Ankumer Team „Itchi & Scratchi" wurde erster Deutscher Meister im Bratpfannentennis
Geschrieben von: Franz Raschke Mittwoch, den 03. August 2011 um 05:40 Uhr
32 Teams mit über 70 Teilnehmer am Start - TV Ankum überzeugte als Ausrichter

Ankum. (fr) Dieses Turnier am vergangenen Wochenende in Ankum war tatsächlich eine hochoffizielle Veranstaltung. Erstmals in der Geschichte des Sports wurden anerkannte Deutsche Meisterschaften im Bratpfannentennis ausgetragen.
Der Wechsel vom professionellen Tennisschläger zum Küchengerät Bratpfanne macht sportphysiologisch einen gewaltigen Unterschied. Die physikalisch wirkenden Kräfte beim Schlag der Bratpfanne gegen den Tennisball werden kaum abgefangen und wirken sich unmittelbar aus auf den Bewegungsapparat des Sportlers. Deswegen sind im Bratpfannentennis die Spiele zeitlich begrenzt und deswegen wird auch ständig an der Optimierung der Bratpfannen gearbeitet.
Als „ProFun“ oder Spaßturnier richtet der Ankumer Tennisverein bereits seit 7 Jahren Wettbewerbe in dieser eher ungewöhnlichen Sportart aus und kreierte auch die nun bundesweit geltenden Wettbewerbsregeln mit. Auch technisch wurden viele Erfahrungen gesammelt, denn nicht jede Bratpfanne ist – sportlich gesehen -. eine gute Bratpfanne. Löcher im Stahl des Küchengerätes helfen den Luftwiderstand zu reduzieren, die Montage der Pfanne am Schaft üblicher Tennisschläger fängt die Wucht des Aufschlags etwas ab und ein gemaltes Spiegelei auf der Bratpfannenfläche erhöht den Spaßfaktor. Die Turniersieger, dieses schon mal vorab, siegten allerdings mit klassischen Bratpfannen-Modellen, wie man sie in vielen Küchen deutscher Haushalte findet.
Damit zum Turnierverlauf. Die Vorrunden waren vor allem entscheidend für den Fortgang im Wettbewerb, der auf 4 Plätzen gleichzeitig ausgetragen wurde. Von den 32 Teams konnten nur 16 in die Hauptrunde kommen, die verbleibenden 16 Teams waren automatisch qualifiziert für die Trostpfannenrunde.
In der Trostkategorie siegte das Team „Spiegelei“ aus Georgsmarienhütte, welches die zum Sport mitgebrachte Pfanne zwischenzeitlich auch nutzte, um darin ein Spiegelei mit frischem Speck zu braten. Der Genuss der zubereitete Speise beim Spiel auf dem Platz bereitete dann aber Probleme. Den zweiten Platz belegten die Ankumer „Nachtwächter“ alias Daniela Lünnemann, Ute Schulte, Martin Kessens und Frank Lünnemann, die auch im „Meterpokalkontest“ überzeugten und hier den ersten Platz holten.
In der Hauptrunde galten die Teams „Mutombo“ (mit Jens Holthaus und Uwe Nachtigal aus Dinklage) und "Itchi & Scratchi" (mit Jörg von der Heide und Christian Wübben aus Ankum) schon früh als Favoriten. Beide Teams erlebten aber auch Tiefpunkte im Turnierverlauf und die besonderen „Gesetze“ einer Deutschen Meisterschaft.
Letztlich holte sich „Mutombo“ noch den dritten Platz vor dem Quakenbrücker-Team „Roter Pfeil“ mit Moritz Tüting, Jan-Hendrik Grote und Tim Podeszwa. Im Finale schlug „Itchi & Scratchi" unerwartet hoch das Ankumer Team „Ente Ente Ente“ mit 17:10, gestand später aber auch ein, dass der Tuniersieg und die Deutsche Meisterschaft schon im Viertel- und Halbfinale empfindlich auf der Kippe stand.
Am Rande des Turniers zur Meisterschaft galt es zudem noch den bestehenden „Bratpfannenaufschlagweltrekord“ (114 km/h) zu brechen. Und auch dieses gelang: Gunnar Meemken aus Bramsche verbesserte die Bestmarke auf 124 km/h.
Bemerkenswertes gab es noch dazu aus dem Umfeld der ersten Deutschen Meisterschaften im Bratpfannentennis zu berichten. Einmal, weil der Tennisverein Ankum mit dem Getränkeverkauf während dieses Turniers und auch während der bis in die Morgenstunden dauernden Zeltparty eifrig Spendengelder für die Organisation „Dolphin Aid“ sammelte
und damit einen Ankumer Mädchen ganz konkret helfen möchte. Aber auch, weil Tonspezialisten des „Musikland Niedersachsen“ mit ihrem Projekt „Soundscape“ vor Ort waren und die Töne des Bratpfannensports professionell aufzeichneten. Die Klänge lassen sich hier vernehmen.
Torsten Klemm und sein Organisationsteam schauten am Ende des Tages mehr als nur zufrieden auf das optimal umgesetzte Sportereignis zurück. Der Tennisverein Ankum überzeugte als Ausrichter einer hochkarätigen Meisterschaft mit der notwendigen Professionalität und dem im Bratpfannentennis unabdingbaren Humor.
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Weiter lesen:
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