Olli, Matze und Tobi - Drei Yuppies in Kettenkamp

Kettenkamp. (opm) Sie sind die typischen ‚Young Urban Professionals’ jung, karrierebewusst, großstädtisch – es bedarf keiner ausgeprägten Vorstellungskraft sie sich auf einer schicken ‚After work Party’ in einer beliebigen deutschen Metropole vorzustellen.

Olli, Matze und Tobi - Drei Yuppies in Kettenkamp. (Foto: Cristina Schwietert)Doch die drei Männer – sie wohnen in Kettenkamp, haben ihre Frauen gefunden, Kinder gezeugt, Häuser gebaut und haben sich so ganz bewusst für ein Leben auf dem Land entschieden. Die drei repräsentieren, wenn man so will, das Gegenstück zu den vielen „landflüchtigen“ gut ausgebildeten Altersgenossen, die nach Ausbildung oder Studium in den Städten bleiben - selten zieht es sie wieder in ihre alte Heimat zurück.

Doch zurück zu Olli, Matze und Tobi. Alle drei haben ihren Schulabschluss in Bersenbrück gemacht. Sie sind Bauingenieur, Construction Manager und Finanzdienstleister, waren auf „allen Weltmeeren“ unterwegs und sind vor einigen Jahren zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. Und das ganz bewusst. DSL und ihren Arbeitgebern sei dank, arbeiten sie teilweise von zu Hause aus.

„Papa, das geht nicht“, klagt der dreijährige Laurens und hält Oliver Krause seine Seifenblasen hin. „Ich hab’ da nicht so viel Erfahrung“, entschuldigt sich der 40-jährige und macht einen neuen, nun erfolgreichen Versuch mit Spüli und Wasser. „Wir sind eigentlich hauptsächlich der Kinder wegen nach Kettenkamp gezogen“, erklärt der gelernte Maurer und studierte Bauingenieur. „Wir wollten immer ein großes Haus und Platz um uns herum, und das alles zu einem akzeptablen Preis. Hier können unsere Kinder frei spielen, wir freuen uns an der Ruhe, dem freien unverbauten Blick. Das ist uns viel wert. Und dann genießen wir natürlich auch den engen Kontakt zur Verwandtschaft“, lacht er. Als Bauingenieur bei Schlichter – Dach und Fassade – im emsländischen Lathen, ist er als Bauleiter auf vielen Großbaustellen im In- und Ausland unterwegs. „Ich fahre schon so meine 80 000 km im Jahr“, sagt er knapp. Seit Januar arbeitet er mittwochs von zu Hause aus, ‚bewaffnet’ mit Laptop und Handy. Der Kinder wegen, denn Katja, seine Frau hat wieder angefangen zu arbeiten. „Kettenkamp ist für mich Heimathafen“, sagt Oliver. Und: „ich möchte nicht nur hier wohnen, sondern auch was im Dorf bewirken.“ Das hat er gerade wahrgemacht, und sich nach langen Jahren im Vorstand des Kettenkamper Tennisvereins, als Kandidat für die SPD in den Gemeinderat aufstellen lassen.

