Gesetzesnovelle: Innenminister Schünemann informierte Mitarbeiter der Ankumer Rettungswache
Geschrieben von: Franz Raschke Donnerstag, den 18. August 2011 um 21:56 Uhr
MdL Reinhold Coenen: „Die Bedürfnisse vor Ort ständig im Blick“
Ankum. (fr) Im Herbst dieses Jahres wird der niedersächsische Landtag in Hannover über eine Novelle des Rettungsdienstgesetzes beraten. Ziel dieser Gesetzesnovelle ist es, einen leistungsstarken und hoch qualifizierten Rettungsdienst landesweit und gerade auch im ländlichen Bereich zu erhalten. Der Ankumer Landtagsabgeordnete Reinhold Coenen lud anlässlich dieser Gesetzesinitiative der Landesregierung den Innenminister Uwe Schünemann zu einem Besuch der DRK-Rettungswache am Niels-Stensen-Kliniken-Marienhospital Ankum-Bersenbrück ein.

Und der Landesminister kam pünktlich in das Dorf, welches ihm schon recht gut bekannt ist. Zuletzt war er anlässlich der Gründung der „Stiftung Grafschaft Glatz“ im Mai dieses Jahres in Ankum, erfuhr viel über die Ankumer Geschichte, hatte da aber kaum Zeit, um sich ein wenig mehr im hiesigen Erholungsort umzuschauen. Das sollte sich am gestrigen Tag ändern.
In Ankum eingetroffen, wurde Uwe Schünemann zunächst herzlich vom Vorsitzender des Landtagsausschusses für Inneres und Sport Reinhold Coenen, dem CDU-Kreisvorsitzender Christian Calderone, der Kreistagskandidatin Maren von der Heide, dem Gemeinderatskandidaten Clemens Seelmeyer sowie Pastor Bernd Heuermann begrüßt. Gleich darauf ging es zur DRK-Rettungswache am Marienhospital Ankum-Bersenbrück und zuerst zur Beschau des Fahrzeugparks der Rettungswache.
Nicht ohne Stolz erläuterte hier Herbert Riedel als Rettungswachenleiter die Vorteile des erst kürzlich angeschafften neuen Notarztfahrzeuges (Bericht), welches mit erweiterter Medizintechnik, wie beispielsweise einem modernen Beatmungsgerät, eine schnellere Hilfe auch in schwierigen Notfallsituationen vor Ort möglich macht. Unter anderem mit der regelmäßigen Modernisierung der Fahrzeugtechnik in den vergangenen Jahren bewahrt sich der Landkreis Osnabrück in der Notfallversorgung einen hervorragenden Platz.
In einem Tagungsraum des Krankenhauses informierte der Innenminister die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ankumer DRK-Rettungswache wenig später über die im Vordergrund stehenden neuen Maßgaben der beabsichtigen Novelle des Rettungsdienstgesetzes. Er sei erfreut, so Schünemann, dass sich die bisherige Praxis des Freistaats Bayern nun auch in Niedersachsen durchsetze und man im Rettungswesen den Schritt zum Konzessionsmodell gehen wolle. Hierdurch erhalten die Träger der Rettungshilfe die Möglichkeit, den Rettungsdienst direkt an erfahrene Leistungserbringer wie das DRK weiterzugeben, die dann unmittelbar mit den Kostenträgern, wie beispielsweise Krankenkassen, abrechnen.
Es entfällt demnach wie beabsichtigt mehrheitlich der bisherige, als Submission bezeichnete, durch den Landkreis geleistete und dort nicht unerhebliche Verwaltungsaufwand.
Jenseits dieser Erläuterungen legte der Minister aber auch viel Wert darauf, Berichte aus dem Alltag der Rettungsfachkräfte zu erhalten. Und diesbezüglich beschrieb Herbert Riedel eine seit Jahren ständig wachsenden Zahl der Einsätze mit stetig steigenden Wegstrecken und Zeitaufwand, die sich aber nicht auf ein entsprechend vermehrtes Unfallgeschehen zurück führen lassen. Die in den Rettungswachen Ankum und Schwagstorf vermehrt auflaufenden Einsätze seien nicht zuletzt auch durch ein verändertes Verhalten der Landärzte bedingt.
Denn diese seien heute oft genötigt, nach dem Anruf eines Patienten in kritischen Situationen vermehrt auf den Rettungsdienst zurück zu greifen, da auch die Wege des Arztes zum Patienten stetig mehr Kilometer und Zeit in Anspruch nehmen. Zudem würden durch den demografischen Wandel immer häufiger Liegendtransporte älterer Menschen erforderlich.
Vor Ort, in Ankum, sieht Riedel als „Pionier“ im Feld der hiesigen Rettungswache aber auch den dringenden Bedarf, die Räume der Rettungshelfer am Ankumer Krankenhaus zu erneuern und lief damit beim Landtagsabgeordneten Coenen weit offene Türen ein. Reinhold Coenen sicherte zu, in der bestehenden engen Verbundenheit mit dem Rettungsdienst am Ball zu bleiben, er habe die Bedürfnisse der Rettungswache vor Ort unverändert ständig im Blick, nicht nur als Angeordneter sondern auch als Mitglied im Aufsichtsrat der Niels-Stensen-Kliniken GmbH.
Jederzeit offen für baldige bessere räumliche Bedingungen für die Rettungsfachkräfte am Marienhospital zeigte sich auch Pastor Bernd Heuermann, der die Berichte der Rettungshelfer aufmerksam verfolgte. Mit einem „Augenzwinkern“ versuchte er auch gleich den Gemeinderatskandidaten Clemens Seelmeyer als in Ankum vielfach engagierten Investor „mit ins Boot“ zu holen. Inwieweit in dieser oder einer anderen Gemeinsamkeit zukünftig Schritte erfolgen, ist allerdings noch ebenso offen wie unausgesprochen, auch wenn Seelmeyer sich dem Ankumer Krankenhaus sehr verbunden fühlt.
Zum Diskussionsende lehnte sich Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann dann nahezu entspannt zurück und betrachtete die gute Symbiose zwischen der DRK-Rettungswache und dem Marienhospital – wie Herbert Riedel sie beherzt beschrieb - als gutes Fundament und die Arbeit hier vor Ort als beispielgebend. Wenig später machte sich der Minister zu Fuß auf den Weg zum „Artländer Dom“. Bitte lesen Sie hier weiter.
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