Junge Union gestaltete einen wichtigen Termin im Ankumer Wahlkampf
Geschrieben von: Franz Raschke Donnerstag, den 01. September 2011 um 06:18 Uhr
Eine Ausschau auf die zukünftige Ratsarbeit - Jungwähler aber wurden nicht erreicht
Ankum. (fr) Insbesondere um den Jungwählern eine Diskussion mit den Kandidaten zur anstehenden Kommunalwahl zu ermöglichen, lud die Junge Union Ankum-Eggermühlen-Kettenkamp als Jugendorganisation der CDU am Dienstagabend zu einer Podiumsdiskussion ins Ankumer Haus Kirchburg ein. Auf ein besonderes Interesse der Ankumer Jugend stieß diese Einladung ins kirchliche Haus nicht.
Jene Parteien und Gruppen aber, die sich schon bisher den im Dorf Ankum „brennenden“ Themen widmeten und sich bereits an öffentlichen Terminen beteiligten, entsandten allesamt zusätzlich zu den Ansprechpartnern auf dem Podium viele weitere Gemeinderatskandidaten ins Publikum. Wohl auch, um die Veranstaltungsidee der Jungen Union positiv zu unterstreichen und den Jungwählern Rede und Antwort zu stehen.
Die CDU entsandte Maren von der Heide an die Front des Podiums, aber auch der Bürgermeisterkandidat Günther Kosmann, der stellvertretende Vorsitzende des CDU Gemeindeverbandes Sascha Dewitz und eine beachtliche Reihe weiterer Gemeinderatskandidaten waren zugegen. Mit einem vergleichbaren Aufgebot war die UWG vor Ort, hatte Felix Kruse als vielseitigen Aktivisten in der kirchlichen Jugendarbeit an den Podiumstisch gesetzt und viele Vorstandsmitglieder wie auch Kandidaten im Zuschauerraum versammelt.
Für die Grünen saß der Spitzenkandidat Ralf Gramann vorne, weiter hinten saßen die Gemeinderatskandidaten Florian Brinkmann und Petra Szeliga. Und auch die SPD, die sich im bisherigen Wahlkampf sehr ruhig verhielt, unterstrich durch ihre Teilnahme die Bedeutung dieses Termins als Treffen aller im Wahlkampf engagierter Parteien zum Thema Jugendarbeit, Familien und Zukunft: Jörg Schlarmann besetzte als Ansprechpartner seinen Stuhl am Tisch, der Ortsvereinsvorsitzende Hubert Meyer nahm als Zuhörer teil.
.
Fünf Fragen hatte Andreas Hettwer als Moderator der Diskussionsrunde vorbereitet und allen Frontleuten am Podiumstisch waren diese Fragen schon vorab zugegangen. Entsprechend gut vorbereitet gingen die Kandidaten ins Rennen, vor allem Felix Kruse als UWG-Vertreter. Als einziger direkter und übrigens auch jüngster Ansprechpartner dieses Abends verfügt er nicht über Erfahrungen als Ratsmitglied, die „Kollegen“ am Tisch wiesen hingegen gern auf ihre bisherige Arbeit hin, nicht ohne sich dabei manchmal in allgemeinen Floskeln zu verlieren. Kruse hielt durchaus achtbar mit teils neuen Argumenten dagegen.
Die fünf Fragen griffen die Themen kirchliche und kommunale Jugendarbeit, wohin mit dem Fun-Park, Bauplätze für junge Familien, zukünftig mehr Gewerbegebiete oder mehr Tourismus und Freizeitangebote in Ankum und das Wie der künftige Ratsarbeit in Ankum auf. Da in der Diskussion vor allem die erfahrenen Ratsmitglieder ihre Aussagen auch gleich gern wieder relativierten und untereinander anglichen, waren echte Unterschiede nicht so einfach auszumachen.