Wenn Tobias Schröder aus seinem 32-jährigen Leben erzählt, hat man Mühe mitzukommen. Er sagt von sich, dass er in jungen Jahren einfach Glück gehabt habe und verschweigt dabei, dass das Glück ohne den nötigen Einsatz gar nicht an einen herankommt. Angefangen hat er bei L&T in Osnabrück mit einer Ausbildung zum Schauwerbegestalter. Mit gerade mal 22 wird er als Quereinsteiger „Visual Merchandiser“ bei s.Oliver und landet mit Umwegen über camel avtive mit 27 Jahren als „Retail Construction Manager“ bei Seidensticker in Bielefeld, Europas größtem Hemdenhersteller. „Um mal die ganzen englischen Begriffe zu erklären. Ich bin sozusagen der „Geschmacksminister für Ladenbau“ bei Seidensticker“, erklärt er lachend, „ich sorge dafür, dass die Seidensticker-Shops und Stores in Europa und dem Rest der Welt einen hohen Wiedererkennungswert haben.“ Seit Anfang des Jahres arbeitet Tobias, wenn er nicht in seinen Seidensticker-Stores unterwegs ist, von zu Hause aus. „In unserem digitalisierten Zeitalter interessiert es nicht mehr, ob Du stumpf im Büro sitzt“, sagt er. „Kettenkamp ist da als Standort schon ideal für mich, in 40 Minuten bin ich am Flughafen, in gut 10 km am Bahnhof und die Lebensqualität hier ist genial.“ Solveig, Tobias Frau, arbeitet in Quakenbrück, Sohn Elias wird so von beiden Eltern und den nahen Großeltern gut umsorgt. „Ich möchte nicht, dass mein Sohn eines Tages mal sagt –Mama, wer ist denn der Mann da? Das habe ich oft genug bei Kollegen erlebt. Ich bin froh, hier zu wohnen“, sagt er einfach und schwärmt von seiner Kettenkamper Clique, die ihn immer wieder erdet, von dem Bier auf dem Mäuerchen, dem Schnack mit den Nachbarn, der schnellen Fahrradtour, wenn er sich in seinem ‚Home Office’ steif gesessen hat. „So was geht in der Stadt gar nicht“, resümiert er.

Matthias Behre, der dritte im Bunde, ist Kettenkamper Urgestein. Sein Vater, Alois Behre, war hier 10 Jahre lang Bürgermeister - Engagement für das Dorf ist in seiner Familie immer selbstverständlich gewesen. 2003 hat er mit seiner Frau Kerstin in Kettenkamp ein großes Haus gebaut –zwei Kinder hat das Paar inzwischen. Gebaut wurde direkt am Grundstück der Eltern. „Für unsre Kinder ist das herrlich, einfach mal eben über die Wiese zu Oma und Opa laufen zu können. Ihr Verhältnis ist dadurch sehr intensiv“, sagt der 39-jährige. Doch so viel „Heimatfeeling“ war nicht immer. Auch Matthias Behre ist nach seinem Abitur in Bersenbrück erstmal in die „weite Welt“ hinausgezogen. „Ich bin in meiner zweijährigen Zeit bei der Bundeswehr viel in Deutschland herumgekommen“, erzählt der Luftwaffenreserveoffizier. „Und dann stand ich vor der Wahl, bei der Bundeswehr zu bleiben und dort BWL zu studieren, oder mich im zivilen Leben mit meiner Frau und den Kindern, die wir haben wollten, hier in Kettenkamp niederzulassen. Matthias Behre entscheidet sich für die alte Heimat, macht seinen Bankkaufmann bei der OLB, betreut seine eigene Filiale und arbeitet dann viele Jahre als unabhängiger Finanzberater für MLP. Zu Beginn des Jahres übernimmt er zusammen mit einem Partner eine AXA-Vertretung in Osnabrück. Kerstin, seine Frau arbeitet in Engter. „Fahren müssen wir beide – da haben wir uns vor einigen Jahren natürlich Gedanken gemacht, ob es nicht besser wäre in Osnabrück zu wohnen.“ Doch die Waagschale wiegt eindeutig schwerer für Kettenkamp. „Die Baulandpreise haben uns in Osnabrück abgeschreckt. Außerdem ist uns beiden das familiäre und soziale Umfeld wichtig. Die Kinder können hier gleichzeitig behütet und frei aufwachsen.“ Zudem engagiert sich Matthias als überzeugter Katholik für die Kirche im Dorf: nach Firmkatechese und Pfarrgemeinderat leistet er jetzt seinen Beitrag als Lektor in der Kettenkamper Kirche.

Banner
Banner
Banner

Ausstellungen

Banner

Ankum in Funk und Fernsehen

   Unwettergefahr

 

   © Deutscher Wetterdienst, (DWD)
Banner
Banner

Blutspendetermine DRK Suche

DRK-Blutspendetermine Logo
Suchen Sie Ihren aktuellen Blutspendetermin in:
 

Ihr Ankum-Online-Team zwitschert

twitter_icon