Antigewalttag in Bersenbrück und Ankum
Freitag, den 26. November 2010 um 22:44 Uhr
Bersenbrück/Ankum.(opm) Laut war der Protest gegen Gewalt an Frauen und Mädchen in der Samtgemeinde Bersenbrück, richtig laut. Mit einem Pfeifkonzert hissten die Mitglieder des Arbeitskreises Häusliche Gewalt des Präventionsrates die leuchtend blaue Flagge von „Terre des Femmes“ vor dem Rathaus.
Zuvor hatten sie Passanten auf den internationalen Antigewalttag aufmerksam gemacht und ihnen blaue Trillerpfeifen geschenkt mit der Aufschrift „Wir pfeifen auf Gewalt“. Mit Trommeln und Rasseln unterstützten Frauen aus dem multikulturellen Frauentreff Dialog den lauten Protest. Gewalt gegen Frauen und Kinder im häuslichen Bereich hat viele Gesichter, vieles geschieht im Verborgenen. So entsteht unter dem Schweigen von Tätern, Opfern, Nachbarn und Mitmenschen eine Gewaltspirale mit langwierigen Folgen. Einblicke darüber gibt derzeit die interaktive Ausstellung „Echt fair“ im Medienforum, in der Kinder und Jugendliche ihre eigenen Erfahrungen mit häuslicher Gewalt reflektieren können.
Jugend- und Kinderschutzhäuser, Beratungsstellen wie Biss, Jugendämter, Polizei – sie alle bieten Hilfe, zur Prävention vor der Gewalt und zum Schutz der Opfer während oder nach Eskalationen. „Häusliche Gewalt ist kein Tabu-Thema“, machte Regina Bien, Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde deutlich.
Seit 12 Jahren ist der 25. November von den Vereinten Nationen als internationaler Gedenktag anerkannt. 800 Organisationen beteiligen sich mit Aktionen in 90 Ländern weltweit daran.
Vor 50 Jahren wurden die drei Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst des Diktators Trujillo ermordet. Ihr Todestag ist seit 1981 Gedenktag für weibliche Opfer von Gewalt.
Nach dem Hissen der Flagge fand eine Diskussion zum Thema „Kinder im Kontext häuslicher Gewalt“ statt. Am Abend fand dann ein ökumenischer Gottesdienst in der St. Nikolaus-Kirche in Ankum statt. „Jetzt, meine Schwester, rede laut“ nahm die biblische Geschichte um die von ihrem Bruder vergewaltigte Tamar im Alten Testament unter die Lupe. Auch hierbei kamen diverse Instrumente lautstark zum Einsatz.
Nach dem Gottesdienst war Zeit zur Begegnung und zum Gespräch ins Haus Kirchburg. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist also mindestens so alt wie die Bibel, wahrscheinlich noch älter. Trotz Gleichberechtigung, Schutzmaßnahmen und Präventionen ist das Thema aber auch heute noch aktuell und verdient es allemal, dass gegen dieses Unrecht laut gepfiffen und Krach gemacht wird.
Quelle: Bersenbrück Aktuell am 26.11.10
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