Experten beeindruckt von der Kreativität und Dynamik im QIN-Projekt „Aktiv für Ankum“

Ein Rück- und Überblick nach einer Gesprächsrunde am Dienstag im Ankumer Rathaus

Ankum. (fr) Es ist viel Zeit vergangen seit Oktober 2009, dem Monat, in dem Arndt Hauschild als Vertreter des Landkreises Osnabrück in Ankum eine Planerwerkstatt empfahl, um alle Akteure an einen Tisch zu bringen. Das Thema: Die nachhaltige Belebung des Ortskerns, vor allem der Hauptstraße als Einkaufsstraße und Dorfmittelpunkt.

Experten und Akteure kamen im Ankumer Rathaus zusammen und unternahmen gemeinsam eine Ausschau auf das QIN-Projekt "Aktiv für Ankum"


Am Dienstagmorgen wurde im Ankumer Rathaus noch einmal eine Gesamtbetrachtung des Erreichten und des Geplanten versucht. Angereist zu diesem Termin waren Christian Kuthe und Volker Preul vom niedersächsischen Sozialministerium, Jens Imorde und Monika Syska vom Münsteraner Planungsbüro Imorde, Horst Buchert als Vertreter der NBank sowie Klaus Mensing vom Hamburger Planungsbüro Convent.  Als Gastgeber nahmen Bürgermeister Ferdinand Borgmann, Michael Wübben als Verwaltungsvertreter,  „Ankums Planer“ Dr. Helmut Gramann sowie Thomas Krause als Vorsitzender der Werbegemeinschaft Freundliches Ankum an dem Gespräch teil.
Nach dem Gespräch mit Frühstück im Rathaus begaben sich die Teilnehmer der Runde zunächst ins Oberdorf
Die ersten Schritte
Die im Jahr 2009 seitens des Landkreises Osnabrück angeregte Planerwerkstatt mit Gemeindevertretern, Vertretern der Werbegemeinschaft, Dr. Gramann sowie Klaus Mensing als Moderator, beschrieb damals zuerst den gegebenen Stand, als Grundlage jeder Planung. Insgesamt sei die Ankumer Hauptstraße gut aufgestellt gewesen, mit einem Leerstand (ungenutzte Geschäftsflächen) von 8 % und einem breit gestreuten Branchenmix. Probleme hätten sich vor allem im unteren und oberen Bereich der Einkaufsstraße gezeigt.
In Gesprächen mit den Anliegern und Geschäftstreibenden sei man von der positiven Resonanz begeistert gewesen, im Jahr 2010 wurde eine Bürgerversammlung einberufen und die Bewerbung „Aktiv für Ankum“ eingereicht, um QIN- Fördermittel zu erhalten.
Auf dem Weg zu den alten Ankumer "Pättken" im Umfeld des Quartiers Hauptstraße
QIN
Die Abkürzung „QIN“ steht für „Quartiers-Initiative Niedersachsen“, wobei als Quartier ein innerörtlich begrenzter Bereich, wie die Ankumer Hauptstraße, verstanden wird. Mit dieser Initiative, so beschrieb Christian Kuthe es am Dienstag, solle den Innenstädten und Dorfkernen in Niedersachsen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Zentren seien die Bereiche, „in denen das Leben spielen sollte“. Mit der QIN-Förderung sollten modellhafte, innovative Projekte angesprochen werden, Projekte, welche die Akteure und Betriebe vor Ort unmittelbar einbeziehen. So steht auch die Förderung der öffentlichen Hand weit hinter den Geldern zurück, die aus privater Hand geleistet werden müssen.

Gemeinsam mit der Werbegemeinschaft bewarb sich die Gemeinde Ankum im Jahr 2010 um Mittel aus dem QIN-Fördertopf, erhielt im Juni '10 die Zusage einer finanziellen Unterstützung in Höhe von knapp 40.000 Euro und wurde am 16.09.10 in Duderstadt noch einmal gesondert geehrt, als Bürgermeister Borgmann aus der Händen der Sozialminsterin Aygül Özka eine Auszeichnung für den Projektentwurf entgegennahm.
Die gerade erst vollendete "Viehtränke" vor dem Haus Wellmann im Unterdorf erinnert an den ehemaligen Ankumer Viehmarkt an gleicher Stelle
QIN in Ankum
Bereits in den vergangenen Monaten haben einige Betriebe Geld in die Hand genommen, um den Auftritt ihres Unternehmens in der Ankumer Hauptstraße und damit auch das Gesamtbild der Einkaufsmeile attraktiver zu machen. Damit ist aber erst ein erster, wenn auch wichtiger Schritt getan.
Um die Aufenthaltsqualität und die Verweildauer der Passanten zu fördern, sind noch weitere Schritte in Planung. So beispielsweise Hinweisschilder unter dem Schlagwort „Quittkerien“, die Anekdoten  aus dem Dorf erzählen, Eigenarten Ankums darstellen oder auch Quizfragen für die Besucher Ankums anbieten könnten.
Besonderes Lob von den Experten, die sich nach dem Gespräch im Rathaus auf einen Gang durch die Hauptstraße machten, erhielt die erst kürzlich fertiggestellte und aufwendig gestaltete „Viehtränke“ vor dem Haus Wellmann im Unterdorf, die an den dort ehemals stattfindenden Viehmarkt erinnert.

Mit großen Plakaten an Hauswänden soll außerdem dauerhaft zu einem Besuch und zum Verweilen im Quartier Hauptstraße Ankum eingeladen werden.
Im Modehaus Kuhlmann-Wöstmann - mit einem Großstadt-Angebot - zeigten sich die Besucher begeistert von den auch architektonischen Ideen der Präsentation
Problem und Chance: Besatzmanagement
Mit einem sogenannten Besatzmanagement, welches geeignet ist, Leerstände in der Hauptstraße gering zu halten und attraktive Unternehmensangebote in die Hauptstraße zu locken, hat sich Ankum darüber hinaus ein großes Ziel gesetzt. „Da greifen Sie das schwierigste Thema an“, sagte Jens Imorde. Vor allem, weil dabei auf Unternehmerentscheidungen Einfluss genommen werden müsste, die aber Privatsache sind.

Geplant ist zunächst eine Zusammenschaltung von Werbemaßnahmen zur Geschäftsansiedlung oder zur Neuvermietung von Ladenflächen in einem einheitlichen Design mit hohem Wiedererkennungswert. Ob Exposés zur Mietersuche in Schaufenstern oder ein Flyer zur Unternehmerwerbung bei der IHK, alle Publikationen sollen modern und einheitlich gestaltet werden. Als erster Ansprechpartner für alle Unternehmerbelange wird Michael Wübben als Verwaltungsvertreter des Bürgermeisters zur Verfügung stehen, so wie es im ersten Flyer auch schon deutlich ausgewiesen wird.

Der "Artländer Dom" ist ein Mittelpunkt des Dorflebens und der Hauptstraße. Gern hätten die Besucher auch noch die Treppen des Turmes erklommen, aber dafür reichte die Zeit nicht."Wir haben da einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht"
Das scheinbar schwierigste Problem aber, die Zusammenarbeit der Unternehmer mit der Gemeinde sowie untereinander, scheint derweil in Ankum schon halbwegs geknackt. „Wir haben da einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht“ sagte Thomas Krause und beschrieb, dass bereits heute viele Unternehmer zuerst Rücksprache mit der QIN-Arbeitsgruppe oder der Gemeinde halten, bevor sie neue Unternehmungen starten. „Das,“ so sagte es Michael Wübben, „ist eigentlich auch das beste Ergebnis der QIN-Initiative. Es reden wieder alle miteinander.“ Und obwohl dieses eigentlich kein Geld kostet, so schmunzelte der Gemeindevertreter,  wolle er die Fördermittel keinesfalls zurückzahlen.

Abschied, Lob und Ausschau
Nach dem etwa einstündigen Gespräch im Ankumer Rathaus und einem ebenso ausführlichen Gang durch das Quartier Hauptstraße, zeigten sich die Experten aus dem Sozialministerium, der Nbank sowie aus den Planungsbüros sehr beeindruckt von der Kreativität und Dynamik im QIN-Projekt „Aktiv für Ankum“. Beim Abschied zeigten sich Experten beeindruckt von der Kreativität und Dynamik im QIN-Projekt "Aktiv für Ankum" Zu sehen, wie es in Ankum voran geht, habe viel Spaß gemacht.

Bürgermeister Borgmann, der sich von Beginn an für die Stärkung der Ankumer Hauptstraße einsetzte und den Weg von den ersten Tagen der Planerwerkstatt bis zur heutigen Verwirklichung erster Maßnahmen aktiv begleitete,  dankte für die Unterstützung und hob vor allem noch einmal das außerordentliche Engagement Ankumer Geschäftsinhaber zur nachhaltigen Belebung der „Flaniermeile“ hervor. Auch wenn die QIN-Förderung wohl nicht noch einmal seitens der Landesregierung aufgelegt wird, so solle dieser Weg in Ankum weiter beschritten werden. Auf eine weitere Unterstützung des Landkreises Osnabrück könne man sicherlich bauen.

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