Bewegte Geschichte einer Lohgerberei
Geschrieben von: Karl Wanstrath Freitag, den 02. Juli 2010 um 00:23 Uhr
Ankum. (kw) Auf Einladung des Heimat- und Verkehrsvereins Ankum unternahm eine über 40-köpfige Radwandergruppe erneut eine Tagestour mit dem Fahrrad. Auf einem Rundkurs von etwa 65 km erkundeten die Heimatfreunde dieses Mal die Orte Holdorf und Steinfeld im Oldenburger Münsterland.

Über Gehrde und Fladderlohausen erreichten die Radler ihr erstes Etappenziel, das Heimathaus in Holdorf. Bernd Sieve, Vorsitzender des Holdorfer Heimatvereins, erläuterte den Gästen die geschichtliche Entwicklung des Ortes.
Aktuelle Ausgrabungen würden belegen, dass eine dauerhafte Besiedlung Holdorfs bereits um 710 n. Chr. erfolgte. Deshalb würde das Jahr 2010 ganz im Zeichen der 1.300 Jahr-Feier der Besiedlung von Holdorf stehen. Die Ankumer erfuhren, wie sich der Ort vom Armenhaus des Oldenburger Landes zu einer aufstrebenden und wirtschaftlich äußerst erfolgreichen Gemeinde mit rd. 6.500 Einwohnern entwickelt hat.
Eine Führung durch das schmucke Heimathaus, welches seit kurzem auch ein Heimatmuseum mit alten Gerätschaften aus der hiesigen Umgebung beherbergt, rundete den Besuch in Holdorf ab.
Anschließend radelten die Ankumer auf ruhigen Nebenwegen nach Steinfeld im Oldenburger Münsterland. Nach dem gemeinsamen Picknick in der Lohgerberei nahm Stephan Honkomp, Vorsitzender des Heimatvereins Steinfeld, die Ankömmlinge mit auf eine Zeitreise durch die bewegte Geschichte des uralten Bauwerks.
Er erzählte, dass das Gebäude im Jahre 1737 als Kapelle in Holdorf errichtet wurde. Nachdem es über 120 Jahre als Gotteshaus diente, wurde das Haus im Jahre 1858 von einem Lohgerber nach Steinfeld versetzt. Die so entstandene Lohgerberei war bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts Ort für die Lederherstellung.
Heute dient das liebevoll restaurierte Bauwerk unter der Regie des Heimatvereins der heimatlichen Kulturpflege. Es beherbergt unter anderem das Heimatarchiv und eine Ausstellung über das Lohgerberhandwerk. Stephan Honkomp demonstrierte den Besuchern anhand der alten Werkzeuge und Gerätschaften sehr eindrucksvoll, wie früher Leder hergestellt wurde. 
Zum Abschluss des Besuches in Steinfeld unternahmen die Radwanderer zusammen mit dem Heimatvereinsvorsitzenden einen Streifzug durch den geschmackvoll sanierten Ortskern. Dabei erfuhren sie, dass es in Steinfeld seit einigen Jahren sogar eine Brauerei gibt. Auch warfen sie einen Blick in die Katholische Pfarrkirche St. Johannes.
Über Langenberg bewegte sich die Radkolonne weiter nach Grandorf, wo den Heimatfreunden im Jagdhaus „Flockme's Hein" Kaffee und Kuchen serviert wurden. Weiter verlief die Fahrt über Nellinghof und Bersenbrück zurück zum Heimatort.
Fotos: Karl Wanstrath
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> Weitere Berichte über die Arbeit des Ankumer Heimatvereins
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