Gute Nachricht: Irene Mathlage bleibt Ankum und dem Haus Henry Dunant erhalten
Geschrieben von: Franz Raschke Mittwoch, den 16. März 2011 um 03:34 Uhr
Nach 23 Jahren als Chefin im DRK-Altenheim erste Schritte auf den Weg in den verdienten Ruhestand
Ankum. (fr) „Frau Mathlage, ich habe mir jetzt mal Ihre Personalakte kommen lassen“, schmunzelte der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes OS-Nord Bernd Heinemann, so als wollte auch er so recht noch nicht an die Richtigkeit des anstehenden Vorgangs glauben. Ganz ohne Akte freilich und mit großem Respekt beschrieb er dann den Weg einer Frau, die in Ankum Fundamente für die Zukunft gelegt und Neues geschaffen hat.

Als „Ankumer Kind“ besuchte Irene Mathlage zunächst die Schule der Bauernschaften in Walsum/Rüssel und danach im Ankumer Dorf, und fasste schon früh den Entschluss - ihrer damals beim Ankumer Chirurgen Dr. Dietrich Tschirdewahn tätigen Mutter gleich – Krankenschwester zu werden.
Doch da sie zu Zeiten ihres Wechsel von der Schule ins Berufsleben das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte, musste sie diesen Berufswunsch erst einmal verschieben und ergriff die damals von vielen jungen Ankumer Frauen genutzte „nächstgute“ Möglichkeit vor Ort: Sie erlernte in den Artländer Bekleidungswerken den Beruf der Näherin.
Um 1970 wechselte sie dann – bereits verheiratet – ihren Wohnort, zog um nach Merzen und fand einen Job in der dortigen Firma Schwertmann. Erst später und mit einer Ausbildung in Bremen, schwenkte Irene Mathlage um in den sozialen und medizinischen Bereich und schuf damit die Möglichkeit zur Arbeit im da noch vergleichsweise jungen Ankumer DRK-Altenheim, in dem sie ab 1985 zunächst als Pflegedienstleiterin tätig wurde. Bereits drei Jahre später absolvierte sie die Ausbildung zur Heimleiterin und wurde sogleich mit diesem Aufgabenbereich im Ankumer Altenheim des DRK betraut. 
Mithin waren es dann auch die Jahre nach 1988, die Zeit ihrer Arbeit als Heimleiterin, auf welche alle Redner des Abends deuteten. Obwohl manche frühe Weggefährten der „Irene“, wie Ankums Ratsherr Kurt Wiesing, mit ihr sicherlich noch Stunden lang in alten Erzählungen hätten schwelgen können.
Gekommen waren die Weggefährten, auch jene späterer Jahre, ohnehin in großer Zahl. Bereits eingangs seines Vortrags begrüßte Bernd Heinemann die Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes Niedersachsen Karin von Heimburg, die Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes OS-Nord Elke Stönner, den Bürgermeister der Gemeinde Ankum Ferdinand Borgmann, den Vorsitzenden des Fördervereins Burkhard Dräger, MitarbeiterInnen kooperierender Einrichtungen der Altenhilfe,
Apotheker wie Dienstleister, sowie die dem Ankumer DRK-Altenheim besonders verbundenen Ankumer Ärzte, voran Dr. Christian Sczuka und Dr. Franz Többe.
Ankums Bürgermeister dankte dem Haus Henry Dunant und damit gestrig in einem besonderen Maße der nun ausscheidenden Heimleiterin Irene Mathlage, nicht nur eine lebenswerte, sondern eine liebenswerte Gastlichkeit für Menschen höheren Lebensalters geschaffen zu haben. Nicht „Heimbewohner“ sondern lieb werdende Gäste seien hier am Lebensabend zuhause. Im Namen Ankums dankte er für das bemerkenswerte Engagement des Hauses, welches selbst vor Ort einem Miteinander der Anbieter ausgesetzt ist und hierin hervorragend bestehe. 
Karin von Heimburg gestand unterdessen schon anfangs ihrer Rede ein, während der Anfahrt ins Ankumer Dorf schnell noch am Sozialen Kaufhaus an der Alfhausener Straße vorgefahren zu sein. Als Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes kennt sie zwar das Ankumer DRK-Haus schon allein wegen der intensiven Arbeit im Bereich der Palliativ-Pflege – deren Konzeptentwicklung sie beobachtete – gut. Am Sozialen Kaufhaus in Ankum sei für sie aber immer ein besonderes „Aha: Irene Mathlage!“ abzulesen.
Mit der verwirklichten Idee, die Hilfe für Bedürftige aus dunklen Räumen oder Kellern heraus zu holen, habe Ankums DRK-Heimleiterin Mathlage einen neuen landesweiten Trend gesetzt. Ihrem Beispiel folgend arbeitet der DRK-Landesverband nun vielerorts an vergleichbaren Hilfen.
„Irene hartnäckig“ war danach auch passend die Überschrift der Rede, die Burkhard Dräger als Vorsitzender des Fördervereins führte. Hartnäckig sei Irene Mathlage geblieben, selbst nachdem ein erster Anlauf zur Errichtung eines Fördervereins gescheitert sei. Gemeinsam mit dem leider schon verstorbenen Walter Naber brachte sie dieses Projekt dennoch auf den Weg. Hartnäckig war sie auch, als Renovierungsarbeiten im Hause anstanden, das Soziale Kaufhaus Ankum oder das hausinterne Palliativ-Projekt zum Erfolg gebracht werden mussten. Ihn freute es ebenso wie alle anwesenden Gäste, dass sie Ankum nun nicht verloren geht, selbst wenn sie nicht mehr die Heimleiterin im Haus Henry Dunant sein wird. Sie bleibt dem Förderverein des Altenheims als Vorstandsmitglied treu und wird auch das Soziale Kaufhaus weiterführen. "Wir nehmen dich da beim Wort", verkündete Dräger im besten Einvernehmen aller.
Für eine besondere Überraschung sorgten kurz darauf Birgit Krull und Elfriede Haarannen, die im Gewand fortgeschrittenen Alters und quasi als Heimbewohnerinnen gegen die Kündigung ihrer Heimleiterin protestierten.
„Frau Mathlage muss bleiben“ prangerte an den Plakaten des Rollators und obwohl Karin Huster mehrfach versuchte Klarheit herzustellen, hielten die Damen an ihrem Protest fest und erzählten von reichlich Applaus begleitet, noch manches Dönken aus alten Zeiten. Ein von Herzen kommendes Dankeschön an ihre Irene Mathlage.
Irene Mathlage hat in den vergangenen 25 Jahren das Fundament für eine moderne und hochqualifizierte Alten- und Krankenpflege in Ankum gelegt. Sie schuf mit dem Anschub der Pallitativ-Pflege und dem Sozialen Kaufhaus Neues, mit der Initiierung des Fördervereins mehr Sicherheit. Vor allem aber entwickelte sie im Ankumer Haus Henry Dunant ein herzliches und familiäres Miteinander, welches alle MitarbeiterInnen und jeden Gast oder Bewohner des Hauses unvoreingenommen einschließt und fast schon einzigartig ist.
Dieses war herauszuhören aus allen Reden des Abends und nebenbei auch aus einer Notiz, die uns Irene Mathlage vorsorglich schon Tage zuvor mit auf den redaktionellen Weg gab:
„Schreibt nicht so sehr über mich, sondern über das Haus und Nicole Köhne, die nun das Kommando übernimmt. Es tut richtig gut, sich jetzt mit vollem Vertrauen auf das Team mit allen MitarbeiterInnen zurücknehmen zu können.“
Nicole Köhne, seit 20 Jahren im Hause und ab nun Chefin vor Ort, sagte es am gestrigen Abend etwas anders und zeigte auf das Haus: „Schau dich um, was hier ist, das hat sie! geschafft!“
| < Zurück | Weiter > |
|---|
Ankumer Notizen
Ausstellungen
Ankum in Funk und Fernsehen
Blutspendetermine DRK Suche