Bezogen auf die kirchliche und kommunale Jugendarbeit beschrieb Felix Kruse eine alleinige Position. Laut seiner Auskunft bietet die von der Gemeinde Ankum beschlossene Halbtagsstelle für einen Jugendpfleger keine positiven Perspektiven, er fürchtet als UWG-Vertreter eine Konkurrenz zwischen der kirchlichen und kommunalen Jugendarbeit und sieht in der Öffnung kirchlicher Angebote für die der Kirche nicht verbundenen Jugendlichen die besten Chancen. Auch wenn kirchliche und kommunale Angebote Hand in Hand gehen könnten, sieht er die Jugendarbeit der Kirchengemeinde und auch der Ankumer Vereine weit vorn.
Eine Betrachtungsweise, die die Vertreter der anderen Parteien nicht teilen konnten, mit geringfügigen Unterschieden setzen CDU, SPD und Grüne gemeinsam auf die Arbeit eines Jugendpflegers als „Streetworker“. Dieser soll sich vor allem um jene Jugendliche kümmern, die bislang nicht in die bestehenden Angebote integriert sind und die Jugendarbeit vor besondere Herausforderungen stellen. Eine Öffnung der Jugendarbeit „zur Hauptstraße hin“ sei wichtig.
Hinsichtlich des „Fun-Parks“, einer bis vor kurzer Zeit an der Aslager Straße bestehenden Freizeitmöglichkeit mit Halfpipe für Skater, Basketball- und Volleyball-Platz, stehen die Grünen auf alleinigem Posten. Wie Ralf Gramann sagte, sei dieser unnötig viel zu früh abgebaut worden und hätte zwischenzeitlich zumindest nahe des Quitt-Stadions eine neue Bleibe finden können. Am weitgehend politisch ungesteuerten Angebot wollen die Grünen jedoch nicht rühren. CDU, SPD und UWG sehen das anders, betrachten die vom Fun-Park ausgehende Lärmbelästigung als problematisch und wollen stattdessen einen Mehrgenerationenspielplatz am Ankumer See schaffen, auf dem dann auch Jugendliche passende Angebote finden sollen.
Einer Erweiterung der bestehenden Baugebiete zur Schaffung neuer Bauplätze für junge Familien erachteten alle Vertreter auf dem Podium als derzeit nicht erforderlich. In den bestehenden Baugebieten sollten zunächst die Lücken geschlossen werden. Während die CDU neue Vermarktungsmethoden mit der direkten Interessenten-Ansprache für wichtig erachtet, wünschen sich die Grünen eine Betonung der Sanierung bestehender Bauten sowie Mehrgenerationenhäuser, die SPD erachtet laut Jörg Schlarmann auch einen Baukostenzuschuss für junge Familien für sinnvoll.
Alle an der Diskussion teilnehmenden Bewerber um ein Mandat im künftigen Ankumer Rat sehen es auch erforderlich an, einen „gesunden“ Mix aus Gewerbeansiedlungen und Tourismusangeboten in Ankum zu erhalten. Es herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass das Dorf Ankum kein Ort für industrielle Großansiedlungen sein kann, dass auf Anfragen bestehender oder kommender Klein- und Handwerksbetriebe flexibler als bisher zu reagieren ist und dass im Bereich Freizeit und Tourismus noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
Und wie stets um die zukünftige Arbeit im Ankumer Rat? Es soll mehr Durchschaubarkeit geben, ein neues Miteinander, ein gemeinsames Streben für Ankum, so die mittlerweile nicht mehr ganz neue Nachricht aller Kandidaten. Die sachliche und fair geführte Diskussion während der etwa 90minütigen Podiumsdiskussion machte da einen glaubwürdigen Anfang.
Eines noch zum Schluss: Die FDP-Kandidaten für die Gemeinderatswahl in Ankum, die sich schon bislang nicht an den stattgefundenen öffentlichen Diskussionen um die in Ankum „brennenden“ Themen beteiligten, sagten zwar eine Beteiligung an der Podiumsdiskussion zu, blieben dann aber doch wieder fern. Bar jeder Begründung. Wie die Wähler diese liberale Dialog-Abstinenz am 11. September bewerten, bleibt abzuwarten.
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel zu kommentieren
| < Zurück | Weiter > |
|---|
Ankumer Notizen
Ausstellungen
Ankum in Funk und Fernsehen
Blutspendetermine DRK Suche








Kommentare