Ankums St. Nikolaus-Markt und des Nikolaus Mühen

Ankum. (fr) Punkt 13 Uhr tönten am 1. Sonntag im Advent die Glocken der St. Nikolaus-Kirche und der Pastor eilte, von einer Tauffeier kommend noch pünktlich zur Eröffnung des St. Nikolaus-Marktes zu gelangen. Im sanft fallenden Regen warteten auf dem alten Markt schon der Marktmeister, eine Schar seiner Helfer und des Dorfes zweiter Bürgermeister. Von Ständen und Buden beäugten manche Marktleute das Treiben.

Er war wieder gut besucht, der Ankumer St. Nikolaus-Markt am Alten Markt vor dem Landhotel Schmidt

So ereignete es sich jüngst am Wochenende und vielleicht schon einmal in den Zeiten nach 1660, als der „Sanct Niklas Markt zu Ankum“ die Menschen aus allen Bauernschaften und den umliegenden Dörfern in den Handelsort lockte. Am Sonntagmittag waren es gleichwohl zunächst nur wenige, viele Menschen verweilten noch daheim am Mittagstisch.

Viele Stände und Buden auf dem Platz oder im Hotelsaal präsentierten weihnachtliche Angebote vieler ArtMarktmeister Ralf Gramann, dem im wohl kleinster Arbeitskreis Ankums, dem „AK Nikolausmarkt“, diesjährig der Ratskollege Dirk Raming hilfreich zur Seite sprang, freute sich auch in diesem Jahr einen Markt mit vielen Angeboten auf die Beine gestellt zu haben. 35 Stände, Buden oder Markttische gab es, draußen vor den Arkaden der Kirchenburg oder im Saal des Landhotel Schmidt.  Dazu auch ein Kinder-Eck und natürlich das Stockbrotbacken. Nicht nur wegen seiner erstaunlichen Haarpracht war der Nikolaus ein gern gesehener Gast beim St. Nikolaus-Markt

Klaus Menke, heuer seines Zeichens Ankums zweiter Bürgermeister, dankte somit dem Marktmeister und seinen Helfern, wie auch allen Marktleuten, für die Bereitung des Marktes und wünschte ein gutes Gelingen. Pastor Bernd Heuermann hätte den Markt gern näher am Gedenktag des Patrons der Kirchengemeinde gesehen, erteilte den Segen aber doch; womit sich bald danach der „Segen von oben“, das nieselnde Nass, verstrich.

Beim einem Markt im kühlen November ist das Stockbrotbacken in Ankum ungeschriebene PflichtDem Nikolaus unterdessen war das Glück an diesem Tage nicht hold. Zuerst blieb seine Kutsche aus und er musste eiligst eine andere finden, dann wehte der streng aufkommende Wind ihm stetig die weiß-silbrige Haarpracht ins Gesicht, so dass er kaum noch zu sehen vermochte. Also gab er an seinen Knecht die Regel aus, alle Kinder geschwind in gleicher Weise zu beschenken, denn allzu schwer sei zu betrachten, ob das Kind stets brav gewesen sei. Wen wundert es, dass da die Kinder in Scharen heranstürmten und den guten Mann bedrängten,worauf er keinen Schritt mehr zu tun vermochte.

Erst als die zuvor reich mit Geschenken gefüllten Säcke entleert zu Boden fielen, konnten der Nikolaus und sein Knecht geruhsam von dannen ziehen. Mit vielen Mühen, am Ende aber gut, hatten sie ihr Werk getan.

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