Daniel Eling vereinsamt als Vorsitzender der FDP SG-Bersenbrück
Geschrieben von: Franz Raschke Mittwoch, den 11. Januar 2012 um 07:42 Uhr
Rücktritt des Schatzmeisters zuletzt als "wichtiges Signal" - Mitglieder verlangen mehr Beteiligung an der politischen Arbeit
SG Bersenbrück. (fr) "Es gibt immer noch viele gute Leute in der FDP hier vor Ort", sagt Christian Pohlmann-Geers als ehemaliger Ratsherr der Gemeinde Ankum und als ehemaliges Mitglied der FDP. Und er denkt da an Bernd Rehme oder Martin Brinkmann, auch an die anderen der 10 Verbliebenen im Rund der Liberalen, nur der Vorsitzende Daniel Eling fällt ihm in dieser Betrachtung spontan nicht ein.
Mit Daniel Eling geriet Pohlmann-Geers schon in einen Disput, als Eling im Mai 2010 aus dem "Liberalen Aktionsbündnis" den Ortsverband der FDP in der Samtgemeinde Bersenbrück gründen wollte und gründete. Viel zu früh sei dieser Schritt, sagte Pohlmann-Geers damals.
Dann stand die Kommunalwahl 2011 an, damit auch "Elings Allein-Kurs", wie einige FDPler der hiesigen Samtgemeinde jetzt sagen. Viele Mitglieder fühlten sich zu wenig in die Vorbereitung des Wahlkampfes eingebunden, vermissten ein Konzept und ein gemeinsames Vorgehen. Seit der Wahl am 11. September ist die FDP nun in keinem Rat innerhalb der Samtgemeinde Bersenbrück mehr vertreten und wurde zum Zuschauer in der Kommunalpolitik.
Gleich mehrere Vorstands- oder Parteimitglieder kündigten daraufhin ihre Mitgliedschaft in der Partei, vornehmlich wegen der "FDP-Bundespolitik". Aber auch, weil sie die Zielrichtung des Ortsverbandes nicht mehr mittragen wollten und ihnen die Möglichkeiten der Mitwirkung nicht ausreichten. "Die Perspektive für eine konstruktive Arbeit ging verloren", begründet der Ankumer Christoph Meyer zu Holsten seinen Parteiaustritt weiterhin. Für den ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden Christian Pohlmann-Geers, der vor allem die Ankumer Politik zukünftig sehr aufmerksam beobachten will, spielte der Wunsch nach mehr Zeit für die Familie ebenso eine Rolle, aber auch die Arbeit des Vorsitzenden Daniel Eling führt er als ein bedeutendes Argument für den Parteiaustritt an.
Letztlich schrumpfte der Vorstand der FDP in der SG Bersenbrück somit bereits auf ein Mindestmaß, nun vor einem Treffen am vergangenen Samstag in Rieste trat auch der Schatzmeister vom Amt zurück. Diesen Rücktritt hätte Eling als wichtiges Signal verstehen können und sollen, sagt Ex-Schatzmeister Bernd Rehme aus Eggermühlen, der die FDP nicht verlassen will und in einem neu zu wählenden Vorstand wieder für ein Amt zur Verfügung stehen würde. Vorstandsneuwahlen gab es aber auch am vergangenen Samstag nicht, der Alleingang des Vorsitzenden ist vielmehr nun auch numerisch gegeben.
In einer telefonischen Stellungnahme bedeutete Daniel Eling, der auch 2. stellvertretender Vorsitzender im FDP-Kreisvorstand ist, dass er seine Arbeit als Vorsitzender des Ortsverbandes nicht in der Kritik sieht. Es habe keine unmittelbaren Aufforderungen zum Rücktritt gegeben. Während der Sitzung am vergangenen Samstag sei vereinbart worden, sich zukünftig wieder regelmäßig zu treffen und nun gemeinsam abzustimmen, wie diese Treffen gestaltet werden können. Man wolle sich jetzt gemeinsam auf die kommenden Themen einstimmen, wie beispielsweise auf die bald anstehende Wahl des Samtgemeindebürgermeisters oder die Landtagswahl 2013.
Seitens der Kreisgeschäftstelle der FDP Osnabrücker Land war keine Stellungnahme zu den Vorgängen im Ortsverband der FDP-Bersenbrück zu erlangen. Der Kreisgeschäftsführer Hans Jörn Möllenkamp, aus familiären Gründen derzeit nur halbtags tätig, sah sich nicht ausreichend informiert. Friethjof Jessen-Klingenberg aus Bad Iburg, ein "Urgestein" der FDP im Landkreis und Ehrenmitglied im Kreisvorstand, schaut derweil mit Sorge auf das Geschehen in vielen, vor allen in den kleinen FDP-Ortsverbänden. Mit Blick Richtung Bersenbrück bedauert Jessen-Klingenberg vor allem die vielen Parteiaustritte und dass Daniel Eling im September des vergangenen Jahres mit der Forderung nach einem Rücktritt des Geschäftsführers der Alfsee-GmbH eine Alleingang wagte, der ohne die Unterstützung der Parteimehrheit auskommen musste.
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