Wertvoll, beeindruckend, erschütternd: „Dunkle Wolken über dem Land“

Vorstellung des Buches von Johanne Nieberg und des 15. Heimatheftes im Saal Düker

Ankum. (fr) Die Vorstellung der Heimathefte des Heimat- und Verkehrsvereins Ankum ist alljährlich eine besondere Veranstaltung. In diesem Jahr fanden sich viele der weit über 100 Gäste aber auch ein, um die Vorstellung des Buches „Dunkle Wolken über dem Land“ mitzuerleben.

Georg Hummert, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Ankum, freute sich, weit über 100 Gäste begrüßen zu dürfenIm Rund der vielen Heimatfreunde, die wie stets auch aus den Nachbarorten ins Gasthaus Düker kamen, begrüßte Georg Hummert als Vorsitzender des Ankumer Heimatvereins zunächst einige besondere Gäste: So den Bürgermeister der Gemeinde Ankum, Detert Brummer-Bange, den Vorsitzenden des Kreisheimatbund Bersenbrück e.V.  Franz Buitmann, die Autorin Johanne Nieberg, den Historiker Martin Joseph, sowie den Vorsitzenden der Zentralstelle Grafschaft Glatz, Peter Großpietsch.

Der Historiker Martin Joseph war einer der wichtigsten Lektoren und stellte das Buch "Dunkle Wolken über dem Land" vor.Mit dem Buch „Dunkle Wolken über dem Land“ der Autorin Johanne Nieberg, erlebt die Reihe vielfältiger Publikationen des Ankumer Heimatvereins eine mehr als nur bemerkenswerte Bereicherung. Die Dokumentation, die die Kriegs- und die Nachkriegsjahre mit der Besatzungszeit zum Thema macht und auf mehr als 150 Zeitzeugenberichte basiert, erzählt auf rund 450 Seiten und in vielen Einzelberichte aus dem damaligen Leben und Erleben der Menschen im Großraum Ankum.

Noch sehr wache Erinnerungen einer ehemaligen Schulkameradin brachten Johanne Nieberg im Jahr 1994 auf die Idee, weitere Zeitzeugenberichte zu sammeln, viele Interviews zu führen und die Berichte in einem Werk zusammenzufassen. Über einen Zeitraum von 17 Jahren setzte die heute 77jährige Autorin diese Arbeit fort, bevor sie dem Heimat- und Verkehrsverein Ankum eine erste Fassung des Buches vorlegte. Danach wurde das einzigartige Werk der Heimatgeschichte von vielen kompetenten Lektoren gelesen, mit Bildern aus dem Heimatarchiv ergänzt, gemeinsam mit der Autorin überarbeitet und letztlich dem Historiker Martin Joseph zur Durchsicht vorgelegt. Ankums Bürgermeister Detert Brummer-Bange würdigte in seinem Grußwort die Arbeit der Autorin Johanne Nieberg und die Arbeit des Heimatvereins AnkumVielen Geldspenden und Sponsoren war es dann zu verdanken, dass das Buch vom Medienpark Ankum hochwertig und in Windeseile fertiggestellt und zu einem sehr günstigen Preis (25 Euro) angeboten werden konnte. Von der ersten Vorlage des Manuskriptes bis zum Druck, so erzählte Franz Feldkamp als Schriftumsbeauftragter des Heimatvereins, vergingen gerade einmal 18 Monate.

Martin Joseph erinnerte in der Vorstellung des Buches an ein Wort des schwedischen Historikers  Sven Lindquist: „Grabe, wo du stehst.“  Johanne Nieberg habe gegraben und die Geschichte von „unten her“ betrachtet, also aus Sicht der Menschen vor Ort und nicht aus der Sicht der Herrschenden. Das Ergebnis sei „beeindruckend und erschütternd zugleich“. Das Buch „Dunkle Wolken über dem Land“ sei, so Joseph weiter, „ein wertvoller und notwendiger Beitrag zur Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur und ihren verheerenden Folgen, auch für unser Land.“

Sie leisten seit Jahren viel ehrenamtliche Arbeit, um Ankums Geschichte auch nachfolgenden Generationen zugänglich zu machen: v.l. Fanz Feldkamp, Johanne Nieberg, Georg Geers.Dieser Bewertung und der Hochachtung vor dieser Arbeit schlossen sich auch Detert Brummer-Bange, Franz Buitmann und  Peter Großpietsch an. Vielleicht ist dieses Werk auch ein neuer und wertvoller Grundstock für die Aufbereitung dieser Jahre deutscher Geschichte in den örtlichen Schulen, zumal kürzlich erst und angesichts der Vergabe eines Schulnamens, eine intensivere Auseinandersetzung mit der Zeit der NS-Diktatur angeregt wurde. Denn, so sagte Martin Joseph auch: "...Hitler ist zwar seit dem 30. April 1945 tot, aber sein Ungeist lebt weiter, und es sind eben nicht nur irgendwelche unverbesserlichen alten Leute, sondern es sind auch junge Menschen, die sich heute zu Adolf Hitler und zum Nationalsozialismus bekennen."

Dass Johanne Nieberg nicht nur dieses Buch verfasste sondern schon seit langer Zeit als Mitautorin der Ankumer Heimathefte aktiv ist, war für Franz Feldkamp eine gute Überleitung, um das 15. Heimatheft vorzustellen. 30 Autoren fertigten im vergangenen Jahr wieder 40 Artikel, die thematisch weit spannen. Wie stets wird wieder in die Geschichte Ankums geschaut, aber auch ins Heute, durchaus auch einmal kritisch. Heike Sander und Mats Wagner (Kreismusikschule Osnabrück) begleiteten den Abend musikalisch und ernteten hierfür viel Applaus.Wie das Buch „Dunkle Wolken über dem Land“ ist auch das neueste Heimatheft im örtlichen Buchhandel erhältlich; es kostet 12 Euro – ist für Mitglieder des Ankumer Heimat- und Verkehrsvereins jedoch kostenfrei.

Den Abschluss des Abends, den Heike Sander und Mats Wagner musikalisch umrahmten, nutzte Georg Hummert, um drei Personen, die mit dem Schrifttum des Vereins untrennbar verbunden sind, besonders zu ehren. Zuerst Franz Feldkamp, ohne dessen unermüdliche Arbeit weder die Heimathefte noch andere Publikationen denkbar sind, weiterhin Johanne Nieberg, deren Buch und Arbeit viel Hochachtung und Aufmerksamkeit verdient und nicht zuletzt Georg Geers, der als Autor, Fotograf und Mitarbeiter des Medienparks Ankum eine unverzichtbare Arbeit leistet. Für die ruhigen Stunden inmitten des außerordentlichen Engagements übergab er den Dreien eines besonders leckeren Tropfen.

Weiterlesen:
> Die Internetseiten des Heimat- und Verkehrsvereins Ankum e.V.
> Die Arbeit des Ankumer Heimatvereins im Bild weiterer Berichte

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