Ankums Bürger fühlen sich nicht sicher – UWG legte Umfrageergebnisse vor

Wenig Zuversicht in die Arbeit eines Jugendpflegers

Ankum. (fr) Am gestrigen Abend wurde es eng in der Gaststätte des Ankumer Hotels Billenkamp. Viele interessierte Bürger der Gemeinde wollten erleben, wie sich die neue Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) nach monatelanger Vorbereitung nun kurz vor der Kommunalwahl am 11. September aufstellt.

Reichlich Betrieb herrschte am gestrigen Abend im Ankumer Hotel Billenkamp, als die UWG die Ergebnisse der Umfrage und ihre Kandidaten vorstellteWie bei den Treffen der UWG üblich geworden, stellten sich zunächst einmal alle anwesenden Kandidaten  persönlich vor. Ihre möglichen Arbeitsfelder im Gemeinde- oder Samtgemeinderat machen sie vorwiegend an ihrer beruflichen Qualifikation fest, als kompetente Fachleute wollen sie sich in die Arbeit der Räte einbringen. Dabei sieht gleich eine ganze Riege von Finanzexperten die finanzielle Situation der Gemeinde Ankum und der Samtgemeinde als sehr bedenklich an, eine Konsolidierung der Haushalte sei dringend erforderlich. Experten gibt es auch für Infrastruktur und Umweltfragen, der Polizist Hermann Steffen wählte den Bereich Sicherheit zum Hauptthema. Eine gewisse Ausnahme bildet die Familienfrau Beate Vormbrocke, als einzige Frau im Kreis der 17 Gemeinderatskandidaten konzentriert sie sich voran auf die sich aus dem demografischen Wandel entstehenden Herausforderungen. Alle Kandidaten möchten sich für einen neuen Stil und ein neues Miteinander in den Räten einsetzen und unabhängig von Parteivorgaben oder Fraktionszwang entscheiden.

Gespannt waren viele Besucher an diesem Abend auf die Ergebnisse der Umfrage, die seitens der UWG mittels verteilter Umfragebögen und einer Online-Umfrage erhoben wurden. Rund  15% der verteilten Fragebögen kamen zurück, insgesamt nahmen 253 Bürger an der Umfrage teil, junge Leute unter 18 Jahren allerdings kaum. Hinsichtlich des Familienstandes oder des Berufstandes ergab sich ein bunter Mix.

Dass die Erhebung keinen wissenschaftlichen Standards genügt und deutliche Schwächen aufweist, gestand Dirk Raming als Moderator gleich zu Beginn seines Vortrags ein. Die Ergebnisse würden aber ein allgemeines Bild vom Befinden der Bürger wiedergeben und die Umfrage sei nur ein Einstieg zur genaueren Hinterfragung des Bürgerwillens.

Reichlich Betrieb herrschte am gestrigen Abend im Ankumer Hotel Billenkamp, als die UWG die Ergebnisse der Umfrage und ihre Kandidaten vorstellteAls bemerkenswert wurde beschrieben, dass ein Großteil der Bürger die bestehenden Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche oder Familien als zu wenig bekannt oder unzureichend empfanden. Laut Dirk Raming könne hier eine Broschüre und/oder ein Internetangebot eine Abhilfe schaffen, denn die Gemeinde Ankum habe mit all ihren Vereinsangeboten eigentlich sehr viele Freizeitangebote zu bieten. Auch ein Vereinstag mit Präsentationen aller Vereine wurde als Idee präsentiert. Ein schlechtes Zeugnis verteilten die Teilnehmer der Umfrage auch der Integration von Neubürgern. Hier befürwortet die UWG nun einen Besuchsdienst, wie er andernorts schon lange Zeit erfolgreich durchgeführt werde.

Als bedenklich empfindet die UWG das mitgeteilte subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger. Nur 24 % der Teilnehmer fühlten sich sicher, 49 % nur „teilweise“, 26 % fühlten sich in Ankum grundsätzlich nicht sicher.  Zu diesem Thema trifft sich eine UWG-Abordnung nun am Freitag mit Vertretern der Polizeiinspektion Osnabrück, um unter anderem auch den Abzug des Polizeibeamten aus Ankum zu besprechen. Der Polizist Hermann Steffen wird ab dem  1. September wieder im Polizeikommissariat Bersenbrück tätig sein.
Später am Abend wurden seitens der Diskussionsteilnehmer dann auch Begründungen für das fehlende Sicherheitsempfinden ins Feld geführt. Beispielsweise gäbe es des Abend regelmäßige Treffen alkoholisierter Jugendlicher am Ankumer See, die auch Glasflaschen zerschlagen würden. Auf einem Parkplatz am Gelände des Einkaufszentrums West gäbe es übrigens wohl häufiger auch lautstarke Rallye-Fahrten mit Einkaufswagen.

Ein Überblick über alle Umfrageergebnisse können interessierte Bürger beim UWG-Vertreter Dirk Raming anfordern; die Email-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Für den Arbeitskreis Jugend berichtete Felix Kruse und betonte die von der Kirchengemeinde und den Ankumer Vereinen geleistete Jugendarbeit. Die Vereine sollten dafür auch mehr finnazielle Hilfen erhalten. Wenig Zuversicht setzt die UWG Ankum demnach in die vom Ankumer Gemeinderat beschlossene Halbtagsstelle für einen Jugendpfleger, der in enger Zusammenarbeit mit der Jugendpflege in Bersenbrück vor allem als „Streetworker“ nicht in Vereine integrierte Jugendliche betreuen soll. Die hierfür veranschlagten Kosten in Höhe von etwa 30.000 Euro jährlich sollten besser den Ankumer Vereinen zukommen. Um die Jugendlichen stärker an Entscheidungsprozesse in der Gemeinde zu beteiligen, wird die Gründung eines Jugendrates empfohlen.

Wie Michael Meyer ausführte, hält die UWG an der Forderung eines gymnasialen Angebotes für das 5. bis 10.Schuljahr am Standort Ankum fest. In einem Gespräch mit Vorlage der Argumente und Zahlen, habe der Samtgemeindebürgermeister Dr. Michael Lübbersmann Unterstützung signalisiert.

Bis Sonntag will die Unabhängige Wählergemeinschaft nun einen Flyer mit Vorstellung aller Kandidaten an die Haushalte in der Gemeinde verteilen, in Kürze wird sie auch mit Info-Ständen innerhalb des Ortes aktiv.

Weiterlesen:
> Die Internetseiten der UWG Ankum

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