Von Ankum über Nottuln nach Afrika
Geschrieben von: Thomas Oeverhaus Freitag, den 15. Juli 2011 um 23:52 Uhr
Hilfsaktion „Trikots für Uganda“ macht sich für Kinder in Afrika stark
Ankum. (to) Fußball verbindet! Dieser Slogan wurde kürzlich im wahrsten Wortsinne mit Leben gefüllt, denn der SV Quitt Ankum engagiert sich aktuell an dem Hilfsprojekt „Trikots für Uganda“.
Im westfälischen Nottuln wurde vor einigen Jahren die Idee für das ungewöhnliche Projekt mit dem Titel „Trikots für Uganda“ – kurz TfU – geboren. Dieses möchte mit Hilfe des Fußballs ein bischen mehr Licht in das Leben von vielen Kindern und Jugendlichen in dem afrikanischen Staat bringen.
Dabei verfolgen die Initiatoren eine ganz einfache Idee: sie sammeln in Deutschland alte Fußballtrikots und Trikotsätze sowie die ganze Bandbreite, die es im Bereich des Fußballmaterials gibt - also Bälle, Fußballschuhe oder Trainingsanzüge - und stellen die gesammelten Sachen verschiedenen Projekten in Uganda zur Verfügung. Dort soll mit dem Fußball und der entsprechenden Ausrüstung Zugang zu den einheimischen Kindern hergestellt werden.. Neben der Entwicklung von sozialen Kompetenzen und der Vermittlung von Werten stehen im Mittelpunkt dieser Projekte auch die HIV-/AIDS-Aufklärung sowie die Gewaltprävention.
„Trioktos für Uganda“ blickt bereits auf mehrere erfolgreiche Sammlungen von Sportmaterialien zurück. Genauso ungewöhnlich wie die Aktion selber war auch die Entstehung dieses Hilfeprojektes.
Timm Barkam, selbst Fußballer beim Westfalenligisten 1. FC Gievenbeck, begegnete während einer Trainingseinheit bei seinem ehemaligen Verein Grün-Weiß Nottuln dem jungen Ugander Tebandeke Godfrey – kurz Teba genannt. Teba suchte mit Unterstützung eines deutschen Arztes aus Nottuln einen Profi-Verein, um sich seinen Traum, mit dem Fußball seinen Lebensunterhalt zu verdienen und der Armut Afrikas zu entfliehen, zu verwirklichen. Doch dazu reichte es zunächst nicht und so schaute er kurz vor seiner Rückkehr nach Uganda noch einmal beim Training der Grün-Weißen vorbei, um sich fit zu halten. Dabei sprach er Timm an, ob er ihm nicht noch ein paar alte Fußballschuhe für Kinder in Uganda mitgeben könne. Daraufhin packte Timm ihm eine ganze Tasche mit alten Fußballsachen zusammen.
Die Idee für „Trikots für Uganda“ war geboren. In den darauf folgenden Jahren sammelte Timm Barkam fleißig weiter, erst im Bekanntenkreis, dann im Verein, schließlich in der gesamten Region, und jedes Jahr konnte er mehr Kisten – prall gefüllt mit Fußballgegenständen - nach Uganda schicken. Dabei lernte er zufällig Dirk Böinghoff kennen, selbst ehemaliger Spieler und damaliger Jugendtrainer bei der DJK GW Nottuln. Mit seiner Unterstützung nahm die Idee noch mehr Fahrt auf. „Es ist wirklich ein sinnvolles Projekt, in dem man mit einfachen Mitteln vielen jungen Menschen in Afrika helfen und eine Zukunfts-Perspektive bieten kann!", ist von Dirk Böinghoff zu erfahren. Über eine Internet-Seite informierten die beiden ab Weihnachten 2009 über das Projekt und man schloss Kooperationen mit Vereinen und Zeitungen aus der Region Nottuln. Was dann folgte, hielt man nicht für möglich: weit über 2.000 Trikots und insgesamt knapp über eine Tonne Fußballmaterial kamen bei der Sammlung 2010 zusammen.
So entschloss man sich, während der ersten Fußball-WM auf afrikanischem Boden im Jahr 2010 nach Uganda zu fliegen und vor Ort die Trikots, Schuhe und Bälle persönlich zu übergeben. Dabei konnte man sich ein gutes Bild von den Zuständen und Bedürfnissen vor Ort machen. Mit den vor Ort in Uganda gewonnenen Eindrücken plant das TfU-Team nun die nächsten Sammlungen. Außerdem macht man sich Gedanken, wie neben den Sachspenden auch nachhaltig die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in Uganda gefördert werden kann, wie beispielsweise durch Trainerfortbildungen vor Ort.
Wie aber kam jetzt der Kontakt zum SV Quitt Ankum zustande? Nun, dass Leben ist eben voller Zufälle und auch hier half der Fußball, die Verbindung zwischen dem westfälischen Nottuln und dem niedersächsischen Ankum auf die Sprünge. Seit gemeinsamen Fußballerzeiten in Münster sind Dirk Böinghoff und Carsten Schröder, gebürtiger Ankumer und derzeit im Abteilungsvorstand Herrenfußball des SV Quitt Ankum tätig, befreundet. Bei einem der regelmäßigen Besuche Böinghoffs bei seinem alten Fußballkumpel Schröder aus Ankum war dann auch rasch die Aktion „Trikots für Uganda“ eines der Gesprächsthemen. Carsten Schröder nahm Kontakt mit der Ankumer Vereinsführung auf, die dem Projekt sofort wohlwollend gegenüberstand. So konnte Böinghoff bei seiner letzten Stippvisite in Ankum einen komplett neuen Trikotsatz samt Hosen und Stutzen mit nach Nottuln nehmen.
So erfüllen die Trikots statt in Ankum nun in kurzer Zeit in Uganda ihren sportlichen Zweck. Ein gutes Beispiel dafür, dass Fußball tatsächlich verbindet. Wer sich an der Hilfsaktion beteiligen möchte oder an weiteren Informationen interessiert ist, erhält im Internet unter www.trikots-fuer-uganda.de wertvolle Tipps oder wendet sich an Carsten Schröder beim SV Quitt Ankum. Trikotspenden können ab sofort im Vereinsheim vom SV Quitt abgeben werden.
Weiterlesen:
> www.trikots-fuer-uganda.de
> Die Internetseiten des SV Quitt Ankum
> Die Arbeit des SV Quitt Ankum im Bild weiterer Berichte
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