„Hotels“ für Wildbienen in Ankum
Geschrieben von: Thomas Oeverhaus Donnerstag, den 28. April 2011 um 19:38 Uhr
Heimatverein und Berufsschule engagierten sich für den Naturschutz
Ankum. (to) Hotels und Unterkunftsmöglichkeiten gibt es im staatlich anerkannten Erholungsort Ankum für auswärtige Gäste und Urlauber reichlich. Neuerdings gibt es dort aber auch „Hotels“ für Wildbienen, die Dank der Initiative des Heimat- und Verkehrsvereins Ankum an zwei markanten Punkten aufgestellt wurden.
„Summ, summ, summ, Bienchen summ herum!“ An diese bekannte Zeile aus einem ebenso bekannten Kinderlied hatten sich vermutlich die Naturschützer des Ankumer Heimatvereins erinnert, als vor einiger Zeit die Idee für den Bau von „Wildbienenhotels“ geboren wurde. Mit tatkräftiger Unterstützung von Schülern und Lehrern der Berufsbildenden Schulen in Bersenbrück (BBS) wurde die Idee in die Tat umgesetzt.
Bei „Wildbienenhotels“ handelt es sich um künstliche Nisthilfen für diese Insektenart, die vorzugsweise in Höhlen, Spalten, Trockenmauern oder abgestorbenem Bäumen nisten. Da in der freien Natur die herkömmlichen Nistplätze immer seltener werden, hatten Mitglieder des Referats Naturschutz im Heimatverein Ankum – allen voran Günther Trienen - die Erstellung von Wildbienenhotels angeregt.
In der BBS fanden die Ankumer Heimatfreunde bei Lehrer Werner Schumacher schnell einen „Verbündeten“, der sich zusammen mit den Schülern und seinen Lehrerkollegen Karl-Heinz Küthe und Dieter Helmich der Aufgabe stellte. So entstanden zwei massive Nisthilfen aus Holz, die am „Ankumer See“ sowie auf dem südlichen Gelände des Marienhospitals, nahe der neuen St.-Nikolaus-Kindertagesstätte, ihre Standorte fanden. Georg Hummert dankte als Heimatvereinsvorsitzender bei der offiziellen „Inbetriebnahme“ der Hotels neben den Initiatoren und Schulvertretern besonders auch Bürgermeister Ferdi Borgmann von Gemeinde Ankum sowie Ansgar Oeverhaus vom Ankumer Marienhospital für die Möglichkeit, auf deren Grundstücken die künstlichen Nisthilfen aufstellen zu dürfen. Den Dank erwiderte Bürgermeister Borgmann und zollte dem Heimatverein sowie der Berufsschule seinen Respekt für die Realisierung der Idee. „Mit der Erstellung von Wildbienenhotels wird direkt vor Ort und für alle sichtbar aktiver Umweltschutz betrieben, um Brutplätze und Überwinterungsquartiere zu bieten und die Wildbienen vor dem Aussterben zu schützen“, war von Ferdi Borgmann und Georg Hummert unisono zu erfahren.
Zwei große Informationstafeln an den Wildbienenhotels geben Interessierten übrigens Auskunft über den Nutzen und das Leben dieser Insektenart. Wildbienen sind so genannte „Solitärbienen“, dass heißt, sie leben nicht in gemeinsamen Völkern, wie herkömmliche Honigbienen. Als Wildbienen bezeichnet man sämtliche Bienenarten der Überfamilie Apoidea, mit Ausnahme der Honigbienen und nicht etwa wildlebende Urformen oder verwilderte Stämme der Honigbiene. In der Zoologie ist auch die Bezeichnung Blumenwespen für diese Gruppe der Bienen geläufig
Wildbienen sind im Übrigen für Mensch und Tier ungefährlich, aber von großem Nutzen, da sie unter anderem viele Obstbäume bestäuben. Die Bestäubung durch Wildbienen beginnt oftmals bereits im März. Damit erfolgt die Befruchtung weitaus früher als durch Honigbienen - auch bei Kälte und bedecktem Himmel – und macht die Wildbienen im heimischen Garten wie auch im Erwerbsobstbau (dort bestäubt eine Wildbiene bis zu 5.000 Blüten pro Tag) zu erwünschten Nützlingen. Die Obstbäume in Ankum dürften sich also freuen, dass nun auch für Wildbienen im staatlich anerkannten Erholungsort „Hotels“ zu finden sind.
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> Die Internetseiten des Heimat- und Verkehrsvereins Ankum
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