Maigang auf der K 162: „Wir wollen Niemandem den Spaß vermiesen"

Gemeinsames Auftreten von Ordnungsdienst, Ordnungsamt, Polizei, Bereitschaftspolizei und Polizeihundeführern soll Jugendliche nicht abschrecken

Wappen der Samtgemeinde BersenbrückAnkum /Kettenkamp. (opm) Seit Jahren ist die K 162 zwischen Kettenkamp und Ankum für rund 1000 Jugendliche und junge Erwachsene der Weg für den beliebten Maigang. Tradition mit Kultcharakter, die auch viele Jugendliche von außerhalb anlockt.

Die Anlieger und die Behörden in der Samtgemeinde Bersenbrück sehen diesem Tag allerdings mit gemischten Gefühlen entgegen.

„Natürlich gönnen wir den Jugendlichen ihren gemeinsamen Start in den Mai und den Spaß an diesem Tag", stellt Samtgemeindebürgermeister Dr. Michael Lübbersmann klar. Ebenso klar ist aber auch, dass der Maigang nicht zum kollektiven Alkoholexzess und zum ultimativen Müll-Event mutieren soll.

Genau das sind nämlich die Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren gemacht wurden. Müll, zerbrochene Flaschen und Glasscherben waren die traurigen Überreste, die nach dem 1. Mai am Straßenrand, auf dem Radweg und in vielen Privatgärten eher an einen vandalistischen Durchzug als an einen fröhlichen Maigang erinnerten. Besonders die Glasflaschen, beziehungsweise „Glasgetränkebehältnissen", wie es in der regulären Amtssprache heißt, wurden von manchen Teilnehmern auch als Wurfgeschosse benutzt, andere zogen sich Schnittverletzungen an Glasscherben zu. Die gesundheitlichen Nachwirkungen von übermäßigem Alkoholgenuss der jugendlichen Maigänger sind ohnehin noch ein Kapitel für sich.

Das Ordnungsamt und die Polizei ergreifen in diesem Jahr deswegen klare Maßnahmen, um die negativen Begleiterscheinungen des Maigangs besser in den Griff zu bekommen. So werden kombinierte Streifen aus Mitarbeitern von Polizei und Ordnungsamt auf der K 162 entlang gehen und bei Bedarf das Gespräch mit den Jugendlichen suchen.

„Ergänzend sind Polizeihundeführer im Einsatz und es wird zusätzlich Bereitschaftspolizei auf der Strecke sein", erläutert Roland Bornemann von der Bersenbrücker Polizei. Auch er betont, dass es nicht um Abschreckung geht, sondern darum, den Maigang in geordneten Bahnen zu halten.Ferner werden Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Heyer in Ankum vor Ort sein.

Außerdem werden entlang der Wegstrecke zwischen Ankum und Kettenkamp nummerierte Mülltonnen aufgestellt, ähnlich wie beim Reggae-Jam, um ein ausreichendes Angebot für eine ordentliche Entsorgung von Abfällen bereit zu stellen.

Als besondere Maßnahme gibt es bei diesem Maigang erstmalig auch ein komplettes Mitnahmeverbot von Glasflaschen. Ähnlich wie es auf anderen Großveranstaltungen oder auch in Sportstadien üblich ist. Zu dieser Maßnahme gehören auch entsprechende Kontrollen am Beginn der Maigangstrecke und im Verlauf der rund 5,5 Kilometer langen K 162.Mit sogenannten Flatterbändern sollen außerdem die Bereiche kenntlich gemacht werden, die gar nicht betreten werden dürfen. Die Kreuzung am Endpunkt der Wanderung etwa oder auch Privatgrundstücke.

„Wir wollen Niemandem den Spaß vermiesen, aber es ist auch unsere Aufgabe, Unbeteiligte und Anlieger vor den Auswüchsen des Maigangs zu schützen", fasst Fachdienstleiter Andreas Schulte den Maßnahmenkatalog noch einmal zusammen. Schließlich sollen es unterm Strich nicht die negativen Vorkommnisse sein, an die sich Beteiligte und Unbeteiligte in Verbindung mit dem 1. Mai nachträglich erinnern werden.

Quelle: SG Bersenbrück Aktuell am 22.04.10 (http://www.bersenbrueck.de) Die Überschriften der Mitteilung wurden seitens der Redaktion geändert.

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