Heimatliche Klänge: Kolping Saengerchor Cincinnati gastierte in Ankum
Geschrieben von: Franz Raschke Sonntag, den 28. August 2011 um 19:32 Uhr
„Kolping Society of Cincinnati“ pflegt deutsches Brauchtum in Amerika

Ankum (fr) Ein heimatliches wie auch internationales Musikerlebnis der besonderen Art erlebten mehrere hundert Zuschauer in der vergangenen Woche, als der Kolping Saengerchor aus Cincinnati (Ohio/USA) während seiner Deutschlandtournee unterhalb des Artländer Doms gastierte und zu begeistern wusste.
Die ersten Worte zur Begrüßung der Gäste aus den Vereinigten Staaten sprach Hermann Welp, der auch als Liedervater des Nortruper Männergesangvereins zu den Hauptorganisatoren dieses Konzertes zählt und das Musikereignis schon im November des letzten Jahres in Aussicht stellte. Nach vielen Besuchen in Cincinnati fühlt er sich heute eng mit dem dortigen Kolpingverein verbunden. Auf amerikanischer Seiten waren es vor allem Doris und Werner Wilke sowie Otger Kappen als Chef des Kolpingvereins Cincinnati, die mit viel Engagement eine weitere Deutschlandtournee des 1989 gegründeten Chors möglich machten.

Bereits im Jahr 2000 besuchte der Kolping Saengerchor die hiesige Region, diesjährig startete die Tournee in Stadtlohn und führte über Freren nach Ankum. Von hier aus ging es weiter nach Paderborn und Vechta, bevor die Chormitglieder noch einige Tage an den schönen Ufern der Mosel verweilen. Fast alle Sängerinnen und Sänger des Chores entstammen Familien deutscher Auswanderer, was auch die uns hier gut vertrauten Familienamen auf den kleinen Namensschildern erklärte.
Unter dem Motto: „Singen macht Freude“ will der Chor in Amerika das deutsche Lied pflegen, so wie sich der dortige Kolpingverein mit einem reichhaltigen Jahresprogramm dem Erhalt deutscher Traditionen verpflichtet fühlt. Dieses schließt natürlich auch ein alljährliches Schützenfest und Oktoberfest mit ein.
Den Erinnerung an die oft bis in die Jahre um 1830 zurückreichende Auswanderung der deutschen Familien belebte Otger Kappen gleich zu Beginn des Abends, als er aus Amerika besondere Grüße an die Ankumer Familie Boitmann und die Kettenkamper Familie Loxterkamp überbrachte. Ohnehin nutzen viele Besucher die fast einmalige Möglichkeit, alte Familienkontakte oder Verwandtschaften zu erfragen und vielleicht noch einmal neu zu beleben.
Dass angesichts der Verbundenheit des Kolpingvereins zur alten Heimat der Kolping Sangerchor ausschließlich deutsche Lieder vortrug - Lieder, die hierzulande teils kaum noch gesungen werden - lag so gewissermaßen auf der Hand. In einem bunten Reigen während des fast zweistündigen Konzerts ging es mal bedächtig mal schwungvoll auf eine musikalische Reise durch die deutschen Lande, humorvoll und desweilen auf plattdeutsch, ganz wie es den zahlreich von den Tischen oder von den Rängen auf den Arkaden der Kirchenburg aus lauschenden und oft schunkelnden Zuhörern gefiel.
Wie nur dafür gemacht, passten diese Chorgesängen in das besondere Ambiente zwischen der St. Nikolaus-Kirche und dem Hotel Schmidt, so gut, dass bis zum Konzertende sogar der Regen pausierte. Ein sichtbar gelungenes Vergnügen für die Sängerinnen und Sänger, wie auch für den Chorleiter John Wegener und für Donna Hollins, die den Chor am Keyboard begleitete.
Erst als der Kolping Saengerchor gemeinsam mit dem Männergesangsverein Concordia Ankum und dem Männergesangverein Nortrup zum Schluss gemeinsam das Kolpinglied anstimmte, fielen wieder erste Regentropfen in „Ankums gute Stube“, wie Bürgermeister Borgmann den Ort des beeindruckenden Musikerlebnisses während seiner Worte zur Begrüßung zu nennen pflegte.
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Ankum. (fr) Mit einem fesselnden Vortrag, von unzähligen Bildern gestützt, berichtete am vergangenen Samstagnachmittag der Amerikareisende Hermann Welp im Ankumer Heimathaus über die Hintergründe der Auswanderungswelle um und nach 1830, sowie über die verbliebenen reichhaltigen Spuren der Auswanderer im heutigen Amerika. (Weiter)
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