Wieder friedvoll, gewaltfrei und Party: Der Maigang Ankum - Kettenkamp 2011
Geschrieben von: Franz Raschke Montag, den 02. Mai 2011 um 23:02 Uhr
TV-Kamerateams animierten Jugendliche, um besondere Bilder „in den Kasten“ zu bekommen

Ankum: (fr) Von erneut vielen Pressevertretern beobachtet, von der Polizei begleitet und der Ordnungsbehörde kontrolliert, machten sich am gestrigen Sonntag deutlich weniger Jugendliche und junge Erwachsene auf den traditionellen „Marsch der Lemminge“, den Maigang zwischen Ankum und Kettenkamp.
Wurden im vergangenen Jahr, als die Samtgemeinde Bersenbrück erstmals ein Glasflaschenverbot erließ und die Polizei erstmals mit einem beträchtlichen Aufgebot den Maigang begleitete, noch etwa 1000- 1200 Teilnehmer gezählt, so wurde gestrig nur noch eine Menge von 500 – 600 Teilnehmern geschätzt.
Auf das Glasflaschenverbot, welches seitens des Ordnungsamtes an einem „Kontrollpunkt“ per Kontrolle der Handwagen, Taschen und Rucksäcke strikt umgesetzt wurde, hatten sich die Maiwanderer weithin eingestellt. Manche hatten schon vorab alle Getränke in Plastikflaschen umgefüllt oder sich gleich für die Dosen- oder Fässchen-Variante entschieden. Andere füllten den Inhalt der Glasflaschen erst am Kontrollpunkt in zuvor entleerte Bierdosen oder Plastikbehältnisse um.
Schon am Startplatz, auf dem Gelände der Tankstelle Berling, gab es ein gelöstes Miteinander zwischen den gewohnt mehrheitlich jungen Wanderern und der Polizei. Die Beamten mischten sich unters friedliche Volk, wurden angesprochen oder gingen von sich aus auf die junge Leute zu, die mit teils wieder mit hochtechnisierten „Bollerwagen“ unterwegs waren. Die Party-Ausstattung, reichend vom reichhaltigen Getränke-Mix, über den besten Sound bis zum mitgeführten Grill, war auch in diesem Jahr wieder bemerkenswert.
Bis in den Abend gegen 20 Uhr hin und bei schönstem Wetter mit Maisonne und leichtem Wind, zog sich der traditionelle „Marsch der Lemminge“ gemütlich und behutsam spärlicher werdend über die Landstraße bis in den Nachbarort Kettenkamp zur Gaststätte Klaus,
von einem sich ebenso stündlich ausdünnenden Polizeiaufgebot begleitet. Friedlich war es zu Beginn und friedlich blieb es bis zum Ende. Die jungen Wanderer genossen schlicht und vergnügt den Marsch zwischen zahlreich aufstellten Mülltonnen, machten hier oder da Halt; machten Party im besten Sinne.
Ein auffälliges Trinkverhalten einiger Jugendlicher und auch junger Erwachsener gab es wieder, welches aber wohl nicht mehr als besonderes Vorkommnis gilt, denn von besonderen Vorkommnissen berichtete die Polizei in der Rückschau nicht.
„Komasaufen im Osnabrücker Land“ titelte ein Fernsehbericht des NDR über den Maigang von Ankum nach Kettenkamp im Jahr 2010. Damals bereits, gewiss auch wegen der schon damaligen Polizeipräsenz, blieben aber alle „besonderen Vorkommnisse“ wie auch die befürchteten Ekzesse aus.
Auch gestrig filmten zwei TV-Teams in Ankum ein unspektakuläres Miteinander zwischen jungen Leuten, der Polizei, den Ordnungsbehörden, und eine friedliche Party auf Wanderschaft. Angesichts „fehlender Bilder“ wurden Jugendliche sogar zu besonderen „Party-Einstellungen“ animiert.
Ob dieses ein Wiederkommen der Fernsehsender im Jahr 2012 wahrcheinlich macht, ist fraglich: Friedvolle Partys junger Leute gibt es am 1. Mai vielerorts und auch zwischen Ankum und Kettenkamp bleiben dankenswert andere Schlagzeilen aus.
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