1200 Jugendliche und keine Zwischenfälle beim Maigang zwischen Ankum und Kettenkamp
Geschrieben von: Franz Raschke Samstag, den 01. Mai 2010 um 22:48 Uhr
Ankum. (fr) Als sich am heutigen Samstag wieder eine große Zahl Jugendlicher an der Kreuzung zur Kreisstraße 162 versammelte, um von Ankum aus nach Kettenkamp und in den Wonnemonat Mai zu starten, betrachteten unbeteiligte Beobachter den Aufmarsch von Polizei und Ordnungskräften mit sehr unterschiedlichen Gefühlen.
Mit der Einsetzung zahlreicher Verordnungen und der Ankündigung eines großen Aufgebots an Ordnungs- und Sicherheitskräften hatten die Vertreter der Samtgemeinde Bersenbrück schon im Vorfeld für eine überregionale Aufmerksamkeit gesorgt. Noch bis zum Samstagabend verwies der Norddeutsche Rundfunk in seinem Online-Angebot auf „vermehrte Ausschreitungen" während der Maiwanderung zwischen Ankum und Kettenkamp in den vergangenen Jahren und die von den Behörden jetzt verschärften Verordnungen und Verbote. Daraus folgend, rückte selbstverständlich auch ein Kamerateam des NDR an, um das Geschehen in Ankum zu dokumentieren.
Dieses Geschehen bliebt jedoch bis zum Ende dieser völlig inoffiziellen – und vielleicht auch deswegen längst „kultigen „ - Veranstaltung spannungsfrei. Die Polizei, die schon am Vormittag Stellungen besetzte und im Ortskern Platzverweise erteilte, suchte vor allem immer wieder das Gespräch mit den jungen Maiwanderern und warb ihrerseits um Verständnis für die ergriffenen Ordnungsmaßnahmen. Die Jugendlichen nahmen das Aufgebot seitens des Ordnungsamtes und der Polizei, aber auch das große Presseinteresse, derweil mehrheitlich mit Humor. Ein junger Mann freute sich, nun als „Akteur vor der Presse", auch den erforderlichen Polizeischutz zu erhalten.
Erwachsene Beobachter am Straßenrand urteilten angesichts der erheblich gesteigerten Ordnungsmaßnahmen sehr zwiespältig. Die Meinungen reichten vom Beschreiben eines „völlig überzogenen" Polizeieinsatzes bis hin zur Hoffnung, dass sich die Maßnahmen im nächsten Jahr wiederholen, um den „jugendlichen Eskapaden ein Ende zu setzen".
Wie die Polizei in einer Pressemitteilung am Samstagabend mitteilte, verlief die zur Tradition gewordene Wanderung derweil ohne besondere Vorfälle. Es gab weder Ausschreitungen, noch bemerkenswerte Auseinandersetzungen. Als sehr problematisch erwies sich jedoch erneut – wie auch bei anderen Veranstaltungen im Jahreslauf – der hemmungslose Alkoholgenuss der Jugendlichen. Die Beamten hätten diesbezüglich in einigen Fällen Hilfe leisten müssen.
Als wirkungsvolle Maßnahme wurde von Anliegern und den Behörden das Verbot von Glasflaschen bewertet. Im vergangenen Jahr hätten nach dem Maigang Glasscherben die Kreisstraße eingedeckt und damit Gefährdungen ausgelöst.. Im jetzigen Jahr griffen die jugendlichen Teilnehmer stattdessen auf Getränkedosen und Plastikflaschen mit unterschiedlichstem Inhalt zurück.
Wir berichteten:
24.04.10 - Maigang auf der K 162: „Wir wollen Niemandem den Spaß vermiesen"
Gemeinsames Auftreten von Ordnungsdienst, Ordnungsamt, Polizei, Bereitschaftspolizei und Polizeihundeführern soll Jugendliche nicht abschrecken
Ankum /Kettenkamp. (opm) Seit Jahren ist die K 162 zwischen Kettenkamp und Ankum für rund 1000 Jugendliche und junge Erwachsene der Weg für den beliebten Maigang. Tradition mit Kultcharakter, die auch viele Jugendliche von außerhalb anlockt. (Weiter)
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