Vorstandswahlen verursachten Turbulenzen

Ankumer Schützen übten engagierte Vereinskritik – Josef Havermann wird neuer Präsident

Rund 260 Schützenbrüder verfolgten im Gasthaus Düker eine Mitgliederversammlung mit TurbulenzenAnkum. (fr) Im Ankumer Schützenverein scheint sich eine Lücke zwischen der durchaus erfolgreichen Vereinsarbeit und deren Fundament abzuzeichnen. So jedenfalls lassen Appelle vermuten, die gleich mehrere Mitglieder sehr engagiert an die Schützenbrüder richteten, nachdem die Vorstandswahlen im Gasthaus Düker erst nach mehreren Pausen abgeschlossen werden konnten.

Wie erfolgreich das vergangene Schützenjahr gestaltet wurde, ließ sich aus allen anstehenden Berichten der gestrigen Mitgliederversammlung entnehmen. Nach einem Wechsel des Festwirts, damit auch mit einem vergrößerten Festzelt, spielte das Schützenfest 2009 genau jenen erhöhten Gewinn ein, der eine Anhebung der Mitgliedsbeiträge entbehrlich machte. Den Blitzeinschlag in einen Verteilerkasten konnte Kassierer Michael Goda nicht vorhersehen. Trotzdem ist die Kassenlage des Vereins durchaus positiv.Ohnehin weist der Verein mit etwa 1100 Mitgliedern eine stabile Kassenlage aus. Als unvorhergesehene Ausgabe beschrieb Kassierer Michael Goda jedoch den kostenintensiven Ersatz eines Verteilerkastens , nachdem dieser einem Blitzeinschlag zum Opfer fiel.

Bemerkenswert sind auch die Erfolge im Schießsport, über die Schießwart Axel Fleddermann berichtete. In der abgelaufenen Schießsaison 2009/10 des Schützenkreises Nordwest dominierten – wie auch in den vergangenen Jahren - die Ankumer Jungschützen und nahmen 3 Mannschaftspokale und vier Einzelpokale für die besten Einzelschützen entgegen. Zuverlässigkeit zeichnet auch die 3. Mannschaft der Ankumer Schützen aus. Zum 5. Mal hintereinander aufgestiegen, sind sie jetzt in der Auflage V angekommen.

Schießwart Axel Fleddermann berichtete von den bemerkenswerten sportlichen Erfolgen der Ankumer SchützenAusschauend auf das kommende Schützenfest vom 10. bis zum 12. Juli stellte Präsident Franz Kortland eine weitere - also dann dritte – Kapelle als Begleitung des großen Festumzuges in Aussicht. Die während der Mitgliederversammlung gesammelten Spenden sollen diesjährig dem Verein selbst zugute kommen und zur Verschönerung des Schützenhalle eingesetzt werden.

Nach der Bekanntgabe neuer Ehrenmitglieder kam sodann der Tagesordnungspunkt 9 zum Aufruf. Turnusgemäß galt es sechs neue Vorstandsmitglieder zu wählen. Vorab sicher war hierbei allein die Bewerbung des Schützen Heinz-Georg Bosse aus Bersenbrück, die weiteren 5 neuen Vorstandsmitglieder sollten nun durch die etwa 260-Mann starke Versammlung benannt werden.

"So geht es nicht!" - Präsident in spe Josef Havermann richtete deutliche Worte an die Schützenbrüder.Wohl ahnend, dass sich dieses Verfahren als schwierig herausstellen könnte, stellte Kortland zunächst zur Abstimmung, die Wahlen bis in den Herbst zu verschieben. Dieses lehnte die Schützengemeinschaft ab, stimmte jedoch zu, gegebenenfalls auch Mitglieder zu wählen, die bereits schon einmal ein Vorstandsamt ausübten.

Doch selbst unter Anwendung dieser Wahlerleichterung verliefen die Wahlen zäh. Erst nach zwei Pausen und nach vielen Diskussionen am Rande, konnten Ingo Beran, Stefan Kempe, Uwe Schröder, Denis Ruchay und Jürgen Kleine als weitere neue Vorstandsmitglieder mit einem kräftigen Horrido begrüßt werden.

Johannes Havermann, kurz darauf zum Präsidenten in spe gewählt, fand anlässlich der Scheu der Vereinsmitglieder vor einem Vorstandsamt deutliche Worte und betrachtete die Umstände der stattgefundenen Wahl sogar als ein Fiasko.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Diverses" sprangen ihm, wie auch dem amtierenden Präsidenten, sogleich mehrere Schützen zur Seite und richteten engagierte Appelle an den eigenen Verein. Die neuen  Mitglieder des Vorstands gemeinsam mit Präsident, Majestät, Auditor und  dem Präsidenten in speGemeinsam forderten die Redner, sich wieder auf das Schützenwesen zu besinnen, sich wieder intensiver für den Verein und die Heimataufgaben einzusetzen und dem Ehrenamt im Verein wieder eine größere Bedeutung beizumessen.

Eine teils barsch vorgetragene Kritik, die rechtzeitig das Fundament des Vereins zu sichern versuchte, bald darauf friedvoll verklang, aber so rasch wohl nicht vergessen wird. Nach dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne und einem nochmals laut schallenden Horrido schloss Präsident Franz Kortland kurz darauf die Mitgliederversammlung 2010.

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