sich in „Dieter und Heinrich aus der Irrenanstalt“ verwandelt. Auf einer Parkbank philosophierten sie über das Leben an sich und überhaupt und sorgten damit für Lacher im Publikum. Dass die Eggermühler Kirche aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums des Sportvereins Kettenkamp blau-gelb ausgemalt wird, wussten Toni (Karin Jenjahn) und Lisbeth (Anita Lennartz). Die älteren Damen hatten sich bei ihrem Besuch im Eis-Café einiges zu erzählen über Muschis und Hundys und „Zugezogene“ im Kolping-Vorstand.
Ob es ohne Nicole Küthe zu den tollen Tanzeinlagen gekommen wäre, ist fraglich: So aber glänzten die „Baby Bells“ mit Britta und Kristin Blonske, Chiara Dettmer, Anna Heyer, Johanna Kasfeld, Anne-Sophie Kottmann, Franziska Kuhlmann, Anna Skubel und Marie Viere sowie die „Rich Sweet Girls“ mit Manuela Hauk, Wiebke Pollmann, Katharina Skubel, Jana Wiegmann und Silvana Zeiser mit Einzelauftritten und einem gemeinsamen Tanz.

Auch die Volkstanzgruppe des Heimatvereins sorgte für Kurzweil und Stimmung: Renate Budke, Liesel Gosmann, Anne Kottmann, Christa Küthe, Agnes Lienesch, Ilsa Meyer, Ulla Rumker und Annette Trienen begeisterten mit ihrem Auftritt zum „Baby-Sitter-Boogie“.
Zum großen Finale wurde es auf der Bühne international: „Kettenkamp sucht das Supertalent“ hieß es und neben Moderator Marco Schreyl (Mechthild Heyer) waren selbstverständlich auch Dieter Bohlen (Daniela Trienen), Sylvie van der Vaart (Sabine Füßmann) und Bruce Darnell (Lisa Dettmer) erschienen.
Die Talente ließen allerdings zu wünschen übrig: Marlies (Böhmann) und ihr Hund Titus hielten genau so wenig, was sie versprochen hatten, wie der Tierimitator aus Wanne-Eickel (Gaby Skubel) oder die blonde Uschi (Bettina Bittner), die zumindest noch die Haare schön hatte. Erst „Susanne aus Kettenkamp“ (Christel Ernst) schaffte es, mit ihrem Lied „Blau und gelb ich liebe Dich“ die Jury so zu begeistern, dass Dieter sich zu einem „Hammergeil“ hinreißen ließ, Sylvie tatsächlich auch ihr Kichern vergaß und Bruce mit „Das war so toll, Baby“ fast zu Tränen rührte. Und auch das Publikum war den Tränen nahe – allerdings vor lachen.
Gut gelaunt ging es mit Musik in die „After-Show-Party“ und in Gesprächen kamen schon Ideen für Auftritte in zwei Jahren. Nach dem Karneval ist halt immer auch vor dem Karneval…
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