Prag - zwischen Vergangenheit und Moderne

Ankum. (okk) Schon seit Dezember 2009 freuten sich einige Ankumer, Alfhauser und Merzener ganz besonders auf den 30. September 2010: Morgens früh ging es los mit dem Bus nach Prag. Den bei der Kolping-Generalversammlung versprochenen Reisesegen spendete zwar nicht der Präses selbst, doch unser lieber Kolpingbruder Albert Meurer hat als Diakon dieses wunderbar stellvertretend für ihn übernommen.

Fotos: Octavia Kleine-Kuhlmann

Auf der Anreiseroute lud die Stadt Dresden mit ihrer imposanten Silhouette zu einem  kurzen Zwischenstopp ein. Viele der Reisenden kannten die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten schon von vorherigen Aufenthalten und nutzten die Pause dem schon Bekannten einen kurzen Besuch ab zu statten. Das Geläut der Porzellanglocken vom Zwinger noch im Ohr, das aktuelle Hochwasser der Elbe vor Augen und den Geschmack der Thüringer Rostbratwurst auf Zunge ging es dann weiter. Am frühen Abend war es dann so weit: die goldene Stadt Prag an der schönen Moldau lag vor uns in der Abendsonne.

Fotos: Octavia Kleine-KuhlmannDer zweite Reisetag war zunächst mit einem strammen Besichtigungsprogramm ausgefüllt. Zu unseren Zielen gehörten natürlich die Karlsbrücke, die Jakobuskirche, das Rudolfium, das Jüdische Viertel, der Altstädter Ring mit dem Rathaus und der astronomischen Uhr. Das Besichtigungs-Programm endete dann am Wenzelplatz, auf dem vor 20 Jahren die friedlichen Demonstrationen stattfanden, die zur Demokratisierung der Tschechoslowakei führten. Im weiteren Tagesverlauf bestand die Möglichkeit, die bis dahin kennen gelernte Altstadt und Neustadt auf eignen Faust zu erkunden.

Zahlreiche schöne Gebäude luden zum Staunen ein oder auch der Rathausturm, sich das ganze bunte Treiben in der Stadt mal von oben zu betrachten. Am Abend trafen sich dann einige, um sich verwöhnen zu lassen mit guten Essen und eingängiger Musik im Rahmen eines Böhmischen Abends in einem der zahlreichen Bierlokale. Eine andere Gruppe tauchte in die faszinierende Illusionswelt der Laterna Magica ein: multimediales Theater das Schauspiel, Tanz, Musik, Film und Projektion in einer Kombination verbindet wie an keiner anderen Bühne der Welt. Erstmals wurde diese Form von Theater 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel gezeigt. Der Tag klang dann für alle beim Nationalgetränk der Tschechen aus…

Fotos: Octavia Kleine-KuhlmannAm Samstag hieß es dann: auf zur Burg. Die Prager Burg befindet sich auf der linken Moldauseite oberhalb der Stadt. Sie ist bis heute das politische Zentrum des Landes und verbindet dadurch die Vergangenheit unmittelbar mit der Moderne.

Der St.Veits-Dom und der alte Königspalast standen auf dem Besichtigungsprogamm. Auch der Raum wo der berühmte Prager Fenstersturz 1419 statt fand und die Wenzelkrone – die Krone aller tschechischen Herrscher- wurden besichtigt. Von der Aussichtsterrasse der Burg eröffnete sich ein herrlicher Blick auf die Stadt mit ihren 400 Kirchen und den zahlreichen Brücken. Die Deutsche Botschaft, von dessen Balkon Hans-Dietrich Genscher 1989 den Flüchtlingen aus der damaligen DDR die Ausreise zu sicherte, war von hier aus gut zu sehen. Über die lange Treppe vom Burgberg ging es dann hinunter, vorbei am der St. Niklas-Kirche und durch die schmalen Straßen der Kleinseite, dem multikulturellen Wohnviertel in dem gerne die Prager leben und verweilen, ging es zurück an die Moldau.

Fotos: Octavia Kleine-KuhlmannHier angekommen bestand nun wieder die Möglichkeit auf individuelle Art die Atmosphäre der Stadt an einem der zahlreichen Plätze zu genießen. Ein guter Kaffee und ein leckerer Kuchen in einem der traditionsreichen Künstlercafes gehörten sicher für alle dazu. Der Tag klang aus mit einem gemeinsamen Essen bei einer abendlichen Moldaufahrt, bei der das beleuchtet Prag vom Wasser aus eine zauberhafte Kulisse darstellte.

Alle waren sich einig: in den zwei Tage haben wir einen Überblick über diese facettenreiche Stadt bekommen, aber die Zeit hat längst nicht ausgereicht um alles sehen und erleben zu können was sie zu bieten hat.

Am Sonntag hieß es dann Abschied nehmen: Jeden Tag hatten wir sonniges Wetter doch zum Abschied war die Stadt in Nebel getaucht, als ob sie auch etwas traurig wäre, dass wir uns schon wieder auf den Heimweg machten… Doch kurz nach der Grenze war die Melancholie verfolgen, denn die Sonne lachte uns an. Hier erwartet uns noch beim Zwischenstopp in Meißen die Besichtigung der bekannten Porzellanmanufaktur.

Fotos: Octavia Kleine-KuhlmannIm Museum wurden in einer Sonderausstellung zum 300sten Jubiläum der Fabrik alle Schätze gezeigt, die je aus dem weißen Gold für die anspruchsvollen Kunden aus aller Welt gefertigt wurden. In der Schauwerkstatt bekamen wir einen Überblick über die vielen Arbeitsgänge, die erforderlich sind um aus dem Rohmaterial ein aufwendig bemaltes Unikat entstehen zu lassen.

Das letzte Stück der Rückreise verging dann fast wie im Flug und beim Abschied hieß es dann hoffentlich bis bald in einer anderen interessanten Stadt Europas.

Besonderer Dank galt zum Abschluss den beiden Organisatoren der Städtetour, Burkhard Wehage und seiner Frau Octavia Kleine-Kuhlmann, für die so gut vorbereitete und durchgeführte Mehrtagesfahrt.


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