Ausstellung stimmt nachdenklich: Wohin geht’s mit „Ankums Mitte“?
Geschrieben von: Franz Raschke Dienstag, den 08. November 2011 um 06:07 Uhr
Ankumer sorgen sich mehr als die betroffenen Unternehmen um die Hauptstraße
Kommentar. (fr) Für den unbeteiligten Beobachter begann die Nachdenklichkeit bereits am Samstagabend, als die Ausstellung „ANKUMS MITTE - damals - heute - morgen“ erstmals und zunächst nur für geladene Gäste vorgestellt wurde. Steht in Ankum wirklich nur eine so kleine Truppe hinter der QIN-Initiative „Aktiv für Ankum“?
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Eingeladen waren sie alle, die Mitglieder der Werbegemeinschaft Freundliches Ankum allesamt und all jene, die vom ersten Engagement des QIN-Projektes im Umfeld der Ankumer Hauptstraße profitierten.
Vor Ort waren an diesem Samstagabend – die Spiele der Fußball-Bundesliga waren um 18:35 Uhr übrigens komplett abgehakt - aber wieder nur die Leute, die sich bekannterweise seit langer Zeit massiv für das Fortbestehen des wirtschaftlichen Lebens in der „Ankumer Einkaufsmeile“ einsetzen: Der Vorstand der Ankumer Werbegemeinschaft, der Bürgermeister und sein Verwaltungsvertreter, und die Macher und Unterstützer der bemerkenswerten Rück- und Ausschau: „Ankums-Mitte“.
„Auch, dass viele Unternehmer und Anlieger am heutigen Abend keine Zeit fanden“, stimme nachdenklich, sagte Bürgermeister Ferdinand Borgmann am Samstagabend und er war damit sehr dicht dran am Empfinden der Akteure, die sich wochenlang für diese Ausstellung als Fortsetzung der ersten Etappe der QIN-Initiative einsetzten.
Ausgerechnet die Nutznießer dieses Engagements, der Einzelhandel und die Gastronomen in der Hauptstraße, fehlten zur Ausstellungseröffnung mehr als nur mehrheitlich.
Während des Fettmarktes am Sonntag zeigten unterdessen viele Bürger der Gemeinde ein reges Interesse an der Frage, wie es in „Ankums Mitte“ weiter gehen kann. Es wurde viel diskutiert und den Machern der Ausstellung viel Respekt gezollt: Gerhard Völkel, Regina Möllmann, Thomas Krause, Reinhard Saft und Frau Strothmeyer haben gemeinsam beachtliches auf die Beine gestellt. Dank galt auch Ingeborg und Horst Krause für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, der Kreissparkasse für die Überlassung der Plakatwände und der Firma Plog für die Bestuhlung.
Wenn dann aber provokative Bilder vom gespenstischen „Leerstand“, vom hypothetischen Scheitern des Hotel Schmidt, vom Schließen der KSK oder kleiner Betriebe in der Ankumer Hauptstraße erzählen, noch unwirklich aber womöglich, bleibt nachzufragen, welches Engagement die betroffenen Unternehmen denn selbst zeigen. Von der Inanspruchnahme öffentlicher Mittel abgesehen. Für eine Teilnahme an der Ausstellungseröffnung reichte das Engagement vieler Betriebe in „Ankums Mitte“ am vergangenen Samstag jedenfalls nicht. Angesichts des plakativen Hilferufs dürfen Ankums Bürger aber gewiss eine intensivere Teilnahme der mutmaßlich betroffenen Unternehmen an der Diskussion erwarten.
Die Ausstellung – die wirklich sehenswert und lohnend ist – wird am 27.11.2011 (St. Nikolaus-Markt) nochmals für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
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Kommentare
Die Hauptstraße brauchte weder Tod noch Teufel fürchten, weil es halt nichts anderes gab.
Längst hat die „Grüne Wiese“ allen alten Einkaufsstraßen wie auch der Hauptstraße, bei all seinen Reizen, den Schneid abgekauft. Den Grund hierfür nachzufragen, ist müßig. Denn wir Ankumer wissen es alle selber ganz genau. Unser Einkaufverhalte n hat dazu beigetragen. Sei es nun das Internet mit all sein Vorzügen, heute bestellen und morgen bringt es der Postbote, oder das kompakte Einkaufen am EKZ, wo bei einem Parkgang alles erledigt werden kann.
Viele Kunden möchten riesige Auswahl zu kleinen Preisen. Das ist in der Hauptstraße nicht gegeben, da baulich nicht viele Veränderungen möglich sind. Auch eine QIN Initiative kann hier nicht viel helfen, da Lehrstände sich nicht durch Farbwechsel an den Gebäuden beseitigen lassen.
Bei einigen Geschäften, wo der Generationensta b übergeben worden ist, läuft es auch sehr gut, da dort Tapferkeit und Mut zu Lücke agieren.
Nun haben wir aber auch in Ankum viele Geschäfte, wo kein Nachfolger in Sicht ist und das Alter der Inhaber auch eine gewichtige Rolle spielt. Diese werden sich nicht mehr einbringen, was aber auch normal ist.
Dann gibt es auch Einzelkämpfer die sich noch nie irgendwo eingebracht haben, sondern nur ihr Ding machen.
Wir haben es also mit 3 verschiedenen Persönlichkeite n zu tun. Diese werden niemals unter einen Hut zu bringen sein.
Wenn es gilt, Pakte zu schmieden, geht das nur mit den Hauseigentümern zusammen.
Langfristige Pläne, um die Hauptstraße dauerhaft wieder in die Königklasse spielen zu lassen, sind hier gefragt. Als Beispiel nenne ich hier das Hotel Schmidt. Wie verhält sich der Eigentümer auf Dauer? Denn im Moment steht das Objekt unter Kleinanzeigen bei Ebay. Sicherheit für den Ortskern sieht anders aus.
Ankum kann an seine guten Zeiten wieder anknüpfen, wenn die Eigentümer mitziehen. Dieses wird Jahre brauchen. Die Gastronomie ist hier ein wichtiger Faustpfand, den es gilt einzusetzen. Schlecker zum Beispiel als schöne Szenekneipe wäre klasse und würde richtige Akzente für den Ort setzen. Auch dieses ständige hoch und runter fahren im Ort ist, wie ich meine, nicht förderlich. Hier wäre eine Fahrtrichtung ausreichend und zweckmäßig, auch wenn das hier jetzt vielen Kollegen im Ort nicht gefällt, was ich schreibe. Aber man muss auch mal was riskieren.
Unsere Dorfmitte gilt weit und breit als die schönste. Dafür muss man auch bereit sein was zu tun. Ich freue mich auf eine spannende Diskussion ohne Aufgeregtheiten .
Thomas Krause teilt die Kritik an der geringen Wahrnehmung der Einladungen nicht. Er habe auch nicht mit einer größeren Teilnehmerzahl gerechnet.