Türenrenovierung mit überraschendem „Fund"

„Artländer Dom": Instandsetzung endgültig abgeschlossen

Ankum. (to) Es ist geschafft: Mit der grundlegenden Reparatur der vier großen, doppelflügigen Eingangstüren auf der Süd- und Nordseite der Ankumer St.-Nikolaus-Kirche sind die mehrjährigen Renovierungsarbeiten am „Artländer Dom" endgültig abgeschlossen.

Maßarbeit! Nach Abschluss der Türrestauration erläuterte Tischlermeister Helmut Frye den Vertretern der Kirchengemeinde St. Nikolaus Pastor Bernd Heuermann sowie Peter Bokeloh und Gudrun Ewerding die einzelnen Schritte der durchgeführten Arbeiten. (Foto: Thomas Oeverhaus)Das Türholz sowie die schweren Eisenbeschläge stammen noch aus der Zeit des Kirchenneubaus (1896 bis 1900) und mussten witterungsbedingt dringend überarbeitet werden. Tischlermeister Helmut Frye aus Kettenkamp hatte nach erfolgter Ausschreibung den Zuschlag bekommen und nahm die wuchtigen Eingangstüren in seiner Fachwerkstatt genau unter die Lupe. Die der Witterung ausgesetzte Verbretterung wurde komplett erneuert, während man den Eichenholzrahmen" gründlich überarbeitete.

Tischlermeister Frye stieß dabei auf einen interessanten Fund, denn damals – vor über 100 Jahren – hatten sich die Ankumer Tischler G.B und F. Appelmann, Karl Raming und der Geselle F. Sasset, die seinerzeit mit der Erstellung der Türen beauftragt waren, mit ihrem Namenszug „verewigt". Auch die kunstvoll geschwungenen Eisenfassungen der Türen erhielten eine grundlegende Überarbeitung. Verrostete Teile wurden ersetzt, der gesamte Rahmen gesandstrahlt, verzinkt und pulverbeschichtet, so das die Türen für das nächste Jahrhundert gewappnet sein dürften..Kirchturmsanierung: An vielen Stellen fast nur noch aus Sand besteht der alte Fugenmörtel, die Steine werden größtenteils nur durch den Verbund gehalten. (Foto: Thomas Oeverhaus - Februar 2009)

Das Kapitel „Renovierungsarbeiten" an dem weithin sichtbaren Ankumer Wahrzeichen erstreckte sich über mehrere Jahre. Begonnen hatte es im Jahr 2003, als man mit der dringend notwendigen Gründungs-und Fundamentsanierung startete. Anschließend wurde eine Taubenabwehranlage und eine neue Blitzschutzanlage installiert. Im Mai 2008 ging es für Außenstehende dann „richtig" zur Sache, eine umfassende Dacherneuerung des großen Gotteshauses stand auf dem Plan. Über Monate war das Kirchengebäude von hohen Gerüsten umgeben, Handwerker und Fachleute tummelten sich auf der wohl höchsten Baustelle im Osnabrücker Land. Bei dieser Gelegenheit sanierte man auch die Kirchenfenster, sowie tragende Dachbalken im Vierungsturm und Beschädigungen im Bereich der dortigen Schindeleindeckung.Mit frischer Farbe versehen wurden die jeweils gut zwei Meter großen Ziffernblätter am Ankumer Kirchturm.  (Foto: Thomas Oeverhaus - Juni 2009)

Einen herben Rückschlag erhielt man im Jahre 2009. Bei den bis dahin fast reibungslos verlaufenen Reparaturarbeiten gab es dann bei der anschließenden Sanierung des wuchtigen Kirchturms, der aus dem Jahr 1514 stammt. Schon kurz nach Beginn der Renovierungsarbeiten wurden dort massive Schäden und ein deutlich größeres Schadensausmaß am Mauerwerk sichtbar, als die Fachleute bei einer Begutachtung vorher feststellen konnten. Kopffeste Mitarbeiter einer Fachfirma versahen auch Ankums fast 80 Meter hohes Wahrzeichen für Monate mit einem Gerüst, das bis zu einer Höhe von gut 50 Metern reichte. Die Behebung dieser zusätzlichen Schäden gingen nicht nur ins Geld, sondern verlängerten auch die Sanierungsphase um mehrere Monate. Steinmetze nahmen sich der massiven Schäden an dem fast 500 Jahren alten Kirchturm an, der nun – fast möchte man sagen „runderneuert" - wieder trotzig und trutzig weit in das Ankumer Land schaut.

100518_02Das die Renovierung des Ankumer Wahrzeichens mit hohen Kosten verbunden war und ist, stellte für die Verantwortlichen kein großes Geheimnis dar. Über Jahre hinweg hatte sich daher der Kirchenvorstand der St.-Nikolaus-Gemeinde durch finanzielle Rückstellungen ein gewisses „Polster" zur Seite gelegt, ohne die Zuwendungen des Bischöflichen Generalvikaraits, der Gemeinde Ankum, der Niedersächsischen Behörde für Geoinformation, Landesentwicklung und Liegenschaften (kurz: „GLL") sowie der Deutschen Denkmalstiftung wäre die Finanzierung aber nicht zu stemmen gewesen. Das den Ankumer Einwohnern, Vereinen und Verbänden „ihr" Dom und vor allem „ihr" Kirchturm bei weitem nicht egal ist, bewiesen vor allem auch viele freiwillige Spenden, die im Laufe der vergangenen Monate bei der Kirchengemeinde eingingen.

Gleichwohl ist bei den Gesamtkosten der jüngsten Dach- und Turmsanierung in Höhe von 1.000.000 Euro noch eine „Deckungslücke" von gut 100.000 Euro vorhanden, die die Kirchengemeinde noch aufbringen muss. Bei den Ankumer Bankinstituten (Kreissparkasse: Konto-Nr. 012 325 288, Volksbank: Konto-Nr. 350 7195 805, OLB: Konto-Nr. 376 2693 400) bleiben daher die Spendenkonten für die bauliche Sanierung von St. Nikolaus auch weiterhin „aktiviert" und stehen für finanziellen Zuwendungen zur Verfügung.

Weiterlesen:
> Berichte rund um das Wahrzeichen Ankums: Der "Artländer Dom"

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