Barmherzige Schwestern vom hl. Karl Borromäus verlassen das Marienhospital
Sonntag, den 20. März 2011 um 23:30 Uhr
Auch zukünftig sind Ordensfrauen in der Pflege tätig
Osnabrück. (opm) Eine Ära geht an den Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück zu Ende: Nach 151 Jahren verlassen die Ordensfrauen der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus das Haus.
Schwester M. Margret, die mit ihren drei Mitschwestern Schwester M. Edwina, Schwester M. Placida und Schwester M. Raphael nun die Tradition am Marienhospital beendet, erklärt den Hintergrund: „Auch in unserer Ordensgemeinschaft haben wir große Sorgen Nachwuchs zubekommen. Wir Schwestern hier am Marienhospital verlassen das Haus aus Altersgründen – und leider ist es nicht möglich, mit jüngeren Schwestern unsere Arbeit fortzuführen.“ Ein Schritt, der schmerzt, denn der Dienst an den Kranken ist für die Borromäerinnen ein wichtiger Teil ihres Gelübdes. (Weiter)
Schwester Margret selbst ist seit 1990 am Marienhospital tätig. Von 1990 bis 2007 war sie als Pflegedienstleiterin für die Organisation der Pflege im Krankenhaus verantwortlich. Diese Funktion wurde bis 2007 von den Borromäerinnen wahrgenommen.
Mit drei Borromäerinnen begann auch die Geschichte des Marienhospitals: Im August 1859 hatte eine Choleraepidemie Osnabrück heimgesucht. Bischof Paul Melchers ließ die alte Dechanei von St.Johann räumen und zur Pflege von Kranken herrichten. Zuvor war es ihm gelungen, mit der Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus zu vereinbaren, dass sie drei Schwestern von Trier nach Osnabrück sandten, um die Kranken zu pflegen.
Das war die Geburtsstunde des Marienhospitals, das mittlerweile ca. 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt und jährlich ca. 26.000 stationäre und ca. 57.000 ambulante Patienten behandelt.
Vom Beginn bis heute sorgten sich die Borromäerinnen in der Pflege und in der Seelsorge um die Patienten – oft bis an und über die Grenzen der Belastbarkeit. Insbesondere nach den beiden Weltkriegen leisteten die Ordensfrauen Erhebliches, um die Patienten unter extremen Mangelsituationen zu begleiten und das Marienhospital wieder aufzubauen.
Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Empfang im Marienhospital wurden die Ordensfrauen verabschiedet. Bischof Dr. Franz-Josef Bode dankte dem Orden für seinen unermüdlichen Einsatz: „Durch Sie sind vielen Menschen Lichtblicke in Leben und Leid gewährt worden.“
Der Geschäftsführer des Marienhospitals, Rudi Fissmann, würdigte das Engagement der Borromäerinnen mit großer Dankbarkeit: „Wenn wir uns von den Schwestern verabschieden, dann verändert sich etwas sehr tiefgreifendes im Marienhospital. Die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus gehören zum Marienhospital Osnabrück. Wenn wir nun unseren Weg ohne Sie weiter gehen, dann wird das Marienhospital etwas anders sein.“ Fissmann betont zugleich, dass der Geist, für den die Borromäerinnen stehen, die Arbeit im Haus schon seit langem geprägt hat: „Das Leitbild der Niels-Stensen-Kliniken steht unter der Überschrift ‚Menschlich, kompetent, christlich’. Damit ist das Prägende unserer Arbeit klar benannt. Diese Haltung drücken nicht nur die Ordensfrauen aus, sondern sie ist Leitlinie für alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“
Ordensschwestern wird es am Marienhospital Osnabrück weiterhin geben: Seit 2009 sind vier Herz-Jesu-Schwestern aus Kerala in Indien im Krankenhaus in der Pflege und in der Sorge um die Patienten tätig.
Mehr zur Geschichte des Marienhospitals findet sich im Internet: Hier klicken.
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