„Orga-Team“ für das Ankumer Middewintersingen
Geschrieben von: Thomas Oeverhaus Dienstag, den 27. Dezember 2011 um 03:37 Uhr
Ankum. (to) Auch wenn es sich bei dem Ankumer Lienesch-Middewintersingen um eine über Jahrhunderte alte geübte Tradition handelt, geht es nicht ohne eine gewisse Organisation. Die „Fäden“ hierfür laufen seit Jahrzehnten beim Heimat- und Verkehrsverein zusammen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese einmalige und uralte Tradition zu erhalten und für die Zukunft zu sichern.
Beim diesjährigen „Lienesch-Middewinter-Singen“ hatten rund 130 Männer den hohen Kirchturm erklommen, um die uralten Lieder anzustimmen. Günter Trienen vom Heimatverein dankte seinem Mitstreitern vom Organisationsteam für ihre Arbeit. Zu dem Team gehören Wolfgang Pötter und Reinhard Saft, die für die Technik verantwortlich sind, Heinz Meyer kümmert sich um die Turmbläser, Finanzen und die Absprache mit der Kirchengemeinde, Thomas Oeverhaus hütet die Liederzettel samt „Turmsängerbuch“ und kümmert sich um die Pressearbeit, während Georg Böckmann sein „musikalisches Können“ als Vorsänger einfließen lässt.
Nach dem Singen gehört der „kühle Trunk“ seit Jahrhunderten unabdingbar zum Turmsingen dazu, im vollbesetzten Hotel Raming hatte sich erstmals seit Jahrzehnten mit Detert Brummer-Bange wieder der Ankumer Bürgermeister in den Reihen der Turmsänger eingefunden. Wie fast immer, war auch Ankums ehemaliger Vikar Volker Kupka – jetzt Pastor in Bremen – aus der Hansestadt angereist, um an dem ihm lieb gewordenen Brauchtum teilnehmen zu können. Einen besondern Applaus erhielten auch Rainer Lienesch und sein Sohn vom Hof Lienesch aus Tütingen, der als Namensgeber einen wichtigen Teil dieser Ankumer Sitte ausmacht.
Bei der Zusammenkunft im Hotel Raming nutzte Günther Trienen die Gelegenheit, um einige Gedanken zum Turmsingen unter Applaus anzumerken. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass eine Totenmesse aus heidnischer Vorzeit eigentlicher Ursprung des Middewinter-Singens sein könnte, eine längst bekannte These in der Ankumer Historie ist. Schon in den 1960er Jahren gab es unter anderem hierüber entsprechende Berichte im „Bersenbrücker Kreisblatt“, in der Ankumer Bevölkerung spielt diese Mutmaßung jedoch eine untergeordnete Rolle, denn die christliche Version der mystischen Sage vom „Lienesch-Middewinter-Singen“ wird in dem alten Kirchdorf von Generation zu Generation weitergegeben und bewahrt.
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> Das „Lienesch-Middewintersingen“ - Bedachte Rückblicke in die Geschichte
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