Präventionsrat SG Bersenbrück tagte

SG Bersenbrück. (opm) Durch die Aktivitäten der verschiedenen Arbeitskreise ist die Aktionspalette des Präventionsrates der Samtgemeinde Bersenbrück breit gefächert.

Praventionsrat der Samtgemeinde BersenbrückDas wurde im Jahresrückblick auf der Vollversammlung im Rathaus deutlich. Mitarbeiter aus der Verwaltung, aus Justiz und Polizei nehmen daran ebenso teil wie Vertreter der Kriminalprävention des Landkreises Osnabrück, aus dem Jugendamt, vom Frauen- und Kinderschutzhaus, von der Caritas und aus Kindergärten, Schulen und Vereinen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Kompetente Fachleute ihrer jeweiligen Ressorts, die sich auf der Vollversammlung auch regelmäßig über neue Wege in der Gewaltprävention informieren. Diesmal war es der Diplompädagoge Hans Ludger vom Diakonischen Werk in Osnabrück, der das Fachzentrum gegen Gewalt & für Täterarbeit und Opferschutz (Faust) vorstellte. In unterschiedlichen Modulen wird hier der Gewaltbereitschaft straffällig gewordener Täter oder potentiell zur Ausübung von Gewalt bereiter Personen durch gezielte Trainingseinheiten entgegen gewirkt.

So gibt es ein „Anti-Gewalt-Training“ für bereits straffällig gewordene Männer bis 30 Jahren, die sich mit ihrer Tat und deren Auswirkung auf die Opfer in bis zu 80 Behandlungsstunden auseinander setzen müssen. Für Jugendliche, die durch Gewaltdelikte aufgefallen sind, gibt es das sogenannte „Coolness-Training“ – fünf Monate lang wird den Teilnehmern vermittelt, ein Selbstbewusstsein ohne Gewaltbereitschaft und Provokation zu entwickeln. Das Erarbeiten von konfliktfreien Lösungsansätzen und Trainieren gewaltfreier Handlungsalternativen als rein präventive Maßnahme findet sich auch im Modul „Kompetenztraining“ für Heranwachsende in sozial schwierigen Verhältnissen. Zusätzlich bietet Faust Einzelarbeit mit Gewalttätern in besonders schwierigen Fällen und berät Einrichtungen wie Schulen bei Gewaltproblemen. Dazu werden auch Weiterbildungen für Lehrkräfte angeboten. Sowohl die präventive Arbeit als auch die Aufarbeitung mit Tätern bedeutet effektiven Opferschutz, erläuterte Hans Ludger.

Im Anschluss an den Vortrag berichtete Regina Bien aus den Arbeitskreisen des Präventionsrates.

Der Antigewalttag im November wurde von den Mitgliedern des AKs Häusliche Gewalt durch eine Reihe öffentlicher Aktivitäten gestaltet. Parallel wurde die dreiwöchige und interaktive Ausstellung „Echt fair“ im Medienforum von 400 SchülerInnen und Jugendlichen besucht. Aus dem AK Jugend wurde berichtet, dass bereits im zweiten Jahr Alkoholtestkäufe an Tankstellen und Supermärkten durchgeführt wurden. Trotz einzelner Verstöße war dabei eine höhere Sensibilität gegenüber der Einhaltung des Jugendschutzgesetzes erkennbar.

Gute Erfahrungen wurden auch mit den verschärften Kontrollen und dem Verbot von Glasflaschen am 1. Mai gemacht. Das bestätigten Manfred Egler und Sinikka Schneider vom Polizeikommissariat. 1200 Jugendliche hatten sich auf die traditionelle Wanderung von Ankum nach Kettenkamp begeben, Mitarbeiter von Polizei, Ordnungsamt und Jugendpflege begleiteten die Veranstaltung mit übergreifenden Maßnahmen.

Die vom AK „Sicheres Wohnen“ angebotene Informationsveranstaltung zu präventiven Maßnahmen der Eigenheimsicherung war auf geringe Resonanz gestoßen. Trotzdem soll es dazu weitere Bemühungen geben, einen gemeinsamen Informations-Flyer von Polizei und Handwerk gibt es bereits.

Der in den weiterführenden Schulen ausgelobte Malwettbewerb zur Fahnengestaltung für den Tag der Zivilcourage im März 2010 war dagegen auf ein breites Echo gestoßen, schilderte Regina Bien. Positiv waren auch die Evaluationsergebnisse aus dem dreijährigen Projekt PaC – Prävention als Chance, welches an Schulen und Kindergärten in der Samtgemeinde Bersenbrück und der Stadt Bramsche durchgeführt wurde. Demnach war ein positiv verändertes Verhalten zur Gewaltabnahme festgestellt worden. Beide Kommunen führen das Projekt mittlerweile mit eigenen finanziellen Mitteln weiter. Außerdem gibt es zunehmend Anfragen aus anderen Städten und Gemeinden, die sich für die Durchführung und Umsetzung von PaC interessieren.

Quelle: SG Bersenbrück Aktuell am 04.03.11 (http://www.bersenbrueck.de)

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